Es genügt, ganz objektiv die Zeichen der Zeit zu sehen, um Zerfal1serscheinun-gen der kopfmäßig größten christlichen Weltkirche registrieren zu können. Dieser Artikel hat weder etwas mit Kirchenschelte im Sinn, noch bezweckt er ein eingefahrenes System niederzumachen, dessen gewohnte Funktionalität inzwischen Jahr für Jahr Hunderttausende eines vertrauenswilligen Glaubensvolkes zum Austritt bewegt.

Was ist los mit dieser Romkirche, die einen Skandal nach dem anderen liefert und für allgemeine Fassungslosigkeit sorgt? Es tun sich Pfründe auf, in denen sich kein heiliger Geist mehr wohl fühlen kann.

Ist das der Grund, warum sich zunehmend mehr Christenmenschen - übrigens aus beiden Großkirchen -, dahin wenden, wo gelebte Spiritualität zu erwarten ist? Ahnlich wie in manchen Gebetskreisen, bewahrheitet sich seit Jahrzehnten in der geistchristlichen Kirche, mit Sitz im pfälzischen Kindenheim, das Versprechen Jesu, gem. JOH.14:26. Wunderbar, Glaube und Lehre in einer Art zu erleben, wie es den ersten Christen geboten war. Die Gründe hierfür dürften vielfältig sein und beginnen damit, einzig GOTT ungeteilt die Ehre zu geben und nicht dem "Mysterium" der sog. "Dreifaltigkeit" zu verfallen! Eine Gottdefinition, die einmal konziliarisch beschlossen und als Glaubenslehre verordnet worden ist. Ob dies jedem katholischen Glaubensangehörigen bekannt ist? Manche andere Früchte, ähnlichen Geschmacks, brachte der Konziliarismus, der sogar den Papst überstimmt, hervor.

Unsere Rubrik aber wird mit aktuellen Unreinheiten ausreichend bedient, so dass es eine bestürzende Retrospektive nicht braucht. Schauerlich, wenn sich in Priesterkreisen die Libido durch den Priestertalar frißt und sich als stärker erweist, als das Bemühen um Reinhaltung des Priestergewandes. Wie soll Vertrauen entstehen, wenn aus Schäfer Wölfe werden?

Homosexualität wandelt das nachlesbare Evangelium zur Makulatur: "Männer verübten mit Männern die Werke der Schamlosigkeit." Wir sprechen wohlgemerkt hier von professionellen Hütern der Sittlichkeit und Moral! "Sie stempelten die Wahrheit von dem Dasein Gottes zu einem Lügengebilde." Nachzulesen unter RÖM.l.

Wo bleibt der Respekt vor dem höchsten Souverän, der "ohne Ansehen der Person" alles über Seine Gesetze regelt - besonders Obergriffe?!

Es ist absolut nicht meine Intention, Schlüsse oder Urteile aus Schuldinhalter beziehen zu wollen; das ist allein Gottes Sache. Doch geschwiegen wird genug! Schließlich geht es um den freiwillig eingegangenen Zölibat, der durchbrochen wird und häßlichen Auswirkungen - über die ein großflächiger Mantel des Schweigens gebreitet wird - zum Durchbruch verhelfen würde. Streng genommen wird niemand überlastet, in nichts! Dies ist ein geistiges Gesetz und stemmt sich gegen alles, was Verführbarkeit zu einem Argument der Erklärung aufpolieren möchte. Statt Einsicht und Reue, erlebt der Gläubige Scheingebilde von Ehrenhaftigkeit und Würde. So viel Weihrauch kann es garnicht geben, um klares Denken und Erkennen einzunebeln - die Seelen erwachen!

Manchmal vernimmt man - fast verschämt - Einsichten. Musste der Ruhestandspapst "Benedikt XVI." erst zurücktreten, um wenigstens auf einen Schwachpunkt zu verweisen und "Butter bei die Fische" gelten lassen? Im bayerischen "Klerusblatt" verweist er nunmehr auf "homosexuelle Clubs, die mehr oder weniger offen agierten." Leider wird die 68er-Bewegung in den Schuldturm geworfen. Diese.als sexuelle Revolution, trüge Schuld am sexuellen Mißbrauch von Kindern durch katholische Priester! ("BILD" 12.4.2019).

Wie ich, gehören viele zu den Zeugen oder gar Mitgestaltern, dieser damals umwälzenden Lebenseinstellung, ohne dass der Mißbrauch von Kindern in unseren Hirnen und dem Fleisch einen Platz gefunden hat. Muß man etwa Geistlicher sein, um diesbezüglich zu versagen? Aber die Absolution eigenhändig nachzuschieben, darin besitzt man Obung und nimmt deshalb dem Herrgott Arbeit ab... Homosexualität, Pädophilie, und dann noch unfassbare Sexspiele mit Nonnen, die sich den Chefs im schwarzen Talar beugen, was die Lebenspläne und Unschuld der betroffenen Ordensfrauen auf schmutzige Weise vernichteten oder vernichten. Jetzt wurde darüber gesprochen, wie hormon- und triebgesteuerte Schmuddelhirtei einen ganzen Berufsstand besudeln, der sich mit "Hochwürden" ansprechen lässt.

Opfer perverser Fantasien sind Kinder, Männer, Frauen. Doch Sprachrohre unserer Zeit genieren sich nicht das, was manche als Anomalie ansehen, mit:"Und es ist gut so!" zu prädikatisieren. Warum wohl schweigen die ansonsten gesprächigen christlichen Weltkirchen dazu? Warum wohl?

Unzählige jener, die sich für "Gotteskenner" halten und jedem Kind, das genascht hat, der Reue und Sühne zudrängen, leiden unter Ichblindheit und Verdrängung eines Schuldbewusstseins. Gewissenserforschung erfordert Mut, zuerst aber den Willen dazu. Beides zapft die gnädige Liebe Gottes an. Jene Liebe, wie sie unser Herr Jesus Christus lehrte und achtungsgebietend ist! "Wer Gott nicht liebt, sollte Ihn fürchten" hat man mir beigebracht. Doch Verführer mit dem Kreuz am Revert, fürchten nicht einmal den Herrn...

Ignoranz und Selbstverherrlichung haben Tradition! Es ist kein Geheimnis mehr, dass der Vatikan in erster Linie für Politik, intrigierende Seilschaften, für Geld und Macht ein weiß behandschuhtes Händchen hat. Auch für Reinheit? Davon scheint nicht einmal der Vatikan"sehe Pontifex maximus überzeugt zu sein. Rügt er doch hie und da das ominöse Gerangel innerhalb der Kurie. Leidet der Papst? Seit Jahrhunderten sammelt sich im Innern der prunkvollen Mauern viel Schlechtes an. Martin Luther verschwieg nicht, wie sehr es der Teufel mag, sein Kapellchen an kirchliche Mauern zu lehnen! Rom mit dem alten Babylon zu vergleichen, ist des Nachdenkens wert. Wer Augen hat, der sehe und wer Ohren hat, der höre! Od s gefällt oder nicht - der Vatikan kann als Hort größter Götzenanbetung eingestuft werden. Gott im Zenit zu haben, den Höchsten als Seele eines Werkzeugs: Kirche(solIte Dienerin sein!), zu erkennen, das wird vergeblich gesucht, denn "Gott spielt schon lange keine große Rolle mehr dort", klärt ein Gottesbote, der es wissen muß, auf und erfordert uns auf: "Hört und schaut und ihr werdet erschauern."

Gibt es sie denn noch in den museenhaften Prunkhallen altrömischer Kultur, Vatikan genannt: schlichte Ecken, in denen sich der Geist der Einsicht und Wiedergutmachung finden lässt? Menschen begehen Fehler und einige davon werden schon zweitausend Jahre gepflegt. Sich Gott einsichtig als verbesserungswürdig zu präsentieren würde verhindern, weiter Schmutz unter das weiße Tischtuch zu kehren, Gläubige, Suchende, Leidende, Lernwillige und Gutwollende haben Klarheit und Wahrheit verdient. Eine "Schaukäserei" mag interessant sein, eine "Schaureligion" ist fatal! Glaubensvertreter, die doch ordiniert sind Seelen dem Lichte zu öffnen, dürfen in keinem Fall das sein, was Jesus als "Mietling" bezeichnete.

Betrüblicherweise gibt es nicht nur "Gottesverkenner", sondern auch "Christusverkenner"! Oder was ist davon zu halten, wenn Berlins Bischof Heiner Koch auf die populistisch lohnenden Klima-Demos abfährt und die Demos, deren Initiatorin die sechzehnjährige Schwedin Greta Thunberg ist, mit dem Einzug Jesu in Jerusalem vergleicht? Jesus Christus - so darf jeder Mensch würdigen - vollzog sein irdisches Erlösungswerk zur Befreiung der gesamten gefallenen Engelsschöpfqjng - im Ergebnis:zu unserer Befreiung von der Abfallssünde; ein Messias in einmaliger und kaum einzuschätzender Funktion und Bedeutung also. Der Bischof aber, setzt sogar die Bedeutung der jungen Klimabesorgten mit der Jesu, des Gottessohnes,gleich! Darüber mache sich bitte jeder seine eigenen Gedanken.

Ist es dann noch verwunderlich, wenn Kirchenglocken großer Dome und Kirchen den abgebrannten Steinen von Notre-Dame ihr Trauergeläut widmeten? Bei allem Kulturgespür und Verständnis für die Betroffenheit, wir reden von Vergänglichem, dem Tränen und Spenden in Milliardenhöhe unverzüglich zugewendet wurden und werden. Menschen in Not, Verzweifelte, Abgeschobene, welche, deren Schlafzimmer die Strasse ist, dürften anbetrachts dieser "christlichen Haltung" frieren, denn Herzen können so kalt sein wie Steine.

Es ist beruhigend, wenn Menschen sich den Sinn für Denkmäler und einmalige architektonische Werke bewahrt haben. Der Sinn für das Schöne, für Kunst und sonderliches Menschenwerk, ist Ausdruck des Wunsches nach "ewigem" Bestand. Den aber hat jeder von uns in sich: es ist die in den 'Gottesfunken' eingelegte Liebe. Spenden wir dem doch unsere Gesinnung, Frömmigkeit, Nächstenliebe und Demut,dann können sich daraus eine gute Kirche und bemühte Dienerschafteil entwickeln. Was dann brennt, sind lichte Herzen.

Weihrauch und Götzentum

- Eine Großkirche driftet ab -

Gerhard Krause, 2019