Priester und SEXUELLER MISSBRAUCH

Gerhard Krause, 2019

'Kein Sex für Priester' war die Idee der Synode von Elvira,306 n.Chr. Unter Papst Innozenz II., wurde im 12.Jahrhundert, auf dem zweiten Lateran-Konzil, der Zölibat zum ausgereiften Kirchengesetz. Demnach ein hausgemachter Widerspruch der röm.-katholisehen Kirche zu dem, was dem urchristlichen Priester, dem 'Ältesten', sogar Verpflichtung war: der Ehestand!

Verheiratet zu sein, ist unverändert auch heute noch in der frühchristlich orientierten Geistchristliche Kirche e.V. Bedingung für Gottesdiener, die in Aufgaben eines Gemeindeleiters stehen wollen.

Damit entsteigt der 'Älteste' i.d.R. theoretischem Wissen, was Ehe und Familie betrifft, und ist qualifizierter, Verständnis für diesbezügliche Nöte seiner Schäfchen aufzubringen.

Eine der Hauptaufgaben des gemeindlichen Leiters ist es, die Gemeinschaft in der Glaubensstärke und dem ethischen Stand anheben zu helfen. Dazu braucht es den Beistand und die Hilfestellung seiner Frau, die als Diakonissin angesehen werden darf. Es geht um Reinigung - um Befassung mit Tugenden. Mann und Frau arbeiten "im Weinberg Gottes". Wenngleich die Evangelische Kirche diesen Punkt begriffen und gewürdigt hatte, entspricht die Segnung homosexueller Partnerschaft sogar in gemeinsamen Sprengel-Diensten, nicht dem Sinne des Erfinders! Andere Entgleisungen würden noch markiert, falls gegeben. Dafür steht ein Gott ein, der Sein Bodenpersonal beobachtet.

Macht und Geld, offenbare Lieblingskinder der Volkskirchen, taugen,um die Ehelosigkeit abzuerwarten. Denn wer keine unmittelbaren Erben hat, füttert mit seiner Hinterlassenschaft "Mutter Kirche"... Dies jedoch soll nicht Gegenstand dieser Betrachtung, sondern nur angemerkt sein.

Leider geht es vielmehr um die ungebremsten Auswirkungen, die aus dem zweitstärkste menschlichen Trieb: dem Sexualtrieb, durch dessen Unterdrückung, bislang entstehen konnten. Der sexuelle Notstand sucht sich Wege und überrennt, wer nicht krisenfest ist und sich dummen Gedanken hingibt. Nicht immer funktionieren Kompensationen so,wie erhofft. Welle auf Welle überrollt die Papst-Kirche und jede dieser abstoßenden Skandale entstammt der gleichen, höllischen Abteilung, und das seit eh und je: Nutzung der Sexualität, Anstoß libidinöser Irrläufe!

Homosexuelle Priester ließen zwar aufhorchen, überraschten kaum mehr als das hartnäckige Gerücht, manch Hochwürden habe etwas mit seiner Haushälterin. Eine Art Prävention bei Verleumdungsgefahr, wenn dann die leibliche Schwester zum Führen des Pfarrhaushaltes eingesetzt ist

(soweit es eine solche gibt und sie willens ist). Die zweite Welle trifft den Nerv: Pädophilie - auf Kinder gerichteter Sexualtrieb von Erwachsenen! Da stellt sich die Gemeinschaft der Gläubigen vor, es beträfe das eigene Kind, an dem sich der Kaplan, Katechet, Pfarrer oder gar Bischof vergreifen könnte.

Schluß mit lustig!

Der Vatikan, Hauptverwaltung eines Sauladens?

Nun, wenn ein Kurien-Kardinal wie Georg Pell, der in in seiner Bedeutung hierarchisch in Rom an dritter Stelle gehandelt wurde, mit seinen 77 Jahren des Kindesmißbrauchs angeklagt und verurteilt worden und keinerlei Reue erkennbar ist, dann kann wenigstens ein drohender kirchenrechtlicher Prozess dafür sorgen, dass der Kirchenmann seinen schwarzen Talar auszieht und seine unverdiente Rente empfängt.

Wie fürchterlich, dass sogar blutsbrüderliche Geistlichkeiten einen Kinderverleih eingerichtet und sich bedient haben sollen. Empörung und Absichtserklärungen des päpstlich geleiteten Mißbrauchsgipfels, genügen nicht und überlassen betroffene Opfer und mißbrauchte Heimkinder ihren unbewältigten Seelenzuständen. Die Welt stöhnt über Überlegungen auf, wieviel Dollars so eine lebensgeschädigte Kinderseele als "Entschädigung" wohl wert sein könnte? Das Kirchenvolk ist enttäuscht, sähe die ekel ige Wunde gerne ausgebrannt!

Was Wunder, wenn sich "unser" Papst, der Deutsche, sich aus Amt und Problembergen in abgelegene Kemenate zurückgezogen hat und einer Kurie nebst Auslegern den Rücken zeigt, weil es wohl an Kraft fehlte, das alles auszuhalten. Das zu verstehen ist nicht schwer. Und ist es nicht wohlüberlegt, wenn sich der amtierende Obmann sein Wohnquartier tunlichst nicht im vatikanischen Hauptquartier erwählte? Wenigstens seinen Feierabend möchte man unbeschwert genießen, da geht~s den Menschen wie den Päpsten.

Dem eigenen Hausstand Paroli bieten zu müssen und auszukehren, was sich an Schmutz in den Ecken verkrustet hat, verlangt mehr als brave Worte, ein bemühtes Lächeln und seichte Andeutungen. Doch wer möchte an Stelle eines Franziskus sein und Tabula rasa machen? Jeder weiß: eine Radikalkur brächte eine Kirchenwelt ins Ächzen... Vielleicht ist deshalb bereits die 3.Welle im Anrollen?! Priester betrachten Nonnen als Sexual Objekte.1 Frauen, die sich doch im Verlöbnis mit Christus wähnen und i.d.R. ihre Unversehrtheit Gott zur Ehre zu bewahren, beschlossen. Wenn sich eine Ordensfrau den Spielerein geiler Schwarzhosen hingibt, dann dürfte sie den Priester als "Stellvertreter Gottes" vor den entsetzten Augen haben; denn über das Beichtsakrament maßt er sich ja Gottes Recht an : er erteilt die Absolution, die Sündenvergebung. Wer kann sich solchen Denkens, solcher Präsentation entziehen, wenn es zum Lebensinhalt gehört? Mißbrauchte Dienerinnen Gottes sehen ihren Lebensplan in Scherben zerschlagen und verkraften dies ihr Leben lang nicht. Es mag prognostiv klingen, doch ich sage weitere Wellen voraus: die vierte, fünfte und vielleicht weitere, bis diese Kirche an Lungenkrebs zu sterben droht.

Wie gut, dass alles der liebevollen Allmacht und Seiner hohen und unausbleiblichen Gerechtigkeit unterstellt ist! Er wird nichts unterlassen - und dies sollte uns allen Trost sein -, um die Täter zu Einsicht und Reue zu bewegen. "Das Recht ist ein zeitlich Ding, doch das Gewissen währet ewiglich" wusste schon Luther. Wir sollten akzeptieren, wenn in den Tätern zugleich Opfer gesehen werden. De facto sind sie Opfer ihrer Schwachheit, Triebhaftigkeit, Fantasien oder Verführbarkeit. Keine Entschuldigung, nein, aber der Versuch zu begreifen! Keiner jener, die sich einmal voller Demut auf dem Boden ausstreckten um sich Gott zu schenken, dürfte da den Keim des Vorsatzes in sich getragen haben. Die Verführung kommt in der Verführung! Ich jedenfalls will es nicht sein, der den ersten Stein -oder auch sonst einen - werfen möchte. Gott erkennt nicht nur die tiefsten Aufwallungen in den Opfern, sondern auch das Dilemma in den Tätern. Vertrauen wir also Ihm und beten wir für beide Seiten: Für die Mißbrauchten, sie mögen die Kraft aufbringen zu vergeben, denn jede Last der Unverzeihlichkeit sind Steine, die wir anstelle von Liebe an unserem "jüngsten Tag" als Mitgebrachtes auszupacken haben. Und beten wir für die Täter, sie mögen ihr schändliches Tun aufgeben, sich in Reue üben und alles versuchen, was als Wiedergutmachung erkannt werden kann. Der Welt mangelt es an guten Taten, und wer wäre geeigneter sie zu verrichten, als geläuterte Naturen? Wie man das bewerkstelligt, sollten sie gelernt haben.

Würde die Aufhebung des Zölibats das "Problem" lösen? "A weng" würde der Bayer sagen - ein wenig vielleicht. Denn es sind ja latente, eingefärbte charakterliche Veranlagungen, die zu Lieblosigkeit, Rücksichtslosigkeit, Gefühlskälte und andere Mängel führen. Es sind Mängel die der Geist noch nicht abgelegt hat und über das Menschsein zu bewältigen sind. Wenngleich der Wille da ist, kann das Fleisch schwach sein und dann - so ist zu befürchten, spielt der Familienstand eine untergeordnete Rolle!

Zu all den Aufschreien der Wut, Empörung und Abscheu, die eine ganze Welt diesen Sündern entgegenschleudert, sollten wir - quasi als positive Ergänzung dieses verständlichen Protest-Repertoires -, eine Art "Handlauf", welcher Emotionen in gemäßigtere Zonen leitet, beisteuern: Wut- und Hasstiraden werden umschifft!

Dies nähme der Gerechtigkeit Gottes nichts weg und ich denke, dass auch Jesus so gehandelt haben könnte. "Mein ist die Rache, sprach der Herr", wenn denn schon solch krasse Anwandlungen gegeben sein sollten.

Damit würde "Mietlingen" mit Priestersolär bewiesen, dass ihre "Schäfchen" besser verstanden haben, was uns Jesus unter Liebe zu verstehen gab, als sie, die sich für Hirten halten. Umso respektabler Haltung und Einsatz jener Priesterschaft, die sich nicht vorstellen können eine Seele zu beschädigen! Sie dürften es mit Jesus von Nazareth halten, den man übel schändete...