Die angefeindeten „Schutzengel“
- Nothelfer in Nöten -

Gerhard Krause, Nov. 2020

Auch als Psychologe peilst du manchmal nur schwer die Hinter- und Beweggründe, wenn Bürger anderen Mitbürgern, die für sie durchs Feuer gehen, zum Feindbild erklären.

Manchen sozial verqueren Naturen scheint es eine Art Genugtuung zu verschaffen, sich gegen Helfer und Helferinnen in Uniform aufzulehnen. Selbst Deeskalationsbemühungen der Einsatzkräfte aus den Riegen der Polizei, Ordnungskräfte, Rettungsdienste oder der Feuerwehr, werden als Provokation verstanden und in Einsätzen angegriffen. Wenn weltweit eine zunehmende Gewaltbereitschaft zu verzeichnen ist, senkt sich dieses primitive Mittel bis in die untersten Reihen von Meinungsverschiedenheiten.

Manch aggressive Gemüter, mögen dann ihren Frust gegen scheinbar politische Ungereimtheiten und die dahinter stehende Macht, in ihrem Bereich abzureagieren. Wie Blitzableiter trifft es dann die uniformierten Helfer und Helferinnen, mit denen dieser Affront freilich etwas macht. Vom Dienst her sowieso schon an psychische und physische Grenzen gebracht, müssen Sie nun auch noch den Respekt für ihre Arbeit und abgezwungenen Autoritätsverlust erleben.

Wenn in Notfällen jede Sekunde zählt, um ein Menschenleben aufzufangen, sollte man nicht mit Pöbelei, Beleidigung oder egohafter Nörgelei zu rechnen haben. Mitgefühl rutscht dann vom Herz in die Faust. Psychopathische Züge setzen sich durch, egomanisches Denken verdrängt Verstand und Anstand.

36 956 Übergriffe, Widerstand, oder Attacken auf Polizisten , so das Bundeskriminalamt

(BamS 15.11.2020), zeigen gestörte Verhältnisse in der Gesellschaft an. Tendenz steigend! Das alte Bild vom‚ Freund und Helfer‚ der in Polizei gesehen werden sollte, ist verloren gegangen. Die friedlichen Zeiten von „ ISAR 12“, denen ich als Kind über Schwarzweißfernsehen nachhing, sind zum Teufel gegangen. Unvorsichtigerweise, zeigt sich der ethische Relativismus auf beiden Seiten: Das Gute wird für schlecht erklärt und umgekehrt!

Dabei sind Rettungs – und Ordnungskräfte die Sicherheitsgurte unserer Gesellschaft.

Der religiöse Aspekt meldet sich zu Wort. Wenn in unserem christlichen Abendland Gott nur noch für tauglich erklärt wird, für alles was uns nicht passt oder was wir noch nicht verstehen schuld zu sein, dürfen wir uns über Sitten – und Ordnungsverfall nicht wundern! Wohl gemerkt sprechen wir nur über die Etikettierten dieses Artikels und nicht über jene, die sich den Respekt vor den Mitmenschen und Demut vor dem Höchsten bewahrt haben. Wer den geistigen Fakt: GOTT IST EIN GOTT DER ORDNUNG kennt, wird sich weniger wundern über das Dazwischenfunken einer dunklen Macht, die nur an Chaos und Unliebe interessiert ist. Bleibt uns nur selbst, Würde und Achtung zu bewahren. Es lohnt sich, für das Ganze.