Anno Domini 'Corona'
- Verhaltensstudien -

Gerhard Krause, July 2020

Als vor Urzeiten GOTT der Schöpfer überlegte, auf welche Weise Er den Menschen am überzeugendsten Seine Liebe zuwenden könnte, bevorzugte Er zwei Wege:

Zum einen entschied Er, dem menschlichen Willen Freiraum zu gewähren und demnach ein Motto einzurichten: "Du willst es, du kriegst es!" Dabei war Er wohl darauf bedacht, dass das große Gesetz von Ursache und Wirkung seine Gültigkeit behält.

Zum anderen legte Er fest, dass sämtliches Geschehen - ungeachtet dessen, ob von Ihm gefügt oder zugelassen - den Erfahrungsschatz des Menschengeistes zu bereichern habe, um dessen Reifung zu fördern. Dadurch entströmen dem Füllhorn der Gottesliebe Weisheit, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit.

Corona im Jahre des Herrn 2020.

Unser Planet schlägt sich mit einem Virus herum und die Menschheit reagiert, als gälte es einen Krieg zu gewinnen. Aber auch der Atem einer Pestilenz unterliegt ebenso der wachsamen Beobachtung der Allmacht, wie generell die gesamten Abläufe aller Zeiten. Dies führte und führt dazu, alles Hoffen und Flehen dem zuzuwenden, der an keinem unserer Probleme scheitert: GOTT, dem allmächtigen.

Der Anlaß schüttelt die Völker und konfrontiert jeden Menschen mit der Frage nach Gesundheit und Leben! Die Gefahr, durch den Krankheitserreger sterben zu können, wird zu einem Richtungspfeil der nach Antworten sucht, was "danach" - jenseits des irdischen Daseins -, zu erwarten sein könnte?! Damit ist dem Menschen eine Erkenntnisstrecke optioniert ...

Beschäftigen wir uns kurz mit den Juli-Tagen von der manche behaupten, sie enthielten bereits die "2.Welle" der Pandemie. Wie verhält sich ein Großteil der Bevölkerung, nachdem die erste Schreckstarre überwunden scheint? Da wird einer altvertrauten Normalität nachgehechelt, wie es sie in gleichem Ausdruck wohl nicht mehr geben wird. Spiel, Spaß und lockere Aufmüpfigkeit scheinen ganzen Scharen wichtiger zu sein, als Vernunftsbeweise wie Abstand und Schutzmaßnahmen. Bruzzelfreudige Sonnenfreaks fletzen sich an den Stränden, vom Nachbarn nur eine Schattenbreite entfernt.

Manche Religionsgemeinschaften befleißigen sich eines Gottvertrauens, das jegliche Eigenverantwortung vermissen lässt. Ein "Halleluja" für den Leichtsinn wird maskenlos Choral gesungen.

Demonstranten, die vor Corona auf ein Vermummungsverbot pfiffen, zeigen unverhohlen gerade jetzt offenes Visier und rebellieren gegen Mund- und Nasenschutz und alles was taugen könnte, aggressive Schübe auf die Strasse zu bringen.


Da Verstand, Vernunft und Verantwortung für manche Staatspräsidenten unserer Erde Fremdwörter zu sein scheinen, leben und predigen sie ihren Völkern eine kranke Tollkühnheit vor und bekümmern sich nicht um Corona-Opfer und Präventionen.

Auch Covid-19 hat seine Fans. Dazu gehören Profiteure, die zu überhöhten Margen Produkte auf den Weltmarkt werfen, die Vorsorge, Sicherheit oder gar Heilerfolge versprechen. Milliardengewinne winken und nagen an mancher Moral.

Corona krempelt die Welt um, startete rasant und setzt seinen Amoklauf fort.

Sensible Naturen registrieren noch im Juli eine Lähmung, die über dem Alltag liegt - das Land atmet vorsichtiger. Einkaufsmeilen in den Städten und Shoppingcenter wirken seltsam ausgedünnt, was KaufInteressenten betrifft, die vor Monaten noch die Strassen und Geschäfte bis zum Bersten gefüllt hatten. Dafür findest du wieder schneller einen Parkplatz und Geschäfte, wo die Personalbesetzung höher ist als der Kundenzulauf. Gehst du deines Weges und näherst dich auf Regenschirmnähe Passanten, bleibt so mancher abrupt stehen, damit die Abstandsregelung nicht verletzt wird. Ängstlichkeit in den Augen, körperliches Fluchtverhalten. Das Sozialverhalten leidet.

Ähnliche VerhaltensSymptome vermerke ich im Ausland. Traditionsmärkte, wie im niederländischen Den Helder, finden nicht mehr statt. Dafür herrscht eine geradezu erstaunliche Unbekümmertheit im Strassengeschehen - maskenfrei. Fast könnte man vergessen, wie wenig Respekt das Virus vor einer Nationalität hat!

Auf Frankreichs Strassen flanieren weit weniger als die, die sonst dort ihre Wege suchten. Aber eine Unruhe ist spürbar.

Tschechien machte dicht. Die meisten Schweiz- und Italienurlaube wurden gestrichen. Sicher ist sicher. Aber es bleiben ja noch die Ansichtskarten und Fotos aus Reisen vergangener Jahre, so trösten wir uns. Das waren noch Zeiten, wo alles noch so aufregend quirlig in den Touristenhochburgen war ...

Noch als die Corona-Zeit begann, entschieden meine Frau und ich: "So viel Normalität wie möglich!"

Der über Funk, Fernsehen und Printmedien über uns einfallenden Sturmflut an depressiven Eindrücken und Meldungen, wollten wir uns nicht ergeben. Immer und überall stand dieses verflixte Virus im Mittelpunkt des Interesses. Soweit möglich, begünstigt durch Sonnenschein, gönnten wir uns mit dem Wagen Ausfahrten und genossen die Unbeschwert— heit unbelasteter Natur. Auch in desinfektionsbewehrten Lokalitäten schmeckte der Cappuccino und das Brummen der Kaffeemaschine klang in den Ohren der Wirte wie das hohe Lied der Hoffnung!

Ungewohnt auch später, in wiedereröffneten Restaurants keinen gedeckten Tisch vorzufinden, aber die Platte war desinfiziert und man konnte endlich seine Maske (bis zum Tisch zu tragen!) dort ablegen. Wie angenehm.

Die Zweiseitentreppe hoch zur Eingangstür der Gaststätte war links für "Eingang" und rechts für "Ausgang" reserviert. Panikalarm , wenn sich oben dann die Gastparteien trafen. Oft entdeckt: Im Auto wird die Gesichtsmaske auch von Alleinfahrern aufbehalten; man weiß ja nie...


In der Brutzeit von Corona, waren die Autobahnen wie leergefegt! Mich packten Erinnerungen an die siebziger Jahre: Autofreie Sonntage, wegen globaler Ölpolitik und dadurch Spritersparnis! Obwohl das Motto: "Freie Fahrt für freie Bürger" die Bürger wegen wieder mal geplanter Geschwindigkeitsbegrenzung auf die Palme brachte!

"Schau dir das an", appellierte ich an meine Frau, "so leer wirst du die Autobahn kaum mehr erleben!" Vielleicht ein Jahrhunderterlebnis.

Ach könnten wir doch in den Augen der Natur die Dankbarkeit erleben: temporär zwar, aber eine Schadstoff arme Zeit wegen ausgedünntem Verkehr. Bäume, Wälder, die Flora und Fauna und die Gewässer atmen kurz durch und erlaben sich an klarerer Luft. Der Lärmpegel geht nach unten und man hört wieder Geräusche in Stadt und Land, die bislang vom Getöse wilder Zivilisation übertönt worden waren.

Doch die Gesellschaft steht in den Startlöchern, die altbekannte Kulisse wieder aufzustellen und dürfte sich wiederum benehmen, als hätte die Menschheit noch zwei Erden ersatzmäßig im Kofferraum!

Sternstunde für Virologen! Ihnen wurde das Wort und damit das Sagen erteilt. Hinter Reagenzgläsern und Formeln hervortretend, vertreten oft zwei der Gilde vor sensationsgierigen Kameras drei Meinungen. Große Lernwilligkeit bei der staatlichen Obrigkeit und Meinungsvielfalt auch unter ihnen. Staatsdiener sind in den seltensten Fällen auch versierte Wissenschaftler. Also hört die Obrigkeit auf Fachleute, verschreibt dem Volk harsche Bestimmungen und weiss sich eines braven Bürgergehorsams sicher, auch wenn das allseitige Gestöhne nicht zu überhören ist.

Wer in den letzten Jahren die rigide Sparpolitik ministerieller Volksvertreter rügte, darf sich revidieren. Finanzströme leiten hunderte Milliarden ins Land, was erstrecht bankrottverdächtige Fremdstaaten ermunterte, ihre unersättlichen Hände für milde Gaben mit neun Nullen und mehr, uns entgegenzustrecken. Unsere Bereitschaft schöpft aus dem Vollen und vielleicht liegt die BereitSchaftsmotivation in: "Wir helfen, weil nur helfen eine Hilfe ist!"

Grotesken wollen nicht so recht zu Katastrophen passen. Deshalb seien hier einige angeführt.

Im Kaiserslauterer Einkaufszentrum ("Mall") liegen die vorgeschriebenen Ein- und Ausgänge vielleicht fünf Meter auseinander. Türen sperrangelweit offen, bewacht von grimmig dreinblickenden Ordnungshütern und -innen, in respekteinflößender uniformähnlicher Kluft und stolzem Blick, weil "Security!"

Binnen fünf Minuten, so von mir beobachtet, versuchen wenigstens fünfzehn Leutchen das Centrum zu verlassen und werden daran gehindert, den einen Schritt auf die Strasse davor zu tun; weil: Eingang ist kein Ausgang und umgekehrt... "Armes Deutschland" stöhnt ein alter Mann mit Rollator, der das nicht verstehen kann. Aber schlimmer geht immer.

"Nur 2 Kunden gleichzeitig" mahnt ein Schild am Eingang eines Bekleidungsgeschäftchens, bei dem wir schon seit Jahren Kunden sind. Der Fummelladen ist kundenfrei, wir treten gutgelaunt ein. Mehr aus Jux frage ich die vermummte Verkäuferin nach ihrer Entscheidung, wenn nun ein dritter Kunde den Laden beträte?! Ohne Flachs raunzt sie mich an: "Dann müsste ich Sie bitten den Laden zu verlassen und draußen zu warten!"

Der nunmehrige Abgang war endgültig!, wer mich kennt.

Obwohl du nichts berührt hast außer dich selbst, hast du deine Hände sowohl bei Eintritt, als auch beim Verlassen von Laden zu Laden zu desinfizieren! Die Hände sind völlig ausgetrocknet, jedes Mittel stinkt anders und du bist quasi steril, bis du beim Bezahlen deine Nummer ins Gerät tippst und die Türklinke berührt hast. Diese Pingeligkeit extrem, ruft in mir Erklärungsbedarf hervor, doch ich schweige, weil ich nicht als Mopperer gelten mag und füge mich wie all jene, die vor der einzigen Toilettenanlage des Outlets in Zweibrücken Schlange stehen. Als Nummer 14 in der Reihe seltsam verkrampft stehender Gestalten, denen wohl die Blase wie mich drückt, trainiere ich meine Schließmuskeln und rücke zur Belohnung rasch an die dreizehnte Stelle. "Die nächste Dame bitte" wird von einer Putz- und Schutzkraft, die nach jedem WC-Besucher in der Anlage verschwindet um zu desinfizieren (?), aufgerufen. Die Herren-Toilette verfügt über vier Sitzklos und ebenso viele Urinale. Hinein dürfen jeweils zwei männliche Bewerber. Das dauert, kann ich Ihnen sagen!

Dabei ließ sich das Ganze bei der "Wiedereröffnung", nach coronaler Zwangspause des Outlets so schön an. Schon am ersten Tag (Zufall!), wo bestimmte Tore für Kauflustige wieder geöffnet worden waren, waren wir zwei von vielleicht zwanzig, die sich in den Einkaufssträßchen des Ladendorfes verloren. Von all den Geschäften waren unter einem Dutzend geöffnet. Auf Nachfrage, montags: "Wir haben erst gestern davon erfahren, dass wir wieder öffnen dürfen."

Aber die Freude über unser Kundensein war außerordentlich groß und nun erfuhren wir am eigenen Leibe was es bedeutet, "König Kunde" zu sein! Da war nicht nur ein roter Teppich ausgerollt (ehrlich!), sondern kein Laden unter zusätzlich 30% (Neu-)Begrüßungsrabatt. Auf bereits reduzierte Ware! Klar, die Läger waren voll von unverkäuflicher Frühjahrsware, denn geschlossene Geschäfte verkaufen nichts. Und nun war fast Sommer! Wie gut dass wir nicht saisonal unsere Kleidung anschaffen; somit sind wir für das nächste Frühjahr bestens und günstigst eingedeckt. In guter Erinnerung auch die Riesenpackungen köstlicher Süssigkeiten, die uns an den Ladenkassen mit in die Tüte gesteckt wurden. Ja, man war von einer Dankbarkeit für jeden Euro Umsatz und es schmerzt in gleichen Läden wieder die alte Sprachlosigkeit des Verkaufspersonals zu erleben, wenn man in ihre Tempel eintritt- Bestenfalls ist die Zweckfreundlichkeit wieder eingekehrt. Das kurz aufgeflammte Wir-Gefühl ist wieder erloschen...

Im opferpfälzischen Markredwitz raunzt der Verkäufer im kleinen Tabakladen, den ich betreten hatte um eine Zeitung zu erwerben, etwas von "Maske" und weil ich den armen Kerl trösten wollte, erkläre ich: "Das geht vorbei!" Ganz aufgeregt ist er und ich staune über seine Aussage, 5.000 Euro berappen zu müssen, wenn das Ordnungsamt käme. Gutchristlich verspreche ich, bevor ich den Laden verlasse, ihm dann beizustehen. Erst als ich vor dem Lädchen zwei Kunden mit Maske warten sah, wurde mir mein Versäumnis bewußt: Mein Gesichts schütz hing brav aus der Jackentasche - unbenutzt. Sorry!

Vieles wäre noch zu erzählen, von dem Modehaus, in dem sich nur 20 Kunden aufhalten durften, was mich veranlasste hineinzugehen um zwischen den Regalen nachzuzählen, ob ich die Nr.21 sein könnte. Flugs wurde ich mit der Aufforderung hinauskomplimentiert, gefälligst zu warten bis man abgeholt würde. Nun ja, Corona und unsere Mentalität - zum Beschreiben interessant, zum Nachdenken? Lieber nicht. Aber irgendwie wollen es doch alle richtig machen, oder? Bleiben Sie positiv!