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Leitartikel

Ausgabe 162

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Egal wie die Stadt heißt, in der du dich in einer Einkaufsstraße durch Multi-Kulti-Massen schiebst: du hörst kaum noch deutsche Laute! Das geradezu babylonische Sprachengewirr fremder Zungen um uns herum, erlaubt indess meiner Frau und mir uns völlig ungeniert und laut zu unterhalten, denn es versteht uns eh keiner. Die  Angebote  eines  Sprachlabors,   vor  dem wir stehen, empfehlen Kurse in russischer, einer arabischen    oder   chinesischen   Sprache. Englisch? braucht's nicht,  denn  unsere Muttersprache welche von der Sprachästhetik eines Schiller oder Goethe weiter entfernt ist wie der Mars von einem anderen Kosmos, ist von Englischbegriffen durchsetzt, wie der Schweizer Käse von Löchern.

Obwohl persönlich einem Trendsetter näherstehend als dem gedeckten Modestil konservativer Anzug-träger, irritiert mich dennoch die unorthodoxe Kleiderordnung auf der Einkaufsmeile, wenn Abendland auf Morgenland trifft!

Was die Ganzkörperverhüllung mancher verehelichten Muslima, die ihre femininen Reize vor "lüsternen" Männerblicken zu verbergen versucht, betrifft, lässt mich als Psychologe eher schmunzeln; denn "verpackte" Geheimnisse regen erstrecht Männerfantasien an und animieren genauer hinzuschauen. Leider entdeckt solch ungewollt gewecktes Interesse auch offensichtliche Reizlosigkeiten, worauf die unerwünschte Erforschung schnell und freiwillig aufgegeben wird. Also quälen sich auch bei tropischen Temperaturen körperverhüllende Stoffe mit Inhalt durch die Passantenrudel und erweisen sich als Schador, Burka, Abaja (mit und ohne Nikab) - je nach Herkunftsland. Die Kollektion wird durch das dauerumstrittene Kopftuch, Hidschab genannt, ergänzt. Obwohl auch religiöse Motive für das Tragen dieser Kleidungsstücke angeführt werden, meckern wir am Stammtisch darüber. Aber: Die Mütter unserer Seniorengeneration bevorzugten gleichsam ihre Lebenspfunde zu verhüllen! Mittels eines geschmacklosen Einheitsgewandes: die Kittelschürze! Ein Kopftuch umgebunden zu haben war normal, sonders auf dem Lande. Das Gesicht aber bleibt freigelassen, wie beim schwarzen Schador oder Abaja auch. Ernster wird's schon beim Nikab: Gesichtsschleier und Augenschlitz, oder - mir der meist blauen Burka -   mit Gitter im Kopfüberwurf.

Bevor selbst finstere Mannen in der Ritterzeit ihre Visiere schlossen, zeigten sie Gesicht, denn anderes galt als düster und respektlos.

Ich zähle zu jener Mehrheit die erwartet, in die Augen jedes Mitmenschen sehen und Blickkontakt aufnehmen zu dürfen. In heutiger Zeit, wo du selbst als harmloser Kaffeetrinker von einer Sekunde auf die andere in eine Katastrophe verwickelt sein kannst, ist es verständlich sehen zu wollen, wer sich einem da nähert. Eine freundliche Gesinnung und Anpassung an landesüblichen Öffentlichkeitsgebarens, verschließen nichts, erstrecht nicht das sichtbare Ich! Gerechterweise muß eingeräumt werden, dass dies auch für integralbehelmte Biker gelten sollte! Ich meine jene, die sich einen Spaß daraus machen, ihr wahres Gesicht hinter einem abgedunkelten Helm oder einer schwarzen Skihaube zu verbergen; damit sie in der Achtzigerzone "die Sau rauslassen" und mit Hochgeschwindigkeit den hochgezüchteten Motor aufjaulen und die Umwelt schocken können (Infarktgefahr!) - ohne in ihrer Feigheit erkannt werden zu können. Aber zurück zu unserer mitteleuropäischen Kleidung. Eine Ganzkörperverhüllung über Kopf strapaziert manche Toleranz. Dabei sind wir hart im Nehmen, wenn wir männliches Outfit: hochgezogene, braune Socken in Schlappersandalen und zu kurzen Hosen, "schick" finden.

Unser heutiges Thema aber ist ernster!

Islamisten und Andersdenkende, darunter leider auch fanatische und gewaltbereite Naturen, gibt es seit Jahrtausenden. Darauf mit Unruhe zu reagieren, ist verständlich. Umgekehrt wäre es genauso!

Doch des Volkes Sensibilität hat deshalb zugenommen, weil das Gefühl es "nicht mehr im Griff" zu haben immer wieder Anlässe findet aufzuflackern. Dürfen wir etwa nicht erschrecken, wenn unter dem Deckmantel einer hochgepriesenen Religionsfreiheit (es werden um die 30.000 radikale Islamisten und Salafisten vermutet) dunkle Elemente ihr Unwesen planen oder sogar treiben dürfen? Wobei ich das offizielle Zahlenmaterial schon mal mit Faktor zehn multipliziere! Manche sprechen da von einer importierten Gefährdung .

Gewiß, Politik sollte keine Religion machen, doch versucht sich nicht Religion längst am Souverän, indem gutmütige Gesetzesauslegungen nicht unbedingt den Paragraphen und dem bürgerlichen Schutzbedürftnis gerecht werden? Sicherheit und Vertrauen sollten die Kinder einer Rechtsordnung sein...

Die Verquickung wirtschaftlicher Interessen auf internationaler Bühne, lässt sich nicht mehr leugnen. Siehe da - es finden sich profitlüsterne Einigkeiten. Prallen aber grundverschiedene Ideologien aufeinander, geht es schon heftiger und nachhaltiger zu! Besonders was sich unter den Symbolen des Halbmondes und des Kreuzes abspielt! Einerseits ist in ungewundener, klarer Sprache und ohne Polemik auf die bedeutsamsten Unterschiede hinzuweisen. Andererseits wäre aber auch das Verbindende herauszustellen! Da aber verschlägt es den großen christlichen Volkskirchen tunlichst die Sprache...

Versteckte sich Jesus hinter Diplomatie? Schleimte er sich etwa an und verniedlichte Gegensätze, wenn es um Wahrheit und Gerechtigkeit ging? Er verstand und gab sich als das, was er ist: der Weg! Umleitungen und Nebenpfade empfahl er nicht. Ob dies noch allen Christen und ihren klerikalen Führern klar ist?

Gläubige haben schlüssige Antworten verdient, wenn sie mit Beobachtungen des Schador und dem teils überwundeten Kreuzeabhängen nicht klarkommen. Loyalität und Linientreue zum Herrn, dem wir das Prädikat "christliches Abendland" verdanken, ist denen ein Muss, die sich in christlicher Tradition aufgehoben fühlen und sich dazu ein passendes Lebensumfeld wünschen. Dieser Wunsch ist nicht nur verständlich, sondern berechtigt.

Ich bin auf Seiten derer, die keinerlei Ambitionen verspüren, unfriedlich gegen Brüder und Schwestern anderer religiöser Orientierung , anzutreten. Es finden sich auf beiden Seiten himmlischer Vorstellungswelten Herzen der Friedlichkeit. Der Fuß des Gemeinschaftsgeistes stößt nicht nur an Kirchtürme, sondern auch an Tempel und Moscheen...

Hinter Infiltration oder Versuche der "freundlichen Übernahme" von Glaubens-Gesellschaften, stecken kranke Absichten die nichts anderes bezwecken als Machtgewinn! Mich als Christenmensch zu bezeichnen, damit bekenne ich mich zum Herrn, weiß wo ich hingehöre und wofür und wie zu beten ist.

Hassprediger, die ihr verbales Gift sogar in manchen Moscheen versprühen, sollten dahin zurückkehren, woher sie gekommen sind und wir sollten sie dabei kräftigst unterstützen! Immame, die mit und bei uns unzufrieden sind, sollten ihre Koffer nehmen und ihre Vorstellung von innerer Freiheit woanders suchen dürfen. Niemand wird gezwungen sich unsere Kirchenglocken anzuhören. Ob sie wissen, dass - wer Hass sät, seine eigenen, toxischen Früchte zu schmecken bekommen wird? Dies regelt das Hochgesetz von Ursache und Wirkung und lässt nur eine weise Entscheidung zu: die Liebe anzustreben und unser Grundvertrauen dem zu schenken, den wir "GOTT" und den andere "Allah" oder sonstwie nennen.

"I C H   bin der Weg, die Wahrheit und das Leben" erklärt jener Jesus Christus, dessen hierarchische Stellung mit der Anerkennung als "Prophet" längst nicht ausgeschöpft ist, sondern der als Sohn Gottes und Erlöser für alle die gefallen sind, Anerkennung verdient. Anbetrachts mancher Um- und Irrwege, für die wir Erdlinge uns entschieden haben, wird es dauern, bis diese wichtigste Erkenntnis allen zueigen ist. Umso mehr zählt das "Hier und Jetzt" - Schritt für Schritt. Sich dabei in den 'Zeichen der Zeit' zu verlieren, hält nur auf wenn das Engagement überspitzt wird. Dazu zählen auch die Eigenheiten textiler Andersartigkeit - lassen wir uns dadurch nicht aufhalten, sich dem individuellen Reifungsprozess zu widmen. Nur wenn unzumutbare Übergriffe, hie und da auch Provokationen zu Gewohnheiten mutieren und sich Millionen Menschen unguten Gefühlen ausgesetzt erleben, dann ist Abwehr gegen das, was die Seele unnötig verdrießt, angesagt und legitim.

Bekennermut ist angesagt. Und wenn müde Profis in kirchlicher Amtstracht dies versäumen, dann treten eben wir dafür ein.

Es lohnt sich, weil es sich lohnt ein Christ zu sein, oder zu werden.

gerhard krause