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Mit weihnachtlichen Ideen, haben wir ja nun der Vermenschlichung des Gottessohnes einen süßen, schwärmerischen Zierrahmen verpasst: das Jesuskindlein, anrührend lächelnd, mit gesunden dicken Bäckchen und offensichtlich zufrieden
darüber, sein Leben im trockenen Stroh eines kleinen Stalles starten zu dürfen. Weihnachten, das die meisten wieder mal ernährungsmäßig und geldlich überlebt haben, hat für manche Christen - und dazu gehöre ich - eine
weitaus größere Bedeutung, ja eine geradezu kosmische Dimension! Die Faszination entspringt nicht einer aufgebrezelten blauen, grünen oder falschen Tanne, vor der mehr oder weniger andächtig ein Tränenliedchen geträllert
wird und es sind ganz bestimmt auch nicht die "Ach-das-habe-ich-mir-schon-immer-gewünscht-Geschenke", die dem Fest die besondere Note Verleihern für viele schon eher der obligatorische Kartoffelsalat mit Würstchen,
der am Abend der Abende irgendwie leckerer schmeckt als sonst, oder? Es liegt mir freilich fern, den Nachhall einer festlichen Stimmung, Momente der Besinnlichkeit und fröhliches Beisammensein zu negieren. Denn es ist und
bleibt nunmal der Symboltag für Frieden - zumindest der christlichen Welt und es bleibt Zeit für den Dank an den wahren GOTT, der opferungsbereit Seinen hochgeliebten Sohn in eine Welt geschickt hat, die diesem nicht mit
unsäglicher Freude empfing. Diesem höchsten Geschöpf und 'Tat GOTTes', wurde für seine Mission tiefste Dunkelheit, Hochmut und Mordlust entgegengeschleudert! Weil in seinen Adern die unvergleichliche Liebe GOTTes fließt, hielt
der 'König der Könige' allen Anfechtungen und Qualen, in einem durchaus verletzlichen Seelen- und Menschengewand, stand. Führer, Retter, Heiler und Weg ins Leben war und ist er. Das alles sehe ich, wenn ich an das
Jesuskindlein denke. Gleich Christus, sind auch wir vorgesehen in ein Menschenkleid gehüllt zu sein. Ich widerspreche keinem, der dies als glücklichen Umstand bewertet. Einerseits! Ist doch solch eine Existenz "im
Fleische" eine unverzichtbare Erfahrung, bespickt mit allerlei Bewährungsproben und Lernprozessen, für unseren Geist, der die Option des Versagens aus dem Menschsein bezieht. Aufwärts geht's in und mit diesem Leben - wenn
wir es denn wollen und wenn wir unseren wahren Lebenszweck nicht der Flut irdischer Güter oder der Suche nach Anerkennung opfern! Dafür ist Jesus wahrlich nicht am Kreuze für uns gestorben und dafür bemüht er sich nicht,
mittels seinem geistigen Erlösungswerk: die Rückführung der gesamten gefallenen Schöpfung, zu einem guten Ende zu führen. Er hat uns ein Menschsein vorgelebt, das unserem Dasein die Berechtigung auf den 'Siegeskranz' verleiht.
Vermenschlicht zu werden, ist demnach ein überaus ernster und nicht leichter Vorgang. Daran ändern auch Babyrasseln und blau/rosa Erstausstattungen nichts. Menschsein ist von Anfang an kein Spaziergang. Dem gegenüber steht
natürlich der Sinn des Ganzen: diese Gnade, Barmherzigkeit und Weisheit des all liebenden GOTTes, uns damit die Chance zur geistigen Rehabilitation einzuräumen und unsere seelische Selbstverbesserung entgegenzunehmen. Und alles
beginnt mit der Geburt. Beleuchten wir doch einmal etwas nüchtern die Fakten. Da reift so ein Fötus in einem Mutterleib, welcher heftige Bewegungen vermittelt, mißliche Töne einer lauten Aussenwelt durchlässt, manchem
Ungeborenen durch eine rauchende Werdemutter Wohlbefinden oder gar Gesundheit raubt oder das hilflose Wesen durch Drogen oder medikamentöse Entgleisung der tragenden Mutter mit dem Tode bedroht. Hitze wie Kälte wollen an das
werdende Menschlein heran und jede Stimmung der Mutter wird zwangsläufig übertragen. Neun Monate geht es so, wenn's gutgeht! Dann zwängt sich das arme Kindlein durch einen Geburtskanal der so eng ist, als würde man einen
Erwachsenen durch eine 30cm-Röhre pressen. Stress und Angst pur! Und danach der klimatische Donnerschlag, der dem Kleinchen seine erste Gänsehaut beschert und es - zum ersten aber längst nicht zum letzten Mal - aufschreien
lässt... Gut, wenn's Kind gesund ist und wenn nicht, ist eine Herausforderung für gleich mehrere Menschen, die Familie zuvorderst - geschaffen; bis hinein in Grenzbereiche! Was man mit den Augen nicht sieht und doch der
wesentliche Teil einer Geburt ist, ist die Bedeutung der Geburt für den Werdegang des Geistes, der ja nun ins Menschsein gehüllt ist. Diese Lebensform, diese Etappe ist ihm vom alleinigen Lebensspender: GOTT, geschenkt, um
Charaktermängel ab- und damit seine Veredelung aufzubauen. Dafür muß sich der Geist, dein Geist gefallen lassen, in die Festigkeit irdischen Daseins gefasst zu werden. Ja, "Gefäße des Erbarmens" sind wir. Dabei ist
unser Geist von Anfang an auf Größe, Freiheit und Glückseligkeit angelegt worden. Abseits medizinischer Deutung, darf also der erste Schrei doch als Entsetzensschrei, gleichzeitig aber als Hoffnungsschrei ausgelegt werden?! Ich
denke letzteres, denn nun beginnt sich das Lebensrad für eine Riesenchance zu drehen. Lernen, Verbesserung, Einsichten, Reue, Frömmigkeit und Mehrung der Liebe stehen in Aussicht. So GOTT will, bleiben uns einige Jahrzehnte für
diese guten Ziele; und wenn nicht, dann weiß ER eine bessere "Schulbank" für das Individuum. Wenn du künftig wieder in ein Babygesichtchen schaust, dann könntest du dies wissenden Blickes und mit ganz neuen
Erkenntnissen im Herzen und im Kopf tun. Dann darf Platz in dir sein, für ein kleines "Dankeschön" an den Lebensspender, der wieder einen verbesserungswürdigen Geist in die Hoffnung irdischen Lebens versetzt hat und
wenn du dann das Kindlein anlächelst, dann lächelst du einen Bruder oder eine Schwester an und grüßt das junge Leben von Geist zu Geist und heißt es in einer Welt willkommen, deren Lebensbedingungen du ein klein wenig
mitbestimmen kannst - durch Nächstenliebe. gerhard krause
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