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0095

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Heilig - Scheinheilig - Unheilig

Zwei völlig unterschiedliche Berichte in einer namhaften Tageszeitung weisen ein gemeinsames Merkmal auf: Sie beschäftigen sich mit zwei Personen, die man "Heilige" nennt!
Der eine Zeitgenosse ist Herr Tenzin Gyatso, von Beruf Mönch; nicht irgendeiner   - der Dalai Lama.  In rot-gelber Kutte feinsten Stoffes präsentiert er, den manche als buddhistischer Gottkönig verehren, sich geschickt und lässt sich als "Seine Heiligkeit" ansprechen!
Der zweite Sterbliche, der Ihnen, mir und wahrscheinlich dem Rest der Welt die Heiligkeit, an der wir leider noch hart zu arbeiten haben, vorauszuhaben scheint, ist der Edelbayer mit.
Hausnamen Joseph Ratzinger. Wehrt er sich doch ebenfalls wie alle seine Vorgänger -  nicht dagegen, sich mit "Heiliger Vater" anreden zu lassen.
Diesen Herren fehlt es wahrlich nicht an gesteigertem Selbstbewußtsein, wähnen sie sich doch als "Heilige". "Denn du (GOTT) allein bist heilig" Offb.l5:4
Nanu, sollte im Vatikan das Alte Testament vergriffen sein?
Nun, dieses christbiblische Kleinwissen möchte man dem geistigen Oberhaupt Tibets nicht abverlangen, doch dem "Heiligen Vater" in Rom sollte doch theologisches, biblisches Grundwissen bekannt sein, oder?
"Und zu keinem auf Erden sollt ihr "Vater" sagen; denn nur Einer ist euer Vater, nämlich der im Himmel." (Matth.23:9) wenn der Power-Apostel Paulus von den "Heiligen der Gemeinde" spricht, meint er damit besonders tugendhafte, höchstbemühte Glaubensgeschwister   (Geistchristen  übrigens} .   Denn   die charakterliche Reinigung (sie vorzunehmen wir eigentlich auf der hielt sind!), ist heiligend. Sich zu heiligen, bedeutet demnach sich zu reinigen von Sünden, Fehlern, Schlechtigkeiten.
Waren die vom Katholizismus zu "Heilige" gekürten Männer und Frauen denn solche Kronen der Tugendhaftigkeit, Ausdrücke einer kaum erfassbaren Demut und absolut Gottergebene?
Ausnahmegeschöpfe also, die einen Platz in der Liternei aller "Heiligen" verdient haben? Selbst wenn, würde die Rangstellung von einem entscheidenden Schönheitsfehler ad absurdum geführt:
Nur GOTT der Herr vermag die Würdigkeit eines Geschöpfes vollständig zu ermessen und nur IHM ist es vorbehalten, irgendein Wesen für heilig zu erklären!
wie gut, mag mancher denken, dass es zuvor noch die "Seligsprechung" gibt. Aber auch dieses Vorstadium zum katholischen Himmel, unterliegt inzwischen inflationären Zügen, was dem polnischen Papst recht war, ist offenbar seinem Nachfolger billig: Mussten bislang im Normalfall wenigstens 30 Jahre vergehen, bis ein dahingeschiedenes Menschlein in den Seligenstand erhoben werden konnte, soll dies mit Kardinal Xavier Van Thuan jetzo bereits nach 5 Jahren geschehen! Kann man nur hoffen, dass die geistigen Bewertungskriterien dem Rechnung tragen und solche Anträge vom Herrgott unterschrieben werden...
Die Frage sei erlaubt, ob Jesus jemals auf die Idee gekommen ist, sich als Heiliger verehren zu lassen? Wir alle kennen die Antwort. Er gab GOTT alleine die Ehre und weist immer wieder darauf hin, dass er ohne den Vater nichts sei. Das ist wahre Dienerqualität! Er schleppte  keinen  massiv-silbernen Kreuzstab durch die Gegend, sondern hielt sich an einem Holzstock fest. Seine Mitra war ein Schweißtuch, sein Thron der Stein, auf dem er ausruhte, sein Altar die Natur, sein Papamobil ein alter Kahn und seine "Rollex", wie sie der Dalai Lama (was übersetzt ozeangleicher Lehrer heißt) so gerne trägt, die Sonne am Firmament.
In J e s u Fußstapfen zu treten war, ist und bleibt für uns gläubige Christen der einzig wahre Weg. Kein Mensch vermag dem das Wasser zu reichen, der sich für uns am Kreuz geopfert hat und kein Pseudoheiliger ist wie er die Brücke zurück in unsere himmlische Heimat. Das sind die Fakten.
Das Lächeln des buddhistischen Leitmönches schadet keinem und würde manchem christlichen Kleriker besser stehen, als jede Verbissenheit. Und die Übertreibungen,  sein Lächeln würde die Machthaber in China erzittern lassen und sogar "Panzerglas durchdringen", können als Schwärmereien hingenommen werden. Eitelkeit hingegen ist weit schlimmer und der Seele Gefahr!
Ob es Jesus eingefallen wäre, wie der Papst am 23.September d.J. sich nach Velletri bei Rom zu begeben, um dort eine "wunder (!) schöne Säule" (Geschenk einiger deutscher Städte) eigenhändig zu segnen? Diese Säule zeigte verglorifizierend Stationen seines Lebens auf. Nix für ungut, aber was bitteschön sollte denn der Segen erbeten? Dass auch GOTT diesem steinerne Eigenlob Anerkennung zollt? Also wenn ich den Segen GOTTes erbitte, dann erhoffe ich mir Seine heilige Kraft und überlege mir sehr gut, wofür ich das gewinnen möchte. Da nehme ich dafür mein kleines, einfaches "Kuschelkreuz" in die Hand, fühle beruhigend die sanften Kanten des Holzes, an denen ich nicht anecken kann... wenn Sie verstehen was ich meine.

Wie immer Ihr

gerhard krause