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0087

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Christliche Feste - Das Beste? (2)

Die in der letzten Folge angesprochene Forderung ist berechtigt: Die vielbeschworene, leider aber nicht stattfindende Verbrüderung christlicher Kirchen (inklusive selbst kleinster Gemeinschaften), bedarf des leitenden, uneigennützigen Kopfes. Wer die verschleppten Anstrengungen bislang eher mäßig und inzident betrieben hat, dürfte kaum für eine solch sensible Aufgabe prädestiniert sein. Machtdünkel und Geltungsstreben stemmen sich gegen jeden Konsens.
Als geistiges Führungshaupt steht Christus außer Frage. Wer aber besäße das hohe Verantwortungsbewußtsein, genügend Herz, Demut und Gerechtigkeitssinn und Mut zu Entrümpelungen, eines würdigen primus interpares, des "Ersten unter Gleichen"? Ein Papst, jemand aus den violetten Reihen, jemand Unbekanntes?
Von solch einer Person darf die Lebendigkeit eines verbindenden Geistes erwartet werden. Ein uneigennütziger Mensch vermag Gemeinsamkeiten zu entdecken, die weit über den Chor zu christlichen Hochfesten hinausgehen. Wir Christen alle haben auf die Suche nach dem DU zu gehen und das ICH hintenan zu stellen. Nicht theologische Fragen entzweiten und spalten die Christenheit   - solche Argumentation taugt zwar für den Schulunterricht,  sondern  die  Unnachgiebigkeit  in  harten, eigennützigen Standpunkten,  die erstaunlicherweise und zum Teil sehr leicht mit der eher simplen Frage zu lösen wären: Wie hätte Jesus gehandelt, wie gedacht, wie gesprochen?
Ist die Kurie glaubwürdig, wenn sie in scheinbarer Sorge verlauten lässt: "Das Ärgernis der Teilung ist nicht mehr erträglich: Es ist ein wiederholtes NEIN zu Gott und zum Frieden"?
Womöglich eine gutgemeinte Aussage, jedoch mit kleinem Schönheitsfehler insofern, dass nur Vertreter von Weltkirchen damit konfrontiert werden. Abermillionen von Christen aber sind nicht mehr in den Steuerlisten dieser Kirchen aufgeführt und müssen deshalb nicht zwangsläufig schlechtere Christen sein!
Wer "Christi Himmelfahrt" feiert, sollte beginnen das eigene Fest der Auferstehung zu bereiten! Denn unsere persönliche "Himmelfahrt" steht ja noch aus und zwar, faktisch, für alle Menschen. Es ist GOTT recht, wenn wir unsere Blicke nach oben wenden und Feiertage uns in die rechte Stimmung dafür versetzen. Initiatives Kirchengeschehen, was der Frömmigkeit dient, kann man nur befürworten. Doch wäre es ein fatales Versäumnis, wenn wir unseren eigenen Pilgerlauf, unsere geistigen Ansprüche vor lauter Wolkenschau aus den Augen verlören! Was Jesus Christus uns lehrte, war 'Hilfe zur Selbsthilfe'.
Die traditionelle Nabelschau mancher Kirchen ist ein schlechtes Beispiel für die freie Selbstverwirklichung des einzelnen Christenmenschen. Lassen die Kirchen nicht mehr  sich bedienen, als dass sie dienende  Einrichtungen sind? Wer erinnert selbstgefällige Kirchenführer daran, dass die  Missa solemnis, die 'feierliche Messe' im Herzen des Gläubigen mindestens so gut aufgehoben ist, wie in Kirchenhallen? Wenn ich ,’online’ Christus bin, dann ist jeder Tag ein Stück Ostern, und sei es nur für zwei Minuten, die ich mir zum Tagesende zur Besinnung einräume. Die Bedeutung der Geburt des Gottessohnes prädikiert sich permanent dadurch, dass ich Christ sein darf! Der Geist GOTTes wiederum begleitet mich Tag und Nacht und was wäre die Seele, ohne des Geistes Hauch? Also sind Ostern, Pfingsten und Weihnachten für den bewußten Pilger Alltag, ohne dass der Wert deshalb gemindert würde.
Wer oder was hat es verbrochen, dass Jesu aufregende Botschaft in heutiger Zeit unbedingt durch exotische Religionen oder Philosophien abgelöst werden soll?  Beispiel "Kabbala". Da entwickelt sich aus ursprünglich jüdischer Esoterik (!), die das Heilige und den GOTTeswillen zu berühren hofft, ein "Promiweg". Es sorgt tatsächlich für Aufregung, Wenn Prominente, vor allem aus der Film- und Unterhaltungsbranche, ungewöhnlich züchtige und irgendwie sogar glaubwürdige Auftritte absolvieren. Echten Langzeitchristen bleibt fast die Spucke weg, wenn Kabbala-berührte Mitmenschen bedeutungsvoll etwas, was uns allen von Kindesbeinen an geläufig sein dürfte,  wie eine große Neuigkeit verkünden: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst". Dies sei, so wird erklärt, eines von 14 Geboten  (nanu,  GOTT hat sich doch nicht etwa verzählt??). Und weiter geht's in der "neuen" Philosophie: "Weise keinem Menschen Schuld für irgendetwas zu". Die christliche Glaubenslehre strotzt nur so von solchen Empfehlungen und Geboten;  doch  sind es  "nur"  Jesu Worte, die des gottgesandten Sohnes und sind nicht dem achso-herrlich-mystischen "Kabbala" zuzuordnen... Der schon gestorbene "Guru", sprich Mystiker und Lehrveranstalter hieß Jehuda Ashiag und drei Millionen Anhänger,  die  es  geben soll, tragen als Zeichen ihrer Zugehörigkeit ein rotes Wollbändchen ums  Handgelenk.  Na  schön,  wenn's  hilft,  warum nicht? Ich jedenfalls bin auf das wahre Siegessymbol, das Kreuz stolz und ich trage es an einer Halskette. Da viel über Kompromisse geredet wird, wäre ein Beitrag darin zu sehen, die beliebte Mystik in der Spiritualität, wie sie den Aposteln und Erstchristen geläufig war und den Geistchristen ist, wieder zu entdecken?' Dann windet sich ein rotes Wollbändchen ums glaubenstreue Herz und markiert Gefolgschaft hin zu Christus. Da bin ich dann gerne dabei.
Die Normalität des Geistes ist im Ursprung seiner Schöpfung die Reinheit und Glückseligkeit. Wer oder was immer deinem Geiste den Wunsch und Rückkehrwillen zu diesem Zustand auspeitschen möchte, ist dein Feind. Die Reinigung des Geistes aber vollzieht sich über den Aufbau von Tugenden (bitte Gratis-Lehrblatt "DIE Tugenden" anfordern!) und ist dieser himmelswürdige Zustand allerdings ein großes Stück Arbeit für uns Menschen. Nichts lohnt sich mehr, als damit seinen wahren Lebenszweck zu erfüllen und es ist eben nicht damit getan, hie und da einen Gottesdienst zu besuchen oder Vorteile aus den Feiertagen zu beziehen. Wer den kirchlichen Rhythmus wie Sprossen einer Leiter benutzt und meint, sich damit   geweihten Momenten zuzuführen,   der   möge   mit Zufriedenheit belohnt werden. Unsere innere und feste Überzeugung gilt  - daraus werden Respekt und Verbundenheiten geboren. Die Glückseligkeit aber ist ein himmlisches Gut und nicht für diese Welt geschaffen. Uns bleiben die kleinen, nicht weniger kostbaren Perlen übrig: Glücksmomente. Und wer die noch nicht in seiner Kirche, nicht im geschriebenen oder artikulierten Glaubenswort, in keiner der vielen Schubladen seiner Religion gefunden hat, der greife nun, jetzt gleich, zum Briefpapier oder zum Telefon oder er mache sich auf den Weg zu einem Mitmenschen, der krank oder alt, einsam oder kummervoll, hilfesuchend oder enttäuscht ist (vielleicht von dir?). Dann nehme mit Worten oder deiner Hand dessen Seele an und sage ihm, dass du für ihn da bist, einfach so. Indem du dich für einen Menschen zum Gebet machst, erwirbst du dir einen dieser wunderbaren Glücksmomente, glaube mir, denn Geben ist seliger denn Nehmen.