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0086

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Christliche Feste - Das Beste?

Schächtet sich das Christentum selbst?
Die Christenheit muß nicht an ihrem gespaltenem Umgang mit den christlichen Feiertagen scheitern. Bedenklicher scheint mir da die auffallende Sprachlosigkeit christlicher Kreise zu den sich mehrenden Bautätigkeiten für Minarette. Christliche Großkirchen wirken dazu wie muskelerstarrt! Aber der Reihe nach.
Jeder erlebt es, manche beklagen sich, keiner wehrt sich, nichts ändert sich: Christliche Feier- und Gedenktage sind längst zu zeitlichen Urlaubsinseln und gewinnträchtigen Highlights für eine gierige Geschäftswelt verkommen. Vor allem Handel, Hotel- und Gaststättengewerbe melken jeden Feiertag, was ihnen freilich keiner verdenken kann, denn sie bedienen ja nur Ansprüche der Feiertagsreisenden! Neuerdings mehren sich Profiteure aus Vergnügungsparks, weil sich doch Ostern, Pfingsten und ähnliche Feste, besonders lukrativ für Spaß und Party eignen, oder?
Wer hingegen ein Symbolgeschehen aus katholischer Nutzgalerie sucht, wird ganz gewiß in den Kaufhäusern fündig. Sie töten umsatzverzückt den vorweihnachtlichen Nerv durch permanentes Weihnachtsliedergedudel ab. Wer diesen abgeschmackten Nostalgiemaraton aushält und am Weihnachtsabend immer noch die deutsche Weihnachtswehmut in sich verspürt, hat sich entweder wochenlang Augen und Ohren zugehalten, oder ist einfach hart im Nehmen. Wem danach ist, der kann sich dann in der Christmette des wahren Christgefühls bedienen. Dabei mögen dem einen oder anderen die Holz- oder Wachsfiguren   - im hochgeschaukelten Wettbewerb kirchlicher Krippenbauten - die Vorstellung früheren Geburtsgeschehens des Jesuskindleins, erheblich erleichtern. "Jeder wie er mag", wie die Bayern sagen! Was wäre, wenn es diese intensive Langzeiteinstimmung und christliche Kleinkunst, die "geschmackvollen" goldenen Engeleins und amerikanisierten Tannenbäume, die ja niemals Christ - Bäume waren! - nicht gäbe? Dann allerdings sähe unsere Welt viel prunkloser, stiller, andächtiger und weniger kostspielig aus. Wäre das so schlimm?
Bedenken wir doch bitte: Wenn uns die Wertigkeit christlicher Feiertage erst über Krimskrams, äußere Glanzkulisse und Dauerbeschallung nahegebracht werden kann, dann stimmt da etwas nicht und wird die wahre Bedeutung auf den Kopf gestellt.
In uns sollten sich Feierlichkeit, Andächtigkeit, Dankbarkeit und Anbetung   GOTTes   abspielen.   Je   häufiger   Kirchenschiffe, "GOTTeshäuser" genannt, mit Bühnen und Kulissen versehen und teils merkwürdige Theaterstücke oder Konzerte geboten werden, desto sicherer tritt der wohlorientierte Geist GOTTes enttäuscht in den Hintergrund; unmerklich für die meisten, für sensible Naturen aber durchaus spürbar.
Die Menschwerdung des GOTTessohnes bezieht ihre Bestätigung aus unseren Seelen! Der Widerhall des österlichen Wunders: die Auferstehung des siegreichen Geistes Christi, findet sich nur im verständigen Gläubigen und nicht in Schoko-Hasen und Ostereiern. Solange uns schlechtes Wetter die gute Laune verhageln kann, sind uns noch nicht so recht die Lichter aufgegangen, was Ostern uns wirklich vermitteln möchte.
Religiöse Feiertage, von den Schulen gerne als "Brückentage" zur Streckung der Freizeit genutzt, bedeuten den meisten Kindern nicht mehr als das, was ihnen von den Eltern vorgelebt wird. Damit wir uns nicht missverstehen: manchen Kirchenfesten stehe ich durchaus kritisch gegenüber, doch ich plädiere für mehr Aufklärung darüber, dass z.B. Jesus eben nicht im Dezember das schwächelnde Licht dieser Welt erblickte, dass die Frauen an seinem Grab seinen manifestierten Geistesleib erblickten, was auch erklärt, warum ihn die Jünger ebenfalls nicht gleich erkannten. Wer von den Kids weiß, dass sich im Pfingsereignis der spirituale Segen GOTTes auswirkte und die Geisterwelt GOTTes die Anwesenden über Medien beeindruckte?! Drei große christliche Feste, deren Handhabung die Wahrheit verschluckt! Wie aufregend, interessant und lehrreich könnten  Religionsunterrichte  sein,  würden  endlich  durchaus bekannte Details und mehr Aufklärung einfließen. Unser christlicher Glaube hätte es verdient, nicht mehr von exotischen und christusfremden Lehren ins Abseits gedrängt zu werden. Das Geistchristentum wenigstens ist bemüht, ein schleichendes Manko: der Verlust christlicher Glaubwürdigkeit, wieder auszugleichen...
Was aber ist Realität? Religion kann in den Schulen abgewählt und durch manchmal recht merkwürdige (Lehr-)Meinungen ersetzt werden. "Ethik" wird das Fach genannt. Was Wunder, wenn dann das Kreuz von den Klassenwänden genommen wird und somit der altvertraute Blickpunkt für ein morgendliches Gemeinschaftsgebet fehlt. Dass nun in Bayern von islamischen Redeführern eine Klage gegen das Kopftuchverbot mit der Begründung eingereicht worden ist, schließlich würden christliche Ordensfrauen ja auch in ihren Glaubenstrachten  lehren  dürfen,  lässt  mich  staunen.  Ein christliches Abendland sind wir und nicht nur die Schulkultur entstammt christlichem (Lehr-)Engagement. Vergessen?
Es gab Zeiten, da begaben sich wissensdurstige Menschen tatsächlich in Lebensgefahr, nur um in einer Bibel lesen zu können, denn dieses Privileg behielt sich der Klerus vor. Ich habe Kranke gekannt, die ohne das "Wort Gottes", wie es gerne genannt wird, schwerer gestorben wären. Der moderne "Bibelclip" mag zwar im Trend der Zeit liegen, doch der innerliche Vorgang, über biblische Schilderungen ins Nachdenken zu kommen und Fragen zu finden, wird immer weniger gesucht. Das meistgedruckte Buch der Welt hat man, damit man’s hat. Wie jeder aufgeklärte Bibelfreund weiß ich natürlich um die Fragwürdigkeit der biblischen Zusammensetzung, weil die Auswahl derzeit und leider von Kirchenleuten bestimmt worden war. Leider deshalb, weil der Geist GOTTes eigentlich nie geschwiegen hat, ihm aber wenig bis nicht zugehört wurde und wird. Egal, ich kann mich dennoch mit dem begnügen und in dem Trost und Ansprache finden, was GOTT zugelassen hat und als Bibeltexte zugängig lässt. Dieser Weg, ich erkläre es offen, ist allerdings und im wahrsten Sinne des Wortes nicht der "Königsweg"! Der Vorrangigkeit altchristlich bedingter, spiritueller Lehrtätigkeit ist deshalb nichts weggenommen. Es ist und bleibt der Geist GOTTes , dieses wunderbare Brückengeländer zwischen GOTT und uns, dem es in die Bestimmung gelegt ist, suchenden und wissenwollenden Menschen auf dem christlichen Pfad der Wahrheit zu halten und treulich in allen Stürmen beizustehen.
Je massiver der Schwund die Kirchen beutelt und die Gebäude merklich auskühlen - weil die Gotteskräfte wegrationalisiert und durch Blendwerk ersetzt worden sind, desto mehr Christenmenschen begreifen und beanspruchen das Versprechen Jesu, wie es in Joh. 14: 26 festgehalten ist: das Wirken der heiligen Geisterwelt. Gut so und Halleluja!

Altchristliche Werte gelangen wieder zur Geltung, werden quasi reanimiert, wenn sich die Herzen wieder in gemeinsamer Demut und Frömmigkeit vereinen, wenn sich wieder Kinderstimmen in fromme Lieder einmischen, wenn in den Schulen wieder eine Ordnung Kindern, Eltern und Lehrkräften Sicherheit verschafft. Dann ist es die Macht gläubigen Gebetes  - und mögen noch so viele darüber lächeln, welche Raufereien, Coolness und Respektlosigkeiten zu schlucken vermag. Ewige Vergangenheit? Eine futuristische Illusion? Aber das liegt doch an uns, oder? Welcher renitente Geist könnte das Heilsame verhindern, wenn wir uns wieder den ausgestreckten Händen Christi entgegenstrecken?
Glauben Sie es nur: sie ist auch heutzutage wirksam, die apostolische Bodennähe auf unserer Erde, die spirituelle Verbundenheit aller Christen, und Staubwischen in Bistümern wäre der erste Schritt einer mutigen Reformpolitik unter dem Kreuz.
Verehrung, wie sie Papst Johannes Paul II. entgegengebracht wurde, wird nur verständlich durch Aufrufe einer würdigen Qualität, wie die des Aufrufs zur Brüderlichkeit (so möchte ich es verstehen!), zum "l. Intern. Gipfeltreffen für den Frieden" in Aachen, 2003: "Mit euch, liebe Brüder und Schwestern im christlichen Glauben, muß der Dialog in Entschlossenheit weiter geführt werden." Die Worte höre ich wohl... Die Realität spottet nicht selten dem christlichen Verbrüderungsgedanken: Konkurrenzdenken und Futterneid zwischen wohlgemerkt christlichen Kirchen! Was jenseits der Grenze katholischer oder protestantischer Linien ist, wird gnaden und gewissenlos als "Sekte" bezeichnet und damit auch Menschen, die nichts anderes im Sinn haben als GOTT wohlgefällig sein zu wollen, schlechtgeredet. Da müssen wir positiv bewerten, dass die christlichen Hochfeiertage, wie Weihnachten und Ostern, eine verbindende Wirkung in aller Christenheit entfalten. Christus, so stelle ich mir vor, sitzt gerne in Christengemeinschaften, die großkirchlichem Regelwerk entwachsen sind. Und damit stellt er die vorbildhafte und verantwortungswürdige Position "seiner Jünger" fest, worüber nachgedacht werden darf. Der Christkörper wird wohl äußerst bemüht und geistdurchwirkt zu sein haben, denn nur dies genügt Christus, dem geistigen Haupt. Und wenigstens dies sollte unumstritten sein!
        Fortsetzung nächste Ausgabe!