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Der Christ und sein Auto

"Wer es eilig hat, muß langsam gehen" rät der chinesische Philosoph Konfuzius, der eigentlich Kung-fu-tse hieß. Er wusste wovon er sprach, denn er führte ein Wanderleben. Vielleicht liegt es an der natürlichen Fortbewegungsart per pedes, wie sie auch Jesus nutzte, um von Ort zu Ort zu gelangen,  dass er,  wie auch  der Konfuzianismus,  die Nächstenliebe als eine der Grundtugenden benennt?!
Konfuzius Rat ist allerdings über eineinhalbtausend Jährchen alt und ahnte nichts von unseren Gegenwartsproblemen: dass es heutzutage sicherer ist Strassenbahn zu fahren als zu Fuß zu schlendern und dass der Begriff  "Laufleistung" nichts mehr mit Schuhen, dafür aber mit dem Kilometerstand auf dem Tacho zu tun hat. Konfuzius wäre es befremdlich vorgekommen eine Ära zu erleben, in der der Durchschnittsmensch in Sitzstellung und mit Super oder Diesel im Tank das Leben durchrast. Auch das Mitleid kannte andere Adressaten. Wer ohne noblen und tiefgelegten fahrbaren Untersatz ist, erntet doch mehr Mitleid als ein Dachdecker, der demnächst mit 67 noch aufs Dach soll. Da die Jugend oftmals zuerst das Verzichtbare lernt, rast das achtzehnjährige Menschlein flugs zur Fahrschule, um Opas gespendetes Geld in einem Führerschein anzulegen. "Ohne den Schein bist du nichts", belehrte mich jüngst ein potentieller Neuzugang im Verkehrschaos und ich hatte keine Chance mit meiner Erklärung, dass GOTTes Liebe uns doch wichtig sein lässt und ER sich noch nie einen Führerschein hat zeigen lassen, um uns den Wert zu verleihen.
Gut, wir können's nicht ändern. Fahren wir also weiter Bierkästen von Punkt A nach B und dies so schnell, wie es die PS unter der Haube zulassen. Zeitschrumpfen wir bitteschön weiter und komfortabler alle Wege, damit uns mehr Zeit für die Hetze bleibt und küren wir stolz das Vehikel zum Statussymbol, wie der Bauer früher seinen Stand durch den Gamsbart am Hut. Freilich verdient eine große Mehrheit den Lebensunterhalt direkt oder indirekt durch's Auto und was so dranhängt.
Die Kehrseite ist leider der Krieg, der auf unseren Straßen herrscht und das, was driving-licence oder  "Lappen"  heißt, scheint von manchem Zeitgenossen mit  einem Waffenschein verwechselt zu werden! Ist etwa die Menschheit, die doch am liebsten auf dem Mars eine Diaspora einrichten würde, noch nicht reif für die Geschosse auf vier Rädern? Selbst in den Fußgängerzonen sind wir vor der harten Begegnung mit der "3.Art"  - nach Füße und Fahrrad -  nicht sicher. Zeigt es sich im Strassenverkehr besonders extrem, dass wir uns beinahe unmerklich zu einer Egogesellschaft  hin fehlentwickelt haben? Jeder denkt nicht nur zuerst, sondern zu oft ausschließlich an sich und die eigenen Interessen! Das lederumspannte Lenkrad in der Hand, gilt das blecherne Faustrecht: Du oder ich!
Lt. ADAC Motorwelt 1/2006 starben alleine vergangenes Jahr auf Deutschlands Strassen sage und schreibe 5400 Verkehrsteilnehmer! Tausende Male wurden Familien durch einen Blechsarg auseinandergerissen und unzählige Klagen, Fragen und Tränen drängen zum Himmel. Dazu die blutige Bilanz zig-tausender verletzter, nicht selten zum Krüppel zusammengefahrener Mitmenschen.
Auch die unfassbare Tatsache, dass es vor 35 Jahren viermal mehr Tote waren, die unsere Strassen zu Friedhöfen werden lassen enthält keinen Trost. Zu den abrupt aus dem Leben Gerissenen, gesellt sich das Leid zum einen der Angehörigen des Opfers, aber auch das der Familien der Verursacher, denn auch sie leiden unter der schambedeckten Tat des Familienmitglieds. Keiner von uns könnte sagen, es ginge ihn nichts an, denn jeder  Alltag ist mit dem Auto und dessen Wirkungsweise durchwoben.

Was können wir tun? In welchem Zusammenhang steht diese Zeiterscheinung mit unserem Christsein? PRÄVENTION ist eine Möglichkeit. Kein Mensch beginnt den Tag mit dem Vorsatz, eine Unfall zu bauen. Doch die Risiken vermindern sich, indem wir uns bewusst  vornehmen, wachsam und flexibel zu sein.
Der gute Christ setzt grundsätzlich Verantwortungsbewußsein ein!
Der technisch einwandfreie ZUSTAND unseres Fahrzeuges gibt nicht nur dir, sondern jedem Verkehrsteilnehmer ein zusetzliches Quentchen Sicherheit. Rostlauben kann es ja geben, doch eine rollende Bombe dürfen wir nicht auf die Menschheit loslassen.
Du bist ein Christenmensch - du willst Gutes tun? Nutze deine Teilnahme am Strassenverkehr und du findest geradezu unerschöpfliche Möglichkeiten, Schaden zu vermeiden und anderen nützlich zu sein. Weder Opfer noch Täter wollen wir sein. Aber ein Segen können wir sein, da, wo Aggressionen blinken, hupen oder ausbremsen. Friedlichkeit, Freundlichkeit, Rücksicht und Hilfsbereitschaft sind Tugenden, wie sie jedem Christen gut anstehen. Das christliche Gebaren verhilft dem Mitmenschen über die Straße, hilft Pannen beheben, übt Nachsicht bei Fahrfehlern anderer und vergönnt sogar einen Parkplatz! Zeige nicht die Faust, sondern lächle. “Ein Tag ohne ein Lächeln, ist wie ein verlorener Tag" wusste schon Charly Chaplin. Wir dürfen es glauben: Wer sich so verhält dem entsteht wahrlich kein Schaden, aber eine Menge Nutzen; spätestens dann, wenn wir unser himmlisches Punktekonto einsehen dürfen... "Und du sollst ein Segen sein"
1. Mose 12:2

Ihr gerhard krause