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Der strittige Streik

Oh weh! Wenn sich da mal nicht einige streikwillige Bundesbürger selber ein Windei ins Osternest gelegt haben!
Widerspenstiges  Marschvergnügen,  Arbeitsverweigerung  oder Streik  genannt,  kann kaum gutgeheißen werden oder Glück bringen, sobald Mitmenschen darunter massiv zu leiden haben. Stimmt schon, dass es vom deutschen Himmel keine gebratenen Hähnchen mehr regnet. Aber muß deshalb gleich der Krieg zwischen Gruppen ausbrechen,  die sich gegenseitig dringender brauchen, als das Auto den Sprit? Was da Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite ausfechten, geht zu Lasten einer wundweiden Allgemeinheit und ist durch keine  noch so  "vernünftigen" Standpunkte zu rechtfertigen, so jedenfalls mein Standpunkt!
Es "haben Arbeitnehmer ein Recht dazu zu streiken", so    die ohne Punkt und Komma sprechende stellvertr. DGB-Vorsitzende Ursula  Engelen-Kefer.  Damit  die  prall  gefüllten  Gewerkschaftskassen mal wieder zweckdienlich geleert werden und Daseinsberechtigungen der Verbände vorgewiesen werden können, muß man verstehen dass sie  - wie es für eine Hardlinerin üblich ist -  Mitglieder von den Arbeitsplätzen wegflötet. Man darf ihr mit der Bibel antworten: "Alles   ist   erlaubt, aber nicht alles ist gut für mich", so gemäß   l.Kor.6:12. Wer könnte zudem einer solch betörenden Aussage wiederstehen: "Es geht darum, dass Menschen ein anständiges Leben führen können. " Wenn von "anständig" die Rede ist, darf der moralische Aspekt nicht unbeleuchtet bleiben. Ist es anständig, wenn Kindergärten geschlossen, Ärzte mit dem Rücken zu Patienten auf die Straße gehen, manipulierte Fahrbahnverengungen Menschen Nerven und Geld rauben. Müllberge da zum Himmel stinken, wo man vorher dreißig Euro Ordnungsstrafe für eine weggeworfene Kippe zu löhnen hatte?!
Rote Fahnen werden geschwenkt und Gewerkschaftsbrötchen von welchen die das den Mitbürgern antun, die keine Wurst und Brötchen mehr haben, seit sie z.B. arbeitslos oder "geharzt" sind... Und darin liegt die Crux: Die einen haben Arbeit und sind nicht zufrieden damit, die anderen wären zufrieden, wenn sie diese Arbeit hätten! "Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen" (l.Mos.3:19), wurde der Menschheit schon früh aufgetragen. Wie verträgt sich damit Dämon Arbeitslosigkeit, bittere Einschränkungen, gnadenlose Streichungen, Gesetzesänderungen am Fließband, groblöchrige Sozialnetze, marodierende Zuschüsse, erdrückende Steuerlasten, Kürzungen bis auf Null, atemraubende Zwangsabgaben usw.? Wird über diese steinigen Wege etwa unsere Leidensfähigkeit getestet? Von GOTT nicht, denn Er hat den Karren nicht in den Dreck gefahren. Im Gegenteil, wenn jemand die hausgemachten Nöte zu bewältigen bereit und fähig ist, dann  E r ! "Euer Vater weiß ja, was ihr nötig habt, bevor ihr noch euren Mund zum Gebet öffnet." (Matth.6:8). Die Fragen aber sind: haben wir immer nötig, was für nötig gehalten und wofür protestiert wird und: öffnen wir unseren Mund zum Gebet? Gewiß, es gibt Härtefälle und Ungerechtigkeiten, auch und gerade für Arbeitnehmer und...es gibt Provokationen, die zusätzlich für Unmut sorgen. Ehrlich gesagt,gönne ich dem schuftenden Arzt eher das Einkommen eines Vorstandsvorsitzenden, dessen  Spesensätze  den  Arztverdienst  nicht selten übersteigt. Anstand und Fingerspitzengefühl sind offenbar Mangelware geworden und der Blick auf das eigene Wohlbefinden scheint zunehmend sturer und bestimmender zu werden; Fronten verhärten sich! Vielleicht halten manche Zeitgenossen im Zusammenhang den zweiten Teil des hohen Liebsgebotes: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!" für unangebracht in faktischer Diskussion,   untauglich für Tarifprobleme, für deplatziert,   wenn's   um   Sachfragen geht. Nächstenliebe mag schwerfallen, wenn Arbeitsverweigerung die Funktionalität ganzer Betriebe in Frage stellt und Unternehmen mit Ausschluss kontern. Doch der Weg zur christlichen Nächstenliebe  - und noch leben wir in einem christlichen Abendland -  ist mit Verständnis, Rücksicht, Flexibilität und Kompromißbereitschaft gepflastert. Mindestens das.
Die Bibel weist nicht nur inthronisierte Arbeitgeber aus: Herrscher also, für die ganze Völker buckelten. Abraham war mit seinen großen Viehherden ein reicher Mann und hatte viele hungrige Mäuler zu stopfen. GOTTes Segen lag über  seine  Unternehmungen  und  jeder  tat,  was  ihm auf getragen.
Jesus fühlte sich in erster Linie für das Überleben  - im doppelten Sinne des Wortes -  für seine Jünger und Anhänger verantwortlich. Er versorgte sie nicht nur mit Brot und Fisch und GOTTes Segen lag über allen Beteiligten der Mission.  Keiner  der  Beauftragten  streikte  gegen  den schwierigen "Job" an, des Meisters  Wort  zu  verkünden, Kranke zu heilen und böse Geister auszutreiben (Matth.10: 8). Dabei mussten sie nicht nur umlernen: der Fischer Petrus avancierte zum Menschenfischer,  der Arzt Lukas heilte dann mit GOTTes Kraft usw., sondern konnten nicht einmal mehr pendeln, da sie ihr Zuhause und normales Leben aufgaben. Gewiß, nicht jeder ist berufen wie jene Auserwählten. Und doch stehen wir vor gleicher Wahl in der Beanspruchung von Tugenden wie: Bescheidenheit, Zufriedenheit, Demut, Fleiss, Loyalität, Moral.
Aufstand und Uneinverständnis gab es auch damals,  als 72 seiner Anhänger Jesu Reden für zu hart hielten und nicht mehr bereit waren, sein Leitbild zu vertreten. Also gingen sie (Joh.6:66)! Gestreikt und andere davon abgehalten,  weiter  mit  Jesus,  dem  Chef  zu  gehen,  hat keiner...Rüde Methoden, die justiziabel und manchmal wie Nötigung wirken,  drängen  sich  wie  eine  unerträgliche Zeiterscheinung auf.
Gegen alles Protestgeschrei bleibt es eine harte Tatsache: Wir haben keinen Anspruch auf ein leichtes Leben. Wenn auch subversive Kräfte  aus  unserem  Planeten,  der  ja geistig betrachtet eine Bewährungsebene darstellt,  ein wildbuntes Volksfest zu machen beabsichtigen, ändern all die Tollheiten nichts am Lebenszweck, seinen Frieden zu finden und Friedlichkeit  zu  verbreiten.  Streik  ist Streit, doch muß Streit Streik sein?
Wer immer sich bemüht, seinen Kindern und Kindeskindern ein verträgliches und glaubensgetragenes Verhalten vorzuleben, wird gesegnet sein. Dann haben wir Einen an unserer Seite, der an keinem unserer Probleme scheitert, ist Er doch a-1-l-m-ä-c-h-t-i-g ! Wer könnte ohne Frevel behaupten, es gäbe einen größeren Helfer? Ach ihr Kopfmenschen... könnte man aufstöhnen. GOTT ist ein GOTT der Liebe und Er verspricht allen: "Wenn nun ihr als sündige Menschen dennoch die Gesinnung habt, euren Kindern nur gute Gaben zu verabreichen, um wieviel mehr wird euer himmlischer Vater nur Gutes denen geben, die ihn darum bitten. - In  allem   behandelt eure Mitmenschen so, wie ihr es wünscht, dass sie euch behandeln möchten." (Matth.7:ll,12)
Die Osterzeit  - eine passende Gelegenheit sich  diverser Dunkelheiten zu entwinden, nicht nur wettermäßig. Seelisch sollten wir uns von Ängsten verabschieden, mit denen wir in Aufregung, Protest, Zorn, Maßlosigkeit und Starrköpfigkeit getrieben werden können. Angst ist niemals ein himmlisches Produkt, dafür aber Vertrauen, Zuversicht und Glaube, so gut es einem gelingt. Ostern steht für die Befreiung von der Last einer Schuld, die Jesus Christus für uns mit ans Kreuz nageln ließ und Ostern steht für die Freiheit des Geistes. Jeglicher Akt von Selbstbefreiung findet seine Chancen im Alltag, ganz profan mag das anmuten und doch sind wir im Menschenkleid und haben uns in Vorgängen und Herausforderungen zu bewähren, deren geistige Bedeutung uns dann nahegebracht wird, wenn wir gewissenhaft und ganz persönlich darüber nachdenken, was falsch und richtig ist.
Ostern, eine gute Gelegenheit dazu, so män isch!
CHRISTUS ist auferstanden und mit ihm das Licht. Halleluja!

Frohes Fest und das Licht des Friedens wünsche ich,

gerhard krause