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0077

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Ich bin Deutschland

Toll, was sich da kluge Werbestrategen haben einfallen lassen, um unser krisengebeuteltes Völklein wieder auf Vordermann zu bringen. Sie kennen doch diese eindringlichen und prominentengestützten Werbespots made for germany "DU BIST DEUTSCHLAND"?!
Aha! Jubeln wird, wer jemals unter einer Identitätskrise oder minderem Nationalbewusstsein gelitten haben sollte. Wir sind also nicht irgendwer, mitnichten, wir sind das Land! Hurra!
Kaum dass sich einige (vor allem Nichtkatholiken) von der Bildzeitungs-surprise erholt haben ("Wir sind Papst!"), dürfen wir gleich den ganzen Staat in unserem kleinen Ich entdecken, was ja irgendwie wahr ist.
Was sagt mir Psychologen solch gewaltige Motivation? Der Stolz auf sich, Verzeihung, auf unser Land wird geweckt, die Identifikation gefördert, Selbstbewusstsein aufgebaut. Ziel: die Zuversicht anzuschieben, sich als David wie Goliath zu fühlen und sich auf die "Packen-wir's- an"- Manier einzulassen.
Wenn ich schon Deutschland sein soll, dann mochte ich meine Persönlichkeit nicht nur mit den angenehmen Seiten des Landes verschmelzen, nicht nur die Rosinen genießen; dann soll es alles in allem sein, bitteschön. Also bin ich auch die Millionen Arbeitslosen, die 1-Euro-Jobler, bin ich Korruption, Reglementierwut und Bürokratismus. Die zunehmenden Insolvenzen bin ich und kinderarm. Ich keuche unter unzumutbaren Energiepreisen, erröte wegen der Pisastudie, bin der Lastendruck und "Hartz IV". Alles bin ich gefälligst, alles bist du, wir sind Deutschland!
Bitte haben Sie jetzt keine Sorge, diesem Leitartikel wurde der schwere,  politische  Umhang auf gedrängt. Es bleibt dabei: dieser Platz ist und bleibt spannenden Glaubensthemen vorbehalten.
Meckern kann freilich jeder. Gibt es denn einen besseren Weg, den optimistischen Tatendrang anzufüttern, die Kraft positiven Denkens abzurufen. Anstand zu forcieren und soziales Engagement freizusetzen?
JA!
"DU BIST CHRIST!"
Erinnern wir uns, Gast auf Erden und bestenfalls in einem Pilgerlauf zu sein. Unsere wahre Heimat liegt im Geistigen! ''Bürger des Himmels' sind wir, registriert und als solche erwartet. Mit der Lehre Jesu lebt es sich christlich, in "der Hoffnung auf ein neues Leben, zu einem unvergänglichen, vollkommenen, unzerstörbaren Erbe, das in den himmlischen Sphären auf euch wartet." (1.Petr.1:4) Dieses (Selbst-)Verständnis liefert doch genau das, was nicht nur unser Land, sondern eine ganze Menschheit zu fördern vermag! Mit der selbstbewussten Einstellung "ICH BIN CHRIST" wähle ich die Partei Christi  - ihn in seiner Subordination gewissermaßen als "Kanzler" - und partizipiere jederzeit aus einem Ewigkeitsprogramm das deshalb zeitlos ist, weil es keine Legislaturperioden und leeren Wahlversprechungen kennt. Es obliegt den Ambitionen eines jeden, sich "sein" Lebensprogramm zusammenzustellen und akkumulierte Motivationspunkte zur Wirkung zu bringen.
Der soziale Aspekt ergibt sich für den Tat-Christen aus den hohen Liebesgebot, den Nächsten wie sich selbst zu lieben. Dass es dabei um mehr als Krisenbewältigungen und Rezession geht, ist absolut kein Hindernis, denn GOTT scheitert in Seiner Allmacht an keinem unserer Herausforderungen. Was für den geistigen Fortschritt geeignet ist, taugt allemal für den irdischen. Tugenden wie Kraft, Eintracht, Fröhlichkeit, Einsicht oder Standhaftigkeit bringen gute Fruchte - hüben wie drüben!
Nicht, dass der deutschen Volksseele Weltmeisterlichkeit im Jammern unterstellt wird ist traurig, sondern die Lust, diese Veranlagung auszuleben. Unarten und eingefahrene Gewohnheiten sollten uns nicht überschatten, sondern bewältigt werden, zugunsten frischer, seelisch-innovativer Art.
Weiss man doch seit Kaisers altrömischen Zeiten, welch guter Bürger der Christ ist. Das hat seinen Grund. Mit GOTT, dieser einmaligen Macht im Universum, ist gut Kraft und Selbstvertrauen haben. Das geistige Gesetz: Tust du, was GOTT will, dann tut GOTT, was du willst! So einfach und doch so unfassbar großartig ist das. Dem steht in der Hauptsache eine sperrende Egozentrik, mit allen üblichen negativen Randprodukten entgegen. Wer seinen Willen, seine Absichten, Fähigkeiten und Möglichkeiten für das Miteinander einsetzt  - was doch christliche Glaubenslehre sein sollte, hilft jede Talfahrt zu bewältigen, nationale und auch globale und persönliche sowieso.
Was es braucht, sind Vorbilder. Wie der Herr, so das G'scherr? Es ist klar: Der Volksvertreter darf nicht zum Volkstreter, der Diener (Minister heißt nichts anderes!) nicht zum Herrn des eigenen Volkes werden. Unablässig am leergemolkenen Euter der Kuh zu zerren, macht keinen Sinn und ist doppelt verwerflich, wenn der Senn die Milch selber säuft. Begnügung, Augenmaß und Ehrlichkeit sind Eigenschaften, für die jeder gerne beten mochte, wenn denn die Absicht dazu erkennbar ist! Mit dem Slogan "DU BIST DEUTSCHLAND" ist de facto auch gesagt: Du bist ein christliches Land und wenn du dir dessen bewusst bist, stehst du auf der sicheren Seite. Dies wäre, was ich zu erklären wüsste; damit wir das Lächeln wieder finden können. Mach mit, lieber Christ, es lohnt sich, so män isch jo bloss, Ihr

gerhard krause