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0076

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“Und Friede den Menschen auf Erden” - Gedanken zur Weihnacht

Als sich während des 2.Weltkriegs die verfeindeten Armeen gegenseitig Tag und Nacht den Tod um die Ohren hauten, da wurde den Soldaten beidseits der Front seltsam zumute. Es blies ein Friedensengel in der Weihnachtsnacht besänftigenden Friedensstaub durch die Kampfschwaden von Gas und Pulver. Also herrschte für einige Stunden Waffenstillstand. Die wehmütigen Lieder, welche den rauhen Kehlen geschundener aber tiefergriffener Männer entströmten, glichen sich, wenngleich sie in verschiedenen Sprachen schier bis zur fernen Heimat durchdringen wollten. Irgendwie passten die Tone, wie unwirklich, nicht zum grausamen Geschehen und ließen Kämpferherzen bitterlich weinen. Die große Sehnsucht nach Frieden liegt fest im Geist verankert und nur in der Nähe GOTTes fühlt er sich absolut sicher und geborgen. Es ist eine Ursehnsucht, die selbst die verhärtesten oder gleichgültigen Naturen in sich tragen.
Bevorzugt nicht jeder Mensch, danach gefragt, "Ruhe und Frieden"? Trotzdem und deshalb pervers, quälte die Menschheit seit der letzten globalen völkerschiacht, schon wieder einige hundert kriegerische Auseinandersetzungen, größere und kleinere.  Aus geschichtlichem Desaster scheinen Menschen demnach nichts zu lernen. Als Ergebnis dessen, muß der einzelne aus der persönlichen Erfahrung, aus Schinerz, Aggressionen lernen, es zu versuchen zu verzeihen - anderen nicht zuzufügen. Jeder von uns muß Frieden in eigener, kleiner Welt schaffen wollen!
GOTT ist weise und nutzt unangenehme Wirkungen, wie wir sie uns bereitet haben, um uns in friedfertiges Gebaren zu führen. Mag auch Seine Liebe sanft sein, so reagieren wir doch manchmal infolge Unverständnisses krass auf  Geschehnisse, die wir einfach nicht begreifen wollen oder können. Der Häng sich mit eigenen Vorstellungen durchzusetzen, lässt dann viele die Ellenbogen einsetzen. Dann ist vergessen, dass es die Liebe war und ist, mit der Jesus Christus alles besiegt, was die Geschöpf lichkeit gefangerihalten konnte.
Liebe ist also das Zauberwort, denn Liebe speist den Frieden und die innere Freiheit!
Wie wäre es mit folgender kleiner Legende dazu?
Zwei aufgebrachte Feldherren planten Krieg gegeneinander und jeder der beiden schickte Späher aus um zu erkunden, wd die Schwachstellen des Gegners zu finden wären. Dort sollte dann der kriegerische Durchbruch stattfinden. Aber wo immer auch die Späher an die Grenze zum Feind gelangten, trat ihnen die Gestalt eines alten Einsiedlers im einfachen Gewand gegenüber. Stumm und unbeweglich blickte er auf die Späher und seine Augen strahlten eine derartige Liebe und Freundlichkeit aus, dass sich die Vorhut außerstande sah, ausgerechnet diese Stelle für den Einmarsch ihrer Truppen zu benennen. Die Späher kamen an der gütigen und friedlichen Ausstrahlung dieses einen Menschen einfach nicht vorbei. So kam es, dass sich die beiden Feldherren davon überzeugen ließen, ihre kriegerischen Absichten aufzugeben!
Warum sollten nicht wir, warum solltest nicht d u ein solcher Friedenswahrer sein? Die Qualität jeder arglosen Liebe ist kostbar und erfreut sich der positiven Wirkung. Sie ist stärker als alles andere im Dies- und Jenseits, die Liebe, und sie siegt immer!
"Jetzt bleiben uns diese drei Geschenke zur Verfügung: Glaube, Hoffnung, Liebe. Das größte unter ihnen aber ist die Liebe.' l.Kor.13:13
Stellen wir uns also - in unserem ganz persönlichen Verantwortungs- und Lebensbereich - den ünfriedlichen. Streithähnen und Provokateuren unerschrocken entgegen. Die Kraft unserer Überzeugung und gute Grundhaltung des geistgefuhrten Christenmenschen werden uns helfen, böse Worte, Harne und Angriffslust verpuffen zu lassen. Es ist ein Fehler, an der Machtwirkung des rechten Wortes und am günstigen Ergebnis seiner konsequenten, aber sanften Ausstrahlung zu zweifeln. Selbst wenn überall Feindesland wäre und das weite Feld einer gleißenden Vielfalt alles verwirren möchte: die Blumen des Guten fallen unbedingt auf!

Mögen manche Häuser und ganze Ortschaften noch so friedlich wirken: häufiger als man glaubt, herrscht Kleinkrieg hinter den Mauern! Wir sollten aber das christliche Bedürfnis verspüren, für ein bemühtes, geduldiges Miteinander einzustehen; auch wenn dies Selbstüberwindung, Toleranz, Nachsicht und manchmal den ersten versöhnlichen Schritt erfordern sollte. Sich in kluger Nachgiebigkeit zurücknehmen, verhilft oft dem Frieden zum Erfolg! Darauf kannst du dann stolz  sein.
Nachgiebigkeit in einem Moment, wo Flächenbrand droht, erfordert ungleich mehr Stärke als ständige Herummaulerei.
Die Schuld bei anderen zu suchen, verbaut gewaltig den Blick auf eigene Mängel.

Lux lucet in tenebris - Licht leuchtet in der Finsternis! Leuchte du und warte nicht darauf, dass dir Licht sei. Jesus Christus, das Licht der Welt(en), machte es uns in seinem Menschsein vor und führt diese Vorbildhaftigkeit in seinem geistigen Erlösungswerk solange weiter, bis wir endlich wieder dahin gelangt sind, woher jene Lichtwesen gekommen waren, die   zu den Hirten auf dem Feld bei Bethlehem sprachen: "Ehre sei GOTT in der Höhe, und auf der Erde sei Friede in den Herzen der Menschen, die guten Willens sind."

Wer sich dieser Botschaft freudig hingibt, mit dem ist GOTT wohlversöhnt und in heiliger Kraft verbunden. Dann hast du keine Legende von Gestern geschaffen, sondern etwas, woraus du in alle Ewigkeit zehren werden darfst. Das, so meine ich, lohnt sich und bin mit Ihnen in dieser Gesinnung besonders über das Christfest verbunden. Ein 'Fröhliches Weihnachten', ein friedvolles Fest wünscht Ihnen, Ihr
Gerhard Krause und alle Mitarbeiter.