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0069

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Jesus Christus - Das wahre Wesen - Teil 4

Es fällt dem Betrachter der Heimat Jesu nicht leicht, sich die Aufregung vorzustellen, die Jesu Wirken in diese ruhigen Landstriche brachte. Dieser Nazarener war schon eine auffallende Persönlichkeit und seine sanfte Art sprach an. Verbündete er sich aber mit dem Gedanken der Kritik, dann konnten seine Augen blitzen und deutliche Gesten wuchteten klare Worte über die zusammenzuckenden Köpfe einer Zuhörerschaft, die sich durchaus betroffen fühlte.  Jesus war nicht gekommen zu streicheln, sondern um Masken und Selbstbelügungen herunterzureissen.
Manche folgten seinen Spuren, um einen vermeintlichen Großsprecher und Scharlatan zu erleben. Jesus wiederum nutzte deren hellwache Aufmerksamkeit, um ihnen direkt ins Gewissen zu reden!
Die anderen, die hochinteressierten Volksgenossen, wollten kein Wort und keine Tat versäumen und bedrängten ihn aufs engste. Um Seinen Sohn in dessen Bedeutung auszuweisen, geizte GOTT nicht mit Zeichen und Wunder, die zur Predigerarbeit Jesu gehörten.
Wenn Jesus das dringende Bedürfnis zeigte, sich von einer bedrängenden Zuhörerschaft zurückzuziehen,  um für Stunden mit sich und der geistigen Welt alleine zu sein, dann war dies gleichzeitig eine Art professionelle Distanz die der Heiler benötigte, um nicht von den Ereignissen verschluckt zu werden.
Wir staunen über das religiöse Geschichtchen, Chnstophorus habe das Jesuskindlein eine Bachbreite weit unter größter Mühe getragen. Jesus Christus trug das Leid der gesamten gefallenen Schöpfung bis ans Kreuz...

Nicht selten rief man Jesus zurück, wenn er dem Trubel mit einem Boot für wenige Stunden entfliehen wollte. Dann verbrachte er noch manche Abendstunde im Kreise einfacher Menschen, die seine Nähe brauchten.  Sie wollten ihn  nicht loslassen und manche letzte Hoffnung von Todkranken, Notleidenden, Bedrückten und Hoffenden wurde auf ihn gesetzt. Um diesem Erwartungsdruck gerecht werden zu können, musste Jesus delegieren, sich quasi vervielfältigen! Deshalb schulte er seine engsten Anhänger und führte sie in ein tief schichtiges, spirituelles Wissen ein, denn die Hintergründe allen Geschehens und das Gesetz von Ursache und Wirkung sollten sie kennen, um einschätzen und helfen zu können. So wurden seine Jünger zu Jesu verlängertem Arm und predigten, heilten Kranke an Leib und Seele und befreiten Besessene von ihren Zwängen. Kernstück allen Bemühens war die Heilsbotschaft: der Erlöser war gekommen!

Heiligenscheine können nicht darüber hinwegtäuschen, wie wenig "pflegeleicht" Jesu Jünger waren. Aber sogar die aus fehlgeleiteter Selbsteinschätzung stammende Streitfrage, wer von ihnen denn nun "der Größte" sei, war nur dem Ehrgeiz einfacher Menschen entsprungen, es dem Herrn recht machen zu wollen. Wer möchte da den ersten Stein werfen? Dennoch mag Der GOTTessohn gelegentlich gen Himmel die Frage gestellt haben: 'Herr, das also sollen die Bausteine sein, mit denen ich den Turm Deiner Kirche fundamentieren soll?!'
Die Liebe zu den ihm Anvertrauten wird gewachsen sein dann gehört zu haben: 'Siehe, wo sind die  anderen geblieben?  Diese aber sind bei dir!' Zu wissen, welche Schicksale eine aufgebrachte Welt seinen Jüngern bescheren würde, dürfte Jesus manche tränenreichen Stunden beschert haben. Also galt es sie stark und widerstandsfähig zu machen, damit sie den Hasstiraden, Schmerzen, Verleumdungen und Wahrheitsverdrehungen nicht nur gewachsen sein würden, sondern auch noch zu vergeben in der Lage sind.
Tränen und Seelenpein seiner späteren Apostel, waren längst vorher bereits die seinen. Doch er sah auch den Einzug der Getreuen in die Herrlichkeit voraus und dies war ihm Trost, der sich in alle Ewigkeit in größte Freude wandeln würde.
Da sich Jesus als Hirte aller verstand, versuchte er seine Volksgenossen für eine Ordnung zu sensibilisieren, die sie wie ein sicheres Geländer der Auferstehung zuführen konnte.
Die innere Ordnung baut auf den Willen, sich vom "alten Menschen" zu trennen und die äussere Ordnung kennzeichnet sich aus der tatchristlichen Lebensweise! Jesus zeigte auf, dass auch die beliebten Mosaischen Gesetze von seiner Lehre profitieren und Lebendigkeit deshalb beziehen würden, weil nur die LIEBE leben lässt, Leben bewahrt und Leben beschert! Die Seele des guten Gebotes, der Lebenssaft des tauglichen Gesetzes, können nur aus dem Bund von Demut, Selbstlosigkeit und Achtung entwickelt sein. Demzufolge wandte sich Jesus beherzt gegen die Krücken heuchlerischen Gehabes, gegen Scheinliebe und "gute Werke" zum Selbstzweck. Dies musste ihm Feindschaft einbringen! Es war die Bereitschaft, sich eine der härtesten Prüfungen auf GOTTvertrauen und Selbstlosigkeit zu stellen, als sich Jesus in der Nacht vor seiner Verhaftung in den Garten Gethsemane begab. In der Felsenhöhle kauerte er sich nieder, ging in die Besinnung und geriet in eine Art Gebetstrance. In rasender Folge liefen vor seinem geistigen Auge Bilder vorbei; Szenen schrecklichster Greueltaten, vergangenen und künftigen Kriegsgemetzels, Unholde zeigten sich, häßlichste Verfehlungen offenbarten sich ihm, Demagogen aber auch Meister der List und Tücke, verfallende Kirchen, wahnsinnige Moralvorstellungen blitzen vor seinen Augen auf und besorgten ihm Erkenntnisse, die ihm das Blut aus den Poren trieb! Von Fieberschüben gebeutelt hatte er sich immer wieder der Frage zu stellen, ob seine Liebe und Vergebung auch für diese satanischen Früchte reiche; waren doch alle Verursacher, Opfer und Mitläufer einst reine Engel gewesen! Unvorstellbar dieser Druck, der auf ihn geworfen und ihm nicht erspart werden konnte. Aus eigenem Willen und erflehter Kraft hatte er zu beweisen, allen Versuchungen, allen Bösartigkeiten dieser Welt widerstehen zu können und sich als Heiler zu bewähren.
"Mein Vater, wenn es möglich ist, so laß diesen Kelch an mir vorübergehen; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst." Da war sie wieder, diese von Kind an geübte GOTTergebenheit. Es drängt den gepeinigten  Menschen in höchster Not nach Beistand, doch seine Jünger waren eingeschlafen. Sich verlassen fühlend, warf er dem Petrus enttäuscht vor: "Also nicht einmal soviel Kraft hattet ihr, auch nur eine Stunde mit mir wach zu bleiben? wachet und betet, damit ihr nicht in der Versuchung zu Fall kommt. Der Geist ist zwar willig, aber das Fleisch ist schwach."   (Matth.26:40,41)
Selbst in seinem außerordentlich beanspruchten Zustand, sorgte sich Jesus um das Wohl der ihm Anvertrauten. Sie sollten nicht zu Fall kommen! Die Einsichten in die Schrecklichkeiten dieser Welt hatten seine Seele drangsaliert und auszubluten versucht. Falls er bereits das Blut seines zerschlagenen Gesichtes schmeckte und ihn die tiefen Wunden seines gegeiselten Leibes tausend Peinigungen bereiten konnten, wenn er vorher schon die zerfetzten Hände und Füße an sich entdeckt und den tiefen Stich der Lanze in seine Seite gespürt haben sollte, wenn er die langen Dornen der Marterkrone in seine Kopfhaut  eindringen  gefühlt  hat,  schon  bevor  er  den Verräterkuß des unseligen Judas zu schmecken bekam,  dann fasste sich das alles zu einer der letzten Möglichkeiten zusammen, den Selbsterhaltungstrieb siegen und das Erlösungswerk sein zu lassen!
Doch Jesus weckte ein letztes Mal alle, die er lieb hatte und schritt,geschwächt aber gefasst und ungebrochen, mit ihnen in den Garten, um sich dem Abschluss seines Lebens zu stellen.
"Ein andermal könnt ihr schlafen und ausruhen. Jetzt ist die Stunde da, wo der Menschensohn den von Gott Abgefallenen in die Hände geliefert wird." Der Menschensohn war fest entschlossen, mit dem letzten Tag seines Lebens die Pforten der Hölle zu durchbrechen!  Der Mensch Jesus bewies die Kraft und Würde des Geistes Christus und Luzifer mitsamt seinem Höllengekreuch hatte Grund, zu zittern  zu  beginnen  und  es  bemächtigte  sich  ihrer die bohrende Gewissheit, mit dem ausgestreuten Hass gegen Jesus Christus einen entscheidenden Fehler gemacht zu haben; denn nun warf sich die Woge herum um sie zu verschlingen!

Wird fortgesetzt!