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Jesus Christus - Das wahre Wesen - Teil 3

Auch wenn die treueren Begleiter Jesu Auserwählte und Menschen waren, deren Vergangenheit - vor Jesus - völlig andere Lebensplanungen bedient hatte, scheiterten einige von ihnen letztendlich am wankenden Glauben! Sie hielten die Erwartungen des Herrn für überzogen und sie, die oftmals alles aufgegeben hatten, nur um mit Jesus staubige Wege zu beschreiten, hielten manche seiner Ausführungen für schlichtweg unzumutbar. "Das ist eine harte Rede, wer kann sie hören?" kritisierten sie ihren Meister (Joh.6:60) und dieser forderte sie in gleicher Offenheit: "Gereicht  diese meine Lehre euch zum Anstoß?"
Diese Frage war weniger auf eine Antwort gespannt, sondern mehr rhetorischer Art und bezweckte die moralische Auseinandersetzung mit dem, was er gesagt hatte. Von Kind an war dem Menschensohn gegeben, menschliche Schwächen und Verhaltensweisen zu begreifen. Also rechnete er bei manchen seiner Anhänger durchaus mit nachlassender Begeisterung, entdeckte heiniliche Hoffnungen auf unbescheidenen Gewinn aus dem Kontakt zu ihm, entlarvte egoistisches Vorteilsdenken, erlebte, wie die Frische gerade erst geweckten Interessen verblasste und konnte nicht jeden motivieren durchzuhalten, wenn es um die Stetigkeit tugendhaften Verhaltens und der Selbstverbesserung ging. War erst einmal der Zweifel zugelassen und die alte Bequemlichkeit des laschen Geistes auf dem Vormarsch, dann war die Entscheidung sich von Jesus loszusagen, nicht weit. Ungestillte Erwartungen und falsche Vorstellungen nährten die Unzufriedenheit und türmten Wälle zwischen den Schwächelnden und Jesus auf. Der konfrontierte diese unverblümt mit der Tatsache: "Doch gibt es manche unter euch, die keinen Glauben haben. " Jesus hatte den Durchblick, erfasste die Verfassung und damit die Orientierung des Geistes, der sich da hinter dem Menschenkleid verbarg. Wissen kann belasten und er, der mit seinen Hinweisen oftmals den Geist meinte, wurde vom Träger: der menschlichen Natur, oftmals mißverstanden ! Das gottgegebene "Gnadengeschenk", auf das er verwies, war und ist die Gebundenheit des Glaubens an seine Person. Ihn als den Weg, die Wahrheit und das Leben zu erkennen und dem zuzusprechen, ist wahrhaftige Gnade! Damals wie heute geht den verschiedensten Menschen der Sinn für die Bedeutung Christi und welches Geschenk es ist, sich für ihn entscheiden zu können, bedenklicherweise ab. Christsein ist eben keine Selbstverständlichkeit!
Jesus war ein Mensch wie du und ich, der enttäuscht werden konnte. Jeder Rückschlag, jedes Unverständnis, jede Affront musste von ihm aus eigenem Potential verkraftet werden! Ihm war klar, wie eng die Zeit, die er zum Aufbau eines, Fundamentes auf dieser Erde zur Verfügung hatte, war. Wie geschmerzt mag er denen nachgeschaut haben, in die er Energie, Zeit und viel Wissen investiert hatte und die ihm nun den Rücken zuwandten. Judas war, streng genommen, nicht der erste Verräter seiner. Da gab es Vorläufer, wenngleich deren Beweggründe weniger verachtenswürdig gewesen sein mögen. Waren es Resignation und Klage oder im Gegenteil eine bemerkenswerte Stärke, die ihn veranlasste, an die verbliebenen zwölf Begleiter die Frage zu stellen:  "Wollt auch ihr mich verlassen?"
Seine geistige Konstitution und sein Erfülltsein von der messianischen Aufgabe, hätte ihn bestimmt weitere Absagen verkraften lassen. Aber Simon Petrus sprach aus, was zu diesem Zeitpunkt wohl noch der Meinung des Verräters Judas und erstrecht der Meinungen der anderen entsprach: "Zu wem sollten wir gehen?" Jesus war ihnen also mehr als ein Vorbild, ein Verkünder oder Lehrer geworden; er war 'Heimat' für sie!
Es blieben ihm demnach die handverlesenen Jünger,  mit denen er von nun an von Ort zu Ort wanderte und mit denen er das geistige wie irdische Brot teilte.  Von diesem Judas, den Sohn des Simon aus Kariot, abgesehen, waren dies nun die Männer, denen das Erbe des Gottessohnes hier auf Erden anvertraut werden sollte. Diese sollten durch ihr Lebenswerk den Samen geistigen Lebens zur Reifung hin, zur schmackhaftesten Frucht,entwickeln helfen.
Eine gelegentliche Ungeduld Jesu ist seiner Zielfixierung und unerschütterlichen Überzeugung von der einmaligen Bedeutung seiner Mission, zuzuschreiben. Wie sehr mochte ihn die Sorge um den Bestand seiner Heilslehre, dieser hochgeistigen und doch begreifbaren Hinterlassenschaft, beschäftigt haben? Die ihm bleibende Zeit war Motivation und Motor zugleich, denn nur drei Jahre als "heiße Phase" des gottgeführten Wirkens, waren nicht viel Zeit. Die Dringlichkeit seines Erlösungswerkes war ihm auch bewußt, ohne zunächst den genauen Tag seiner Kreuzigung gekannt zu haben. Es ist überaus bewundernswert, wie souverän, klardenkend und doch liebe- und verständnisvoll er seine Aufgaben meisterte. Bescherte ihm doch jeder einzelne Tag stärkste Eindrücke, die zu verkraften eine überaus gesunde psychische und wohl auch physische Konstitution voraussetzt. Die Erfahrung seines hochgereiften Geistes, erlaubte ihm das rechte Verständnis und die richtige Einschätzung aller Wunder, die er mit der Kraft GOTTes bewirken sollte. Er konnte sich denken, dass sich die "Wunder" in Wahrheit innerhalb der Grenzen einer Natur abspielten, die uns eher nebulös, weil zu überdimensional, sind und deshalb das für uns Unnatürliche grundsätzlich natürlich, also in einer Ordnung stehend, ist. Doch dies den Menschen beizubringen, war nicht seine Aufgabe, obwohl er auf   das   menschliche   Leistungsvermögen   und   die Voraussetzung dazu, durchaus hinwies: "Er gab ihnen zur Antwort (...) Denn ich versichere euch: Wenn ihr Gottvertrauen hättet, so winzig wie ein Senfkorn, und würdet zu diesem Berge sagen: 'Bewege dich von hier dorthin!' - so würde er sich bewegen. Überhaupt nichts würde euch unmöglich sein." (Matth.17:20).
Dennoch mussten die Ergebnisse und vor allem die teils extremen Reaktionen betroffener und anwesender Menschen auf seine Wunder, von ihm verkraftet werden. Ihm waren auch die verbindenden Abläufe aus der Ganzheit des Menschen: Geist, Seele, Körper, klar. Den Menschen jedoch die Wichtigkeit eines geläuterten Geistes und den daraus erklärbaren gesundheitlichen Zustand zu erläutern, fiel ihm schwer; was denn auch immer wieder zu Verständigungsproblemen führte. Dieser gute Rat, den er nach körperlichen Heilungen zu geben pflegte: "Du bist nun gesund geworden; aber du darfst fortan nicht mehr sündigen, sonst könnte dir noch Schlimmeres widerfahren." (Joh.5:14), erklärt es. Überhaupt war der schwierigere Part seiner Lehrmission, wenigstens seine engsten Jünger in die spirituellen Hintergründe äusseren Geschehens einzuweihen. Waren es doch einfache Menschen, die sich nie zuvor im Leben mit geistigen Abläufen und Kausalitäten beschäftigt hatten. Für den von Reife, Erfahrung und Weisheit geprägten Menschen ist es eine große disziplinarische Herausforderung und verlangt echte Menschenliebe von ihm, sich geduldig und einfühlsam den Verständnislosigkeiten der anderen zu widmen. Jesus mag es so gegangen sein. Doch es galt, seine Getreuen darüber hinaus kampfstark zu machen; denn er sah die zu bewältigenden Herausforderungen voraus!

Wird fortgesetzt.