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0067

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Jesus Christus - Das wahre Wesen - Teil 2

Jesus waren die Auffassungen und Denkrichtungen seines Volkes alles andere als fremd und so hatte er sich auch mit dem jüdischen Denken auseinanderzusetzen, dass, wer viel Geld und Gut besitzt, besonders von GOTT gesegnet sei . Eine der neuzeitlichen großen   Lebenslügen verführt dazu, den Wert des Menschen nach dem anzusetzen, was dieser besitzt!
Jesu Vorstellungen von Wertigkeit, musste sich an solchen Mustern heftig stoßen! Kam er doch aus einfachen Verhältnissen und mit ihm alle, die ihm nahestanden und mit ihm sein würden. Und sie alle, so wusste er, waren gottgeliebt!
Für ihn galten andere Reichtümer und diese, er predigte es, behalten ihren Wert sogar im Jenseits und begünstigen den Träger. Unermüdlich empfahl er die Tugenden an und war nicht nur von der Unverzichtbarkeit solcher Werte überzeugt, sondern setzte auf das Tugendfundament seine eigene Entwicklung. Er war von geistiger Seite geschult genug und seine Erkenntnisfähigkeit gehoben, um die einmalige Bedeutung seiner Mission wenigstens einigermaßen erfassen zu können. Stelle sich ein jeder vor, es hinge alleine von ihm ab, mit seiner Lebensführung für die Erlösung der gesamten, gefallenen Schöpfung verantwortlich zu sein. Dies hieße allen Versuchungen des Bösen zu widerstehen, stärker als Finten, Attacken, Verdrehungen und die eigene Verführbarkeit zu sein! Auch für Jesus keine unlösbare Aufgabe, da GOTT niemanden überlastet und explizite  die  gottbeauftragten  dienenden  Menschen,  zu allen Zeiten das für ihre Missionen nötige Rüstzeug, zusammen mit dem Auftrag, bekamen.
Die psychische Belastung aber, unter der Jesus, dieser junge und lernende Mann stand, ist unbeschreiblich. Die körperlichen Qualen und Wundmale, die er zu erleiden hatte, gehören zum Bild seiner; doch die psychischen? Wir würden  heute  von hohem Stress und einer ausgereizten Belastungsgrenze sprechen und in dieser Verfassung, die einem Balanceakt auf einer Rasierklinge gleicht, war er noch gefordert, sich als Menschenfreund unelitär, ausgeglichen und hilfreich zu beweisen. Da waren Reize zu überwinden. Wunschvorstellungen zurückzustellen und Alltagsprobleme zu berücksichtigen. Dies war nur mit einer absolut positiven Lebensphilosophie, und der unbedingten Ausrichtung auf GOTT und die hohe Aufgabe zu bewältigen. Schließlich trug er ein großes Wissen um die geistige Relevanz, zumindest aber die Einschätzung des gesamten kosmischen Programms, in sich! Die Bedeutung des irdischen Erlösungswerkes umfasste ja nicht nur unseren Planeten, sondern jedes einst gefallene Geschöpf, egal wo es sich befindet...
Liebe ist die Sprache GOTTes  - dies war ihm Überzeugung und Programm zugleich. Er, der Praktiker in Sachen Nächstenliebe, befasste sich gewiß nicht mit irgendwelchen Daueranalysen oder psychologischen Hypothesen, wie die damals schon bekannte: ausschließlich alles sei im Menschen begründet. Was der Heiland im Menschen als vorhanden wußte, ist der GOTTesfunke, das, was unsere Seele atmen lässt, und deshalb verwies er auf des Menschen Fähigkeit, in sich die Liebe zu wecken und zu mehren. Das war sein Anspruch an alle, die er mit sich konfrontierte. Dabei war es ja kein Zufall, dass er einem Volke die hohen Liebesgebote: "Liebe GOTT über allem und den Nächsten wie dich selbst" predigte, welches sich für hochbegabt, weil auserwählt, hielt, auf die konsequente Ausrichtung auf den Höchsten zu setzen. Er war,  in der Linie Davids, Teil dieses Volkes und wie das so ist, versteht man eine Mentalität am besten als Eingeborener.  Entsprechend verhalfen    ihm    Erziehung,    jüdische    Lehren    und Einfühlungsvermögen, schwierige Standpunkte mit dem unbedingten Hinweis auf die Kraft der Nächstenliebe, auszuhebeln. Jesus war mit den Büchern der Thora ebenso vertraut wie mit denen der Midraschim und war bestimmt interessiert an der Kabbala, den alten (geheimen) Texten  - seit dem 12.Jh. existierend, welche  esoterische  (!)  Lehren des Judentums aufzeigen.

Jesus nahm Anteil an den Gebräuchen seines Volkes, soweit es seine Vorstellung von GOTTesanbetung nicht störte und er teilte die jüdische Lebensfreude. Lachen soll man ihn allerdings nie gesehen haben, was zum einen der Ernsthaftigkeit, die seine Mission abverlangte zuzuschreiben ist,  und zum anderen bedeutet dies keinesfalls, er wäre humorlos gewesen. Er, der Oberhirte,  war einer von denen, die im Grunde seine Schäfchen waren. Deshalb ließ er sich auch nicht lange dazu überreden, seine Mutter zu einer Hochzeit in Kanaan zu begleiten. Ob er wußte, dass er auf dieser Feier sein erstes Wunder vollbringen würde? Eher nicht. Dennoch schien er eher inspiriert als überredet, Wasser zu Wein werden zu lassen und zwar zum genau bemessenen Zeitpunkt. Ansonsten verlief alles normal und er dürfte dem Hochzeitspaar "Hasaltow" (gute Aussichten) und bei dem was er vollbracht hatte, werden ihn die Braut ("Kala") und der Bräutigam ("Chatan") nie mehr vergessen haben. 'Der Gläubige braucht keine Wunder', heißt es. Entsprechend waren die Wunder Jesu dazu gedacht, auf den Spender aller heilenden Kraft: GOTT, hinzuweisen. "Ich gebe euch die feste Versicherung", - sagte er - "daß der Menschensohn aus sich selbst nicht das Geringste tun kann, sondern der Vater muß ihm zuerst zeigen, wie er es tun soll." (Joh.5 :19).

Vielleicht ist Jesus, dem GOTTes Segen über alles ging, zusammengezuckt, als der Bräutigam seiner Auserwählten den Ehering mit der Formel an den Finger anstecket: "Sei mir nach Moses und Israels Gesetz durch diesen Ring angetraut."
Jesus war mit jeder Faser seines Herzens darauf bedacht, GOTT alleine die Ehre zu geben und Ihm jeden Dank zuzusprechen. Der Menschen Ahnungslosigkeit sorgte im Grunde für seine Einsamkeit. Während sie sich seinen politischen Einsatz und damit die Befreiung von den römischen Besatzungsmächten erhofften, war er gekommen ihre Seelen zu retten, dafür zu leiden, zu bluten und sein Leben hinzugeben! Für die Menschen war freilich erstaunlich zu sehen, welche Macht dieser Nazarener selbst über die übelsten Krankheiten und Kräfte hat. 'Macht macht wertvoll' - und so klammerten sich viele an den Gedanken, er würde sie auch von äusseren Zwängen befreien. Auch Judas Ischariot wird diesen verhängnisvollen Denkfehler begangen haben und wollte mit seinem Verrat am Herrn diesen provozieren, sich nun mit aller Macht und über alle unter Beweis zu stellen...

War es die Enttäuschung unerfüllter Erwartungen, dass aus dem Hosianna das Wutgeschrei: "Kreuzigt ihn!" wurde? Hätten sie nur begriffen, dass er gekommen war ihre Seelen zu retten: "Salvare le anime".

Lange bevor hetzende Worte das Unrechtsurteil gegen den GOTTessohn einleiteten und er die Bedrohung seiner Hinrichtung vor Augen hatte, gab es für ihn keine Umkehr mehr: "The point of no return"  war überschritten! Unbeirrt verkündete er deshalb weiter seine Soziallehre und trainierte, wenn man das so sagen kann, jene, die bei ihm aushielten und "Jünger" genannt werden. Andere wiederum hatten sich im Laufe der drei Jahre seiner vermeintlichen Strenge entzogen und bewiesen, seiner Offenheit nicht gewachsen gewesen zu sein. Mit der Belehrung seiner Getreuen, formte er Führungskräfte, die von der später durch sie gebildeten Kirche und deren Strukturierung dringend gebraucht wurden. Auch wenn die Berufung eines Apostels GOTTes Entscheidung ist, regelt Er des Dieners Entwicklung, Ausbildung und Prüfungen  - die Jünger Jesu betreffend, fundamental durch Jesus selbst. Um den enormen Leistungsdruck, unter dem der Herr stand wenigstens etwas zu mindern, erhoffte er sich von seinen engsten Begleitern eine zunehmende Entlastung und machte sie zu Protegés.

(wird fortgesetzt')