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0066

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Jesus Christus - Das wahre Wesen - Teil 1

In der Zeit vor 1150 gab es den Begriff Weihnachten noch nicht. Was alljährlich im Dezember die Christenheit bewegt, nannte man "Christfest". Es war das 'Fest des Lichtes', denn mit Jesus war "das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet" (Joh.l:9) in unsere Welt gekommen. Das Wort Weihnachten  entlieh man dem Mittelhochdeutschen: wihennaten, wihen nahten - geweihte(n) Nächten.
Darüber nachzudenken mag interessant sein, doch möchte ich gerne anregen, "zu Weihnachten" vielmehr über die Hauptfigur Jesus Christus und seiner Lebensinhalte als Mensch auf dieser Erde nachzusinnen. Auf diesem Spaziergang in seine Welt und Erlebnisse, möchte ich Sie begleiten. Welche Zeit wäre hierfür besser geeignet, als die Weihnachtszeit? Beginnen wir damit, uns über die Geburt des GOTTessohnes hinausführen zu lassen!

Psychologen wissen um die enorme Bedeutung der ersten drei Lebensjahre eines Menschen, für die   Charakterbildung. Zur Geburt ihres Kindes Jesus, war es der jungen Mutter Maria sicher in frischer Erinnerung, was ihr der Engel zur Menschwerdung Christi anvertraute: "Siehe,  du wirst guter Hoffnung werden und einen Sohn gebären. Ihm sollst du den Namen Jesus geben." Als die drei adeligen Magier (Weise, denen die Spiritualität nicht fremd war!) ihre kostbaren Geschenke im Felsenstall nahe Bethlehem, vor der Futterkrippe ablegten, mag sich Maria der weiteren Worte des Lichtwesens erinnert haben: "Dieser wird groß dastehen und "Sohn des Allerhöchsten" genannt werden." (Luk.l:32). GOTTes Sohn lag  also  hier  im Stroh und sie, als 'Magd des Herrn' eine fromme Frau, hatte ihn geboren! Nun konnten die Aussenwelteinflüsse beginnen, unmittelbar und natürlich prägend, auf das neue Menschenleben einzuwirken und seine Entwicklung mitzubestimmen.
Zwölf Jahre später, als sich Jesu Eltern auf dem Heimweg vom 'Fest der ungesäuerten Brote' (Osterfest), welches von ihnen wie jedes Jahr in Jerusalem gefeiert worden war, befanden, musste Maria an die besondere Bedeutung ihres Sohnes durch ein Schreckereignis erinnert werden: Jesus, der heranwachsende Knabe, war unauffindbar. Und wie begründete er, als man ihn im Tempel vorfand, Eltern, Zeit und Heimreise vergessen zu haben? "Warum brauchtet ihr mich zu suchen? Konntet ihr euch denn nicht denken, dass ich dort sein müsse, wo es sich um die Sache meines Vaters handelt." (Luk.2:49). Doch sie, die mit der Verkündigung versehene Mutter, tat sich schwer damit, die Bedeutung seiner Worte zu erfassen! Sollte man dem Knaben im vorpubertärem Alter eine gewisse Renitenz unterstellen wollen, dann wird das durch den nächsten Vers geklärt: "Er ging dann mit ihnen hinab nach Nazareth und war immer ein stets gehorsames Kind. " (Luk.2:51).

Die Erziehung Jesu war insgesamt eher unanstrengend. Seine Eltern erlebten ein mehr ernstes, in sich gewandtes Kind das zu verarbeiten versuchte, was in Vers 40 so beschrieben ist: "Das Kind wuchs heran, und immer stärkere Kräfte der Geisterwelt GOTTes machten sich bei ihm bemerkbar."
Was aber bewirken solche heiligen Kräfte von höchster Seite? "Die Fülle der Weisheit wurde ihm zuteil, und das Wohlgefallen Gottes ruhte auf ihm. "

Joseph, der Maria an Lebensjahren deutlich voraus war, galt als ruhiger und fleißiger Mensch und bezog seine Zufriedenheit aus der Ehe mit Maria, die seine große Liebe war. Der Handwerker bewies im Umgang mit Holz großes Geschick und war deshalb bei den Leuten gefragt und zudem noch beliebt. Es gab kaum eine Arbeit mit Holz, mit der man den Zimmermann nicht hätte betrauen können.Er erstellte Dachstühle, baute Möbel, Ställe und Sitzbretter für Arenen nicht nur in dem Dörfchen Nazareth, sondern war auch für umliegende Ortschaften tätig. Sogar Esslöffel oder Krüge aus edlen Hölzern gelangen ihm zu schnitzen. Joseph nutze die Klugheit seines Sohnes und den Zugang, den er zu ihm hatte und brachte ihm die Kunst seines Handwerks näher. Der Brotberuf seines Vaters war für Jesus interessant und bewirkte Orientierung. So verwundert Jesu spätere Tätigkeit nicht: ganze Gartenanlagen zu gestalten. Damit waren auch Holzarbeiten verknüpft und Jesu Arbeiten wurden geschätzt und gut bezahlt.
Verbleiben wir aber noch ein Weilchen beim heranwachsenden Jesus. Der Gang in die Synagoge war ihm zur lieben Gewohnheit geworden, befand er doch, sich "im Hause seines Vaters" aufzuhalten. Er mochte es sich zu erheben, um seine Auslegung der Schrift mit klaren, lichterfüllten Worten vorzutragen. Nicht nur die einfachen Leute der dörflichen Gemeinschaft reagierten erstaunt, sondern später auch welche, die als hochgebildet galten: "Alle waren jedesmal von seiner Lehre tief erschüttert; denn aus seiner Rede fühlte man die Wirkung einer höheren Kraft." (Luk.4:32).
War Jesus zelotisch?, eiferte er "aus dem Bauch heraus" seinen Glauben? Es war des Geistes unsichtbare, aber starke Aura, der Geist des Sohnes GOTTes (!), dessen Worte die Seelen der Zuhörerschaft ansprach und erreichte! Jesu Worte waren seine "Kerzen" die leuchteten, um anderen Licht ins Verständnis zu bringen und seine Eindringlichkeit durchzog die Menschen wie Weihrauch. Haschem (jd. GOTT) war für ihn weit  mehr als der hohe Bezug, den andere Gläubige zum Ewigen aufbauen. ER, GOTT, ist das heiligste Wesen, woraus sein Geist stammt! Dies war Jesus gewiß, wofür viele und für ihn abgestellte geistige Helfer, nennen wir sie Himmelsboten, vor allem nachts sorgten. Dann waren Ruhe, Zeit und Stimmung günstig, ihn - der doch die einmalige messianische Tat zu vollbringen gedachte -  zu belehren, mahnen, ihm zu raten und Erklärungen und Aufträge zu vermitteln. Es floß in ihn hinein, wenn er nach harten, entbehrlichen und aufregenden Tagen still im Gebet versunken und für GOTTes erflehte Hilfen geöffnet war.

Wer meint, Jesus von Nazareth wäre ein unkompliziertes Wesen, ohne einen gewissen Eigensinn und Fehlerhaftigkeit gewesen, irrt! Wie uns auch, blieben ihm Leistungen, Selbstüberwindung und Charakterveredelung keinesfalls erspart und dies inklusive gelegentlicher Rückschläge. Dies dient dem Christen als Trost, weiß er sich in seinen manchmal unausgegorenen Strampelversuchen vom Herrn, Christus Jesus, verstanden; zumal uns GOTT die Fehlbarkeit und damit die ständige Herausforderung, aus deren Bewältigung wir wachsen dürfen, belassen hat.

Bis zu seinem 30. Lebensjahr bereitete sich der große Persönlichkeit ausstrahlende GOTTessohn vor, um diesen steinigen und doch erfüllenden dreijährigen Pilgerlauf anzutreten. Es waren vor allem das eingefahrene Selbstbewußtsein, die anderen Erwartungen, unaufgespürten Irrtümer, Eigenheiten und manche Marotten seines Volkes, gegen das er sehr kräfteverzehrend anzutreten hatte. Dabei halfen ihm die Esoterik: seine inneren Erfahrungen,und war daraus ein gereifter Geist, dem es gelingen konnte,die geistigen Verfassungen seiner Begegnungen (darin auch sinngleich enthalten: "Gegner"!) zu erfassen! Hätte er seine Reflexionen nur auf die äusseren Verhaltensbilder seiner Zuhörer abgestimmt, wären Mitleid, Verständnis, Erkennung und Bruderliebe zu kurz gekommen. Also stellte sich Jesus mit seinem Fühlen, Reden und Tun auf die Geisteshaltung seiner Volksgenossen ein, was seine Aufgabe nicht leichter machte. Schließlich war schon damals die Ichsucht, dem sozialen Engagement entgegenstehend, verbreitet. Jesus breitete einen Teppich aus, der sich schlecht mit dem etablierten Traditionsdenken und eingefleischten Riten vereinbaren ließ: Bedingungslose Nächstenliebe, mit der Option auf Vergebung! Das Ereignis der Steinigungsabsicht einer Ehebrecherin, was Jesus zu verhindern verstand, ist nur ein Beispiel von vielen.

(Wird fortgesetzt!)