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Ausverkauf der Kirchen

Ostern  - die Christengemeinschaft gedenkt der Auferstehung des Herrn! Allerorten suchen Menschen ihre Kirchen in der Hoffnung auf, etwas von der Osterfreude zu erhaschen, wie sie sich aus der messianischen Tat Jesu Christi zu vermitteln verspricht. Halleluja!

Aber wie lange noch werden Anbetung und Freude noch in den oftmals  trutzigen  Kirchenmauern  genährt?  Wie  lange  noch bieten Kirchenschiffe den Gemeinden das Gefühl von Schutz und Geborgenheit und laden ein zur seelischen Einkehr? Wie lange noch werfen die Wände deiner Kirche dröhnende Orgelmusik und den Gesang frommer Lieder auf die Gottesdienstbesucher zurück  - wann ist alles erkaltet, weil Kirche nicht mehr Kirche ist?

Wer will und kann, genieße auch in diesem Jahr "seinen" Kirchgang und wer kann, der sollte sich durchaus über eine bedrückende Zeiterscheinung Gedanken machen: über merkwürdige Nutzungsänderungen   kirchlicher   Gebäudlichkeiten,   sprich GOTTeshäuser.
Nicht etwa dass ein Ausverkauf von GOTTeshäusern droht, nein, die Verramschung läuft bereits in vollen Zügen! Wären wir doch gescheiter bei  der frühchristlichen Gepflogenheit geblieben, die gottesdienstlichen Versammlungen mit überschaubaren Kleingemeinden "in den Häusern" abzuhalten (l.Kor.16: 19; Kol.4:15; Phlm.2). Wenngleich ich zu denen gehöre,  die diese sinnvolle Handhabung Woche für Woche erleben darf  - so beschleichen mich dennoch Wehmut und gleichzeitig Unmut, anbetrachts des unwürdigen Handelsgebarens mit der "Ware Kirchenimmobilie". Amtskirchen müssen sparen lernen und Rationalisierungsmaßnahmen  personeller  und  immobiliärer  Art scheuen sich auch nicht vor der Schließung "heiliger Hallen". Man  spricht  von  unterbesuchten  "Filialkirchen"   (welch häßlicher Begriff, der eher an ehem. "Konsum"-Läden erinnert), wenn typisch abendländische Gebetshäuser mit imposanten Glockentürmen an irgendwelche Solvenzler verscheuert werden.
Sowohl wirtschaftlich gesteuerte, als auch private Interessenten liebäugeln mit den besonderen Angeboten; liegen doch die meisten Kirchen meist in allerbesten Frequenzlagen, wovon nicht nur kundenspitze Lebensmittelketten träumen. Das Prinzip, "die Kirche im Dorf" zu haben beschert nunmehr begehrte Zulauflagen und so kommt es zur Umwidmung womöglich auch Ihrer Kirche  - irgendwann und ohne die Kirchgänger zu befragen.

Skrupel sind dabei aus den höher gelegenen Entscheidungsetagen, wohin sich der Weihrauch seltener verzieht, nicht zu vernehmen. Wie will man auch dem Herrgott plausibel machen, dass man Seine sakralen Standorte meistbietend verkauft? Wenn geweihte Mauern   - und diese Zeremonie wird doch stets groß herausgestellt -  zu Profanbauten umgewandelt werden, dürfte dies den Segen kosten.  Man  kann  zu  kostenverschlingenden Prachtbauten stehen wie man will,  doch dem höchsten Wesen etwas hinzuhalten und dann wieder wegzuziehen, scheint mir vermessen. Auch wenn finanzielle Zwänge dererlei Schritte diktieren, wird die Handlung dadurch weder würdiger noch erträglicher.

Man mag mir die bescheidene Frage nach besseren Alternativen vergeben. Weiß denn eine Mammutkirche  - egal ob durch gelbe oder  lila  Hinweisschilder  ausgewiesen,  keine  geeignetere Verwendung für die großen Kirchenhallen? Für die Sammellagerung von Hilfsgüter und Sachspenden vielleicht, oder zugunsten Obdachloser, Hungriger o.a. Könnten nicht Orgel- oder andere Klassikkonzerte den Lobpreis GOTTes verlängern? Könnte ein ausgedientes Kirchengebäude nicht wenigstens künstlerische Werke, gegen die sich keine Harmonie und kein Anmutsbedürfnis sträuben, aufnehmen? Gewiß fänden sich begeisterungsfähige und sogar investitionswillige Menschen für solcherlei Ideen. Immer noch besser, als die sprichwörtliche Lockerheit der Niederlanden in deutsche Verhältnisse zu quälen! Dort läuft längst die Umfunktionierung leer stehender Kirchen in weltliche Treffpunkte. Einige der Produkte sogenannter Umnutzungen sind dann Gourmet-Restaurants, Diskotheken, Schönheitscenter oder Kaufhäuser. Wenn dann schreiende  oder bunte Veranstaltungen die Apsis erfüllen, werden sämtliche Gefühle unserer Glaubensahnen, die an selbiger Stelle empfunden worden waren, zur Bedeutungslosigkeit verdammt. Was im alten Rom Politik war, kommt da zu neuer, profaner Bedeutung: "Panem et circenses" Brot und Spiele. Wo vormals Priester die Einsegnung des Brotes (Hostie) darbrachten und GOTT den Reuevollen geistiges Brot sicher zukommen ließ, finden nun allerlei "lustige" Spielchen statt...
Burgalben oder Rodalben, "St.Pirmin" oder "St.Pius", wie auch die Orte oder Sprengel heißen, der Sparzwang frißt sich quer durch Deutschland. Von bundesweit rund 35.000 Kirchen, sollen in den kommenden Jahren mehr als ein Drittel, also über 10.000 Treffpunkte, nicht mehr zum Gebet einladen. Wenn dies dem tatsächlichen Schwund der GOTTesdienstbesucher zugeschrieben wird, dann ist dies nur die halbe Wahrheit; denn die Gründe liegen tiefer! Das Gejammere der Kirchenoberen, unsere Zeit würde "die gesunde Lehre der Kirche" nicht mehr vertragen, entbehrt jeglicher Einsicht und Selbstkritik. Nach wie vor sehnt sich der aktive Christ nach der gesunden Lehre. Dass dies nicht unbedingt mit der jeweiligen Kirchen-Lehre gleichgesetzt werden kann, ist ja das eigentliche Drama. Der Geist GOTTes weht eben doch wann, wo und wie er will! Entwicklungen, wie der Ausverkauf kirchlicher Gebetshäuser, wird nämlich von der spirituellen Kirche ausgehebelt; weil die Wahrung altchristlicher und apostolisch gegründeter Tradition diese Riesenhallen gar nicht erst entstehen lässt, weil die Vertrautheit in den Häusern den Kleingemeinden die Anonymität und manches andere, was vielen Christen den Kirchgang verleidet, erspart.
Wem man sich zuwenden kann, wenn in immer mehr Kirchen die Lichter endgültig ausgehen, beantwortet uns Stephanus, der für seine Überzeugung den Märtyrertod auf sich nahm, mit trostreichen Worten: "Doch der Allerhöchste wohnt ja nicht in Gebäuden von Menschenhand, wie schon der. Prophet sagt: 'Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füße. Was für ein Haus könntet ihr mir also bauen’, -sagt der Herr- ‘oder wo wäre eine Stätte der Ruhe für mich? Hat nicht meine Hand dieses ganze Weltall geschaffen?’
“O ihr Halsstarrigen und an Herzen und Ohren Unbeschnittenen! Stets stellt ihr euch in Gegensatz zu der heiligen Geisterwelt GOTTes."  (Apg. 7:47-51) Alles klar? Ihr gerhard krause