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0059

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Überzeugung & Gewissen

Einem Menschen sein Gewissen abzusprechen käme der Unterstellung gleich, er würde keine Seele haben! GOTT, der Lebensspender, stellt keinen Menschen unausgerüstet in eine Welt voller Fragen, Ungereimtheiten und Entscheidungszwänge. Der ständigen Herausforderung, seinen Standpunkt falsch oder richtig zu setzen, dürfte jeder, der den Spuren Jesu Christi folgt, gut gewachsen sein. Auch Ethik oder die bewußte Philanthropie, Menschenliebe also, empfehlen den rechten Umgang mit seiner Umwelt. Das Gewissen aber ist ein excellenter 'innerer Unterscheider' zwischen Gut und Schlecht und wer es bemüht, bildet sozusagen eine unterstützte Überzeugung! "Nach bestem Wissen und Gewissen" sollten wir prüfen und beurteilen, entscheiden und wirken. Wie aber ist der Vers 22 des 14. Römer-Kapitels gemeint? "Du hast in irgend einem Punkte eine feste Überzeugung: - Gut! Behalte sie für dich; nur GOTT soll sie kennen." Nanu, sollen wir unsere Überzeugung etwa verheimlichen? Selbstverständlich spricht die Bibel die Glaubensüberzeugung an und da Religion ein sog. Reizthema ist, sollten wir mit unserem Standpunkt rücksichtsvoll umgehen! Unsensible und selbstgerechte Bekehrungsversuche kennt die christliche Geschichte ja zur Genüge. Es muß nicht Ziel einer festen Überzeugung sein zu provozieren. Streit erzeugt nur Gegendruck und ist gewiß kein adäquates Mittel uns glaubwürdiger und den Mitmenschen glücklicher zu machen. GOTT kennt die Leistungsfähigkeit deines Gewissens und wird bei der "Endabrechnung" zu bewerten wissen, wie sehr du davon in der Schaffung deiner Überzeugungen abgewichen bist. Dem Gewissen als letztendliche Instanz kommen wir nicht aus! Umso wichtiger ist deshalb die gründliche und regelmäßige Gewissenserforschung. 20 Jahre von etwas überzeugt zu sein spricht nur dann für Qualität, wenn du dich in bemühter Selbstverbesserung ständig lernfähig gehalten hast.

Besonders Gewissensbedenken sind ernst zu nehmen, ansonsten wir einem geistigen Strafgericht zu verfallen drohen. Das Gewissen ist das Wissen des Geistes, so meine ich. Wer dieses wunderbare .Instrument der inneren Stimme verwirft, erklärt GOTTes Hilfe für wertlos!
Röm.14:23 nutzt ein Beispiel, das jeder Mensch verstehen kann; ist doch die Ernährung ein Diskussionsthema, seit der Mensch die Nahrungswahl hat und welche Überzeugung geht schon unmittelbarer in unseren Körper ein, als die orale? "Wer jedoch trotz seiner Gewissensbedenken eine bestimmte Speise zu sich nimmt, der hat sich selbst das Strafurteil gesprochen; es fehlte ihm ja die Überzeugung, dass er die Speise essen dürfe."
Oh weh!, was tun wir nicht alles ohne die feste Überzeugung - "gegen unser Gefühl" und vielleicht sogar gegen unser Gewissen?! "Kompromiss" nennen wir das dann oder "des Friedens willen" kastrieren wir unsere "eigentliche" Überzeugung und opfern sie womöglich einem schnöden (Lust-)Gewinn oder sonstigem Vorteilsversprechen. Damit rutscht man schnell zum Antiüberzeugungstäter ab und erklärt nicht nur die reife Eigenverantwortung zur Farce. Wer windig agiert, wer in den verschiedenen Meinungsfeldern wie ein rückgratloser Grashalm schwankt und keine solide Grundhaltung aufbaut, sündigt. Keiner lasse sich von Fremdinteressen seine Glaubensüberzeugung ausreden, wenn das Gewissen berechtigte Zweifel anmeldet!

Und doch ist uns nicht erlaubt. Meinungsgegner zu Feinden zu erklären. Bedenken wir doch bitte die ungleichen Reifegrade der Geister; manche lernen eben länger und schwerer und sind nicht auch wir darüber dankbar, wenn etwas in Ruhe in uns reifen kann?
Wie wäre es mit der täglichen Gewissenserforschung? Zu wenig Zeit oder zu müde dazu? Reduziere doch die Aufgabe auf jene Ereignisse des Tages, die zur Hinterfragung auffordern, wo dich dein "Bauchgefühl" alarmiert, dass etwas nicht in Ordnung ist. Das dürften selten mehr als ein oder zwei Vorgänge sein und die sind zu bewältigen.
Mit einem von GOTTes- und Nächstenliebe bestimmten christlichen Meinungsbild, bist du immer auf der sicheren Seite. Uneitle und von Respekt getragene Überzeugungen lassen sich friedlich vertreten. Beim Gesprächspartner anzufragen, ob er daran interessiert ist, sich deine religiöse Einstellung anzuhören, bewahrt doch vor unüberlegtem Übereifer und erspart hitzige Dispute. Nach diesem Verfahren bewahrt sich erstrecht die heilsgestrickte Qualität einer sanften Provokation. Was besser könnte Licht sein, als die Verkündigung der 'Frohen Botschaft'?
"Glücklich, wer sich bei seiner Gewissenserforschung nichts vorzuwerfen hat" freut sich die biblische Stelle. Es ist klug und gut diesen Rat anzunehmen und in Wahrheit ist doch jeder dazu fähig, oder? So jedenfalls män isch,
Ihr Gerhard Krause