kirche_head2
SEND_COVER

Nr.:

0056

zurück zum

Helden und Idole

Als Kind beeindruckten mich die Geschichten eines Buches "Helden und Sagengestalten", das ich unter dem Weihnachtsbaum fand. Wie sich doch alles verändert!
Heute hört man fast nur noch Geschichten großer Maulhelden und sagenhaft merkwürdiger Gestalten, die in ihrer beschränkten Art zu einer Plage der Neuzeit zu avancieren drohen. Man  könnte meinen, unser Volksniveau sinke unter Zimmertemperatur; wer da nicht so alles hofiert wird?! Der Hofknicks besitzt Hinterhofqualität und einige Schwaller, Liedchenträller oder Ballquäler genießen bei uns ein weit höheres Ansehen, als dereinst Siegfried der Drachentöter. Das Epos einer einst eindrucksvollen deutschen Heldenszene hat neue Wirte gefunden und die "Promis" der Gegenwart bewerfen uns mit Schmuddelprodukten und Dümmlichkeiten, dass  es einem grausen kann. Deutschlands ehrsame und historisch wertvolle Heldengalerie ist einer Losebildersammlung polareudscher Qualität gewichen. Wo sind wahre Helden und Vorbilder geblieben? Die Massenmedien und Schlagzeilen zeigen uns schon auf, wen wir zu vergöttern haben: Wenn brave Kerpener ihre Schumacher-Buben als die größten Helden feiern, kann ich diese Begeisterung ja noch nachvollziehen. Auf irgendetwas muß man ja stolz sein dürfen... Aber sind solche Gasfußmillionäre wirkliche Helden? Und wenn eine weitere Schlagzeile den einträchtigen Kicker "Jones zum Helden bestimmt", dann dürfte die Heldenbehausung "Walhalla" bald als Immobilienschnäppchen zu haben sein. Eine kopfgierige Medienlandschaft stürzt "ihre" Helden oder sie befördert sie. So wird der Ausnahmesportler Haile Gebrselassie flugs vom Grenzgänger zum General hochgejubelt und bekommt dann endlich den Titel Gigant. Was  kommt drüber? Sie haben so ihre Empfindlichkeiten, unsere "Helden" und wer von nix zur Ikone gemacht worden ist, dem kanns gehen wie Bayerns Kantholz und Feldhupser Nr.l: "Kahn verliert Unantastbarkeit". Ups!

Dann gibt es noch die pseudoaristokratische Untergrundkette mit Titel, die uns einen tiefen Bückling abverlangen! Denken wir bitte an die (Pop-) Queen Madonna und seiner Majestät, Kaiser Franz. Ja so etwas lässt man sich halt gerne gefallen (zumal "die Grundgebühr bereits drinn" ist!).
Auch die Winzergilde huldigt "euro Hoheit" mit der Deutschen Wein-Königin Nicole Then, deren Name man sich wegen eines Jahres "Amtsdauer" nicht unbedingt zu merken braucht. Obwohl die Bibel voller wahrer Größen steckt, scheinen uns richtige Idole zu fehlen! Sind sie vielleicht auf der politischen Bühne zu entdecken? Wer kann mir erklären warum Minister "Superminister" genannt werden, obwohl sie mit dieser Bezeichnung wahrscheinlich nur der Kraftstoff verbindet, mit dem ihre Dienstwägen betankt werden?! Ja, der verbale Gigantismus greift um sich.
In engem Zusammenhang mit dem Hochjubeln irgendwelcher Kurzzeitpromis, entwickelt sich das Preisverleih-Phänomen. Ist es nicht so, dass man als Mitglied des Marktes der (oft eitlen) Selbstdarstellung - gemeint sind Künstler aus sämtlichen Bereichen, nur recht alt genug werden musste, um plätzlich wie ein Jahrhundertstar umschwirrt zu werden? Früher hatte ein schauspielender Mensch gefälligst 30 Jahre hart zu ackern, bevor er eines Nachrufes würdig war... Heutzutage genügt es sich als Jungspund mit theatralisch ausgebreiteten Armen (nach dem Motto: Millionen, lasst euch ergreifen!) auf dem Bug einer Schiffsattrappe filmen zu lassen, um für unsterblich erklärt zu werden. Verstehe einer die Welt  - wo sind "meine" Helden geblieben? Anno domini 1954 sorgten wenigstens die Jungs von Bern bei der Fussball-WM für eine Vorlage, die ein filmisches remake (auf Deutsch: Nachmacherei) wert ist. Diese Helden waren der Tropf für unser nachkriegsgebeuteltes Volk und trieben uns das Blut wieder in die Adern. Na also, es ging doch - aber geht's noch?

Wer einen religiösen Artikel zu Weihnachten erwartet, soll nicht enttäuscht werden! Weihnachten, das ist das 'Wunder von Bethlehem'. Die vorangegangene Schilderung war "Das    Wunder von Bern". Assoziativ fallen uns beim Stichwort "GOTT" Begriffe ein wie: Himmel, Ewigkeit oder gute Geister, nicht wahr? Nur nichts auslassen, sagt sich mancher und bedient sich in unglaubwürdiger Euphorie solcher religiöser Vorstellungen . Beispielsweise kommentierte Herr Dekan (!) Friedhelm Jakob, Vize-Präsident des Pfälzer Handballverbandes zum Einstieg der Pfalzgas GmbH.: "Ein Geschenk des Himmels". Toll, in vertrauter Terminologie zu verbleiben; das macht Eindruck, wenngleich gesegnete Himmelsgeschenke etwas anders aussehen, ehrlich. Dafür aber schulden wir dem Herrgott etwas und wer macht das für uns wird gefragt: "Schießt Konietzka das Tor für die Ewigkeit"? Die Antwort müssen wir bis dahin der Zeitung schuldig bleiben. Sorry.

Die Konkurrenz ist groß und lauert tatsächlich überall. Ob der Allmächtige es lustig findet, dass auch Er nicht davor verschont bleibt? Jedenfalls wird behauptet, Valentino Rossi sei "Der zweite Gott im Motoren-Olymp". Sich darüber eventuell mokierende Engel haben eigene Sorgen, wenn ihnen aus DLRG-Kreisen pfälzischer Kleinstadtprovinz "Verstärkung" aufgebrummt wird durch "Gute Geister vom Allwetterbad".
Genug der Uzerei. Die neue deutsche Rechtschreibung muß das altmodische Wort Respekt durch den Begriff Geschmacklosigkeit ersetzt haben. Wie anders ist es zu erklären, wenn zu viel schlecht, oberflächlich oder übertrieben geredet wird, wenn Schandmäuler die über Mitmenschen herziehen, auch durch Millionen Euros nicht gestoppt werden können; wenn gebolzt und gebohlen wird und Reputationen durch Schmuddellektüre reihenweise den Bach hinuntergehen. Wer bleibt dies zu beklagen noch übrig, wenn sich jedes Peinlichprodukt hunderttausender Leser bedienen kann? Und wieder frage ich nach guten, sauberen Vorbildern! Mag sein, dass uns die wahren Helden und (Dichter-) Größen ausgegangen sind, aber es gibt sie noch, die großartigen Menschen. Still, bescheiden und selbstlos wirken sie oft mitten unter uns und "ihrer ist das Himmelreich". Auch wer darüber lächeln sollte, ändert nichts daran - GOTT sei Dank!

Einen Helden aber kenne ich - und kennst du - ganz bestimmt ! An ihn sollten wir denken, wenn wir an den Feiertagen entspannt die Beine hochlegen und uns des Lebens erfreuen. Sein Name ist Christus, Jesus Christus.
Er ist's, der vor rund 2000 Jahren sein himmlisches Königsszepter gegen ein tötliches Balkenkreuz eintauschte und seine Heldentat mit seinem Blut besiegelte. Geboren als Mensch auf dieser Erde, um u n s von der Sünde des Abfalls zu befreien. Er besiegte Luzifer! Na, wenn das keine Heldentat ist?!
Er hilft nicht zu verzweifeln an dieser Welt und schenkt uns die Kraft, sämtliche erbärmlichen Möchtegernhelden in ihrem Profilierungsgehabe zu ertragen. Welche Seite daran interessiert ist, vom wahren Helden durch eine regelrechte Billigschwemme abzulenken, kann sich jeder denken. Unser Sinn für's Wahre soll abgelenkt werden, unsere Aufmerksamkeit und Energie umgelenkt.
Ich fürchte, die FROHE BOTSCHAFT ist immer noch ungenügend verkündet auf unserer Welt, sonst würde eine weit größere Einigkeit in der Huldigung eines Helden kosmischen Ausmaßes: Jesus Christus, vorherrschen. Es ist eben nicht damit getan,  in der neonbeleuchteten Weihnachtskrippe ein hübsches Kindlein aus Wachs auszustellen. Das ist nicht das Bild dieses Helden, der es fertigbringt in jedem lebendig zu sein, der sich ihm zuspricht. Also für mich ist dieser Jesus von Nazareth ein Superheld und hat es deshalb verdient, anders erklärt zu werden als das meiste, was uns teilweise auch von kirchlichen Seiten vorgesetzt wird.
Daran ist besonders in diesen Tagen zu denken.
Ihm  sei in Bewunderung,  Dankbarkeit  und Freude der schönste Siegerpokal gereicht  - für immer und ewig: mein Herz in Treue...

Eine  FROHE WEIHNACHT' wünsche ich allen die im Wort mit mir sind und gleichsam jenen, die nicht. Auf ein neues Jahr in der Gnade GOTTes, dies erhofft sich Ihr

gerhard krause