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0055

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Kopftuch unterm Kruzifix

Frau Fereshta Ludin, ihres Zeichens ambitionierte Grund- und Hauptschullehrerin,  aus Afghanistan stammend,  hat die Volksseele zum Kochen gebracht! Frau Ludin ist jene streitbare Muslimin, die unbedingt in der Schule mit Kopftuch zu unterrichten wünscht. Ja, die ist das!

Ob sich diese Frau einem dickschädeligen Egotrip hingegeben  hat oder Sebstverwirklichung à la Genscher (bei ihm war’s der gelbe Pulli) mittels eines Kopftuches sucht? Egal, sie schafft jedenfalls die gesellschaftliche Debatte über die Themen “Religionen &Weltanschauungen” in der Schule.
Erst der Volkssturm nach dem sog. “Kruzifix-Urteil”, wo es um das Kreuz an Schulwänden geht und nun das! Kreuzen sich etwa (symbolisch und wieder mal) christliche Schwerter und muslimische Krummsäbel? Sie wolle, so die Pädagogin, im Klassenzimmer nicht für ihren Glauben missionieren. Der Kopfschmuck könne, so die Gegenseite, als Symbol verstanden und die Wirkung nicht nur auf die Kinder erzielen, sondern Eltern provozieren. Da sich in diesen Tagen das Bundesverfassungsgericht mit der Kopfbedeckungsfrage zu beschäftigen hatte, gibt es nun auch politisches Kopfzerbrechen. Die Dame Fereshta dazu: "Mir ging es nie um eine allgemeine politische Entscheidung. Es ging in erster Linie um meine Diskriminierung."

Aber, aber liebe Frau. Du riefst die Geister und wunderst dich über deren Kommen? Ich denke nicht der Mensch wird diskriminiert, sondern das von ihm schildhaft vorgehaltene Textilsymbol kritisiert. Dann dürfte ich (Bayer, also als Geburtsrecht lizenziert dies zu tun!) in meiner Aufgabe als Geistlicher keinen GOTTesdienst in Lederhosen halten. Doch da dies kaum dem Seelenheil anderer dienen würde, lasse ich es.
Und genau darum geht's. Lederhosen, Kopftücher, Kapotten, Kapuzen, Käppchen, Schals (Dalai-Lama!), das alles sind zur Schau getragene persönliche Überzeugungsmerkmale: sie helfen nix, sie nehmen nix und bezwecken nur Flagge zu zeigen. Will Frieden, wer die juristische Konfrontation anregt und in Kauf nimmt, dass zwei Verfassungsprinzipien aufeinanderprallen: die Glaubensfreiheit der Lehrerin und die der Schüler (denen es wahrscheinlich wurscht ist?!)? Per Gerichtsbeschluss sollte keine  -für beide Seiten zumutbare -  Regelung erwartet werden. Toleranz regelt man ad persona   - direkt und mit Blick in die Augen. Geht es tatsächlich um Signale für oder gegen Muslime in Deutschland? Geht es denn nicht um den einen wahren, allmächtigen GOTT,(aus dem Christus ist) und den Moslime Allah nennen und bewerten wie wir Christen: 8.Sure [30] "O Gläubige, wenn ihr Allah fürchtet, so wird er euch Erlösung gewähren und euch eure Sünden vergeben und verzeihen, denn Allahs Güte ist groß."

Weder Plenardiskussionen noch Rechtsmeinungen überbrücken religiöse Gräben. Gewiss, es geht um Schule und damit um die staatliche Pflicht zur weltanschaulich-religiösen Neutralität. Ist damit unwichtig geworden, dass es Nonnen und Mönche waren, die schon in grauer Vorzeit für Lehr-Stätten sorgten und der Schule Profil verliehen? Unser Schulsystem ist christlich motiviert entstanden! Ist es heilsam, dies in einem christlichen Abendland neutralisieren zu wollen? l. Kor. 6:12 gibt zu bedenken: "Alles ist mir erlaubt,  aber nicht alles ist gut für mich". Ist denn unser "überzwerches" Zeitalter eine Freikarte dafür, alle gewachsene Kultur irgendwelchen Zwängen unterzuordnen? Wenn wir z.B. in unser Nachbarland Frankreich linsen, dann sehen wir, dass es auch anders geht, auch sprachlich! Wenn Bundesländer wie Hessen planen, religiöse Symbole an der Kleidung von Lehrkräften gesetzlich verbieten zu lassen, dann drohen wir uns in diesen Fragen im Maschendrahtzaun kleinkarierten Denkens verhakt zu finden. Dann wäre vom Klerus bei Eintritt in die Schule das Priesterkreuz vom Revers zu nehmen, oder? Wer könnte an solchem Ergebnis  interessiert sein??

Wenn die Überzeugungskraft eines Stückchen Stoffes auf dem Kopf einer Muslima stärker ist als alle christliche Lehre und   die   Indoktrinationsgefahr   wie   der   Leibhaftige gefürchtet wird, dann haben Eltern, Erzieher und Religionslehrer ihre religiösen Lehr- und Vorbildpflichten schlecht erfüllt, mit Verlaub. Das ist die Crux! Lustige Kindstaufe und hochgepuschte Kommunions- oder Konfirmationsfeiern sind eben nicht alles. Die uns anvertrauten Seelen haben Anrecht auf ständige Betreuung und verdienen Offenheit in allen Fragen. Kinder sind dann zu verunsichern, wenn ihnen Eltern die (Glaubens-)Schwäche vorgelebt haben...

Es ist völlig unwichtig, ob es in Ankara für helle Empörung sorgen würde, als Lehrkraft mit dem Kreuz auf der Brust eine moslemische Schule betreten zu wollen. Intoleranz, Verblendung, Wahn und Hass sprechen für unreife Geister und würden ihresgleichen finden, wenn mit gleichem Verhalten geantwortet würde. Christ sein erfüllt sich durch GOTTesliebe und der Verständnissuche zum Nächsten!
"Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben" (Joh.l4:6) sprach Jesus und ich träume von Lehrkräften, die sich weniger der Dienstpflicht zwangsbeugen, als vielmehr aus Überzeugung diese Richtung vertreten. Eine Schultradition, die das Morgengebet in den Klassen nicht vergisst, würde bestimmt mit den Auswirkungen einer konfessionell-unterschiedlich zusammengesetzten Bevölkerung ohne sonderliche Verkrampfungen zurechtkommen. Es gilt unsere Kinder so zu erziehen, dass sie aus eigener (Glaubens-) Kraft mit jeglichen kultischen Angeboten, Symbolen oder Anfechtungen umzugehen wissen. Das aber, meine lieben Damen und Herren, bedeutet Arbeit aus ernsthafter Selbstverpflichtung!
Was dabei u.a. herauskäme wäre, mit schmunzelnder Gelassenheit eine kopftuchbedeckte Muslimin unter dem hoher hängenden Kreuz, an der Wand des Klassenzimmers, gut aufgehoben zu wissen...
Isch man jo bloss, auch diesmal Ihr

          Gerhard Krause