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0053

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Ökumene?

Die die Bibel berichtet, verbrachte der GOTTessohn Jesus Christus nach seinem Leiden und Sterben 40 Tage bei seinen Aposteln, wo er sichtbar mit ihnen verkehrte (Apg.l:3). Er verfolgte dabei einige Hauptziele:

1.) "Wer die Wahrheit GOTTes aus der Hand der Wahrheitsboten GOTTes entgegenzunehmen bereit ist, gehört zur Kirche Christi. Sie ist daher eine geistige Kirche."

2.) Diese wahre, geistige Kirche ist keinesfalls auf die "äussere Zugehörigkeit in der Form der Mitgliedschaft einer irdischen Kirchenorganisation" angewiesen. Das Fundament einer wahrhaft dienstbaren 'KIRCHE GOTTES' auf Erden, kann nur eine Gemeinschaft im stetigen Bemühen: l Herz + eine Seele zu sein, bilden.

3.) Ebensowenig wie die geistige, kennt auch die freie Kirche "keine Priester und Bischöfe mit den Machtvollkommenheiten, wie sie die Geistlichkeit der katholischen Kirche für sich in Anspruch nimmt. Sie kennt keinen unfehlbaren Papst. Christus hat keinen Stellvertreter auf Erden." (Auszüge: "DER VERKEHR MIT DER GEISTERWELT GOTTES", Pfr. Johannes Greber).

Auf diese Grundsätze schwor Christus Jesus seine Apostel ein, damit Einigkeit in der Lehre alles Wirken zum Gelingen führe. In Kenntnis menschlichen Übereifers und weiterer Schwächen, stellte er jene autorisierte direkte Führung in Aussicht, die sich dann zum Pfingstfest den Aposteln schenkte: "Nachher kommt der Helfer, die heilige Geisterwelt, die der Vater in meinem Namen senden wird. Sie wird euch über alles weitere belehren und euch auch alles das ins Gedächtnis zurückrufen, was ich euch gesagt habe."   (Joh.14:26)
Drehen wir nun das Rad der Geschichte vor und zwar exakt auf den Mai des Jahres 2003. Jesus Christus, so stellen wir uns vor, möchte herausfinden, inwieweit seine Lehren und Grundsätze im Glaubensvolk verankert sind. Dazu inspiziert er praktischerweise den "Ersten ökumenischen Kirchentag" vom 28. Mai bis 01. Juni. Mit Berlin betritt er eine Stadt, in der alljährlich die ausgeflippte "Love-Parade" für ein Schmuddelimage sorgt. Da müsste doch so ein Kirchentag Balsam auf den Vernarbungen des geistigen Leibes unseres Herrn sein?! Was er sieht, sind wenigstens zwei Kirchen, die recht eifersüchtig darauf achten, für sich die besten Podiumsplätze zu ergattern. Er sieht eine zergliederte Bewegung, die sich allesamt Christen nennen und er hört kopflastige Kirchenverantwortliche, die ihren Anhängern wenig bis nichts von der wahren, geistigen Kirche erzählen. Zu groß ist die Nabelschau! Die mehrgleisige Gangart in die Himmel, verhindert auch die zweite Notwendigkeit, wie er sie einst seinen Jüngern lehrte: Einigkeit! Verkümmert auch in diesen Reihen jene direkte Kooperation mit GOTTesboten, wie er sie auf den Weg brachte und sie immerhin in einigen (Rand-)Gemeinden wunderbar zur Wirkung kommen. (Desiderata - Leitbild einer tradionsgetreuen Freikirche, Best.-Nr. 157, VERLAG leuchter-hand). Selbst bestgemeintes Gerede von ÖKUMENE, kann sich doch nur im Finden in der Liebe Christi beweisen und nicht in einer Art Konkurrenzkampf, den man zwar lächelnd aber nach einer Motivation führt, die Einflußnahme (manche sagen auch Macht dazu) bedient. Was ist davon zu halten, wenn der Trierer Bischof Reinhard Marx zugibt: "Unser Hauptproblem ist, dass wir wirklich wieder zum Glauben hinführen." Wurde also bisher nicht wirklich hin zum Glauben geführt? Was wundert sich dann der Kirchenmann: "Was wir beide doch zum Sorgen haben - die evangelische und katholische Kirche - ist, dass der Glaube insgesamt verdunstet. " Eine unverfälschte Christenlehre, ein starkes Glaubensfundament und eine gesegnete Spiritualität können nicht verdunsten! Riten, Tand. Ignoranz, Harne und Selbstüberschätzung aber ersticken jeden guten Ansatz. Und das Volk spürt es und das Volk weiß es und das Volk flüchtet die geistige Armut und springt enttäuscht ab von den Kirchenschiffen, obwohl es sich so gerne darauf heimisch fühlen würde! Da zieht er hin, der Dunst, der bei Demut und Bescheidenheit und Beanspruchung des GOTTesgeistes nicht sein müsste.

Ökumene darf nicht zu einer Hitliste werden. Jesus unterband jede Eifersüchtelei, denn ihm war das messianische Ziel, sich als Weg, Wahrheit und Leben anerkannt zu wissen, wichtiger. Also wies er seine Jünger zurecht, als sie sich über einen Aussenstehenden, der sich des Namens Jesu bediente, beklagten: "Untersagt es ihm nicht! Wer nämlich als Anhänger meiner Lehre ein Wunderzeichen wirkt, wird nicht so leicht schlecht von mir reden. Ein solcher Ist ja nicht gegen uns, - er Ist für uns. " (Mark.9:38,39).
Großartig, diese Toleranz und Weisheit. Ja, im Weinberg des Herrn benimmt man sich eben nicht wie auf der Etage eines Gemischtwaren-Konzerns. Bischof Marx: "Es ist ja nicht so, als wären wir In einer starken Position, (dass) zwei richtig gut florierende Kirchen diskutieren und sagen: 'wie können wir uns (!) noch mehr helfen?', sondern: zwei nicht ganz so gut laufende Betriebe (!) wollen sich zusammentun und sagen: 'Vielleicht geht's gemeinsam besser." (Mai '03, ARD). Ökumene mit der Brechstange kann nicht werden! Ist die Bündelung verschiedener Auffassungen, für die immerhin viele Gläubige beider Seiten aus Überzeugung ihr Leben opferten, überhaupt sinnvoll? Der Versuch des Katholiken Martin Luther ,   seine   Kirche   wieder   auf   das   Wesentliche gesundzuschrumpfen, in Liturgie und Struktur, hatte zu diesem Zeitpunkt nur die Chance, an machtvoller Muskelspielerei zu scheitern. Dabei war es der erste gültige Versuch, sich des ursprünglichen geistchristlichen Gedankenguts wieder anzunehmen; zumindest in Teilen. Das "l.Vatikanische Konzil"  (1870) schuf eine bittere Frucht: des Papstes "Unfehlbarkeit" in Glaubens- und Sittenfragen, und das im Uneinverständnis einiger Bischöfe! Die Schockwirkung verprellte gleich einige christliche Zweige.
Erst 1948 kam die erste ökumenische Wende, als in Amsterdam einige evangelische und orthodoxe Kirchen den "Ökumenischen Weltrat der Kirchen" gründeten. Die Distanzierung der Romkirche ignorierte denn auch den Beschluß des Weltrates, das Miteinander und die Zusammenarbeit zu suchen. In gewohnt vatikanischer Langatmigkeit, bequemte sich das "Zweite vatikanische Konzil" in 1962-65 dazu, einen ökumenischen Durchbruch anzuzeigen: Die Papstkirche erkannte an, was Tatsache seit Adam & Eva ist: die anderen sind Brüder und Schwestern! Seitdem könnte sich ein Horizont erweitern, den Bischof Marx entregionalisierte: "Ökumene bedeutet nicht nur Ökumene mit der evangelischen Kirche in Deutschland; (sie) ist doch eine Ökumene, die eben weltweit ist." Aha!  Und was ist der Entwicklungsstand in unseren Landen? Karl Kardinal Lehmann (seine Visitenkarte: das Buch Der Kardinal), Bischof von Mainz, sinniert: "Theologisch wäre da noch einiges zu klären"  und konstatiert: "wir waren schon mal weiter als heute." Wieder: Aha!  Stellt sich die Frage, ob stagnieren könnte (Stagnation ist Rückgang!), was vom heiligen Geist geleitet und zum Segen geführt wird? Ein Highlight war es nicht gerade, was beim Berliner Kirchentag vor kurzem für helle Aufregung sorgte! Für den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Manfred Kock, war „ für diesen gemeinsamen  (Kirchen-)Tag noch nicht zu erwarten,  dass wir zu einem gemeinsamen Abendmahl kommen. Deshalb ist man eigentlich richtig enttäuscht,  wenn man die Erwartungen zu hoch geschraubt hatte. "  (In einer Talk-Sendung des ZDF).
Konsens-Signal in selbigem Gespräch vom Rom jünger. Kardinal Lehmann: "Es war klar, dass da noch eine steile Hürde da ist. Aber man darf nicht übersehen: Der Papst macht in der Enzyklika (= päpstl. Rundschreiben} sehr differenzierte Bemühungen, dass er sagt: Trotz dieser  Zurückhaltung  jetzt,  soll  das  ja  nicht  die ökumenische Dynamik bremsen und er zitiert die schönsten Sätze aus einer ökumenischen  Enzyklika,  um da  nicht Mißwohl aufkommen zu lassen."  Und solidarisch lehnt  er sich verbal an die Brust Kocks: "Natürlich bleibt's eine Enttäuschung  - das kann man nicht wegradieren!" Nanu, Enttäuschung auf beiden Seiten? Gemeinsames Abendmahl ja, oder nein, oder vielleicht, oder jetzt noch nicht, oder nie, oder...?

Irritiert trifft da ein Pfarrerlein der Petrikirche eine einsame Entscheidung  - nach bestem Wissen und Gewissen? - und nimmt am evangelischen Abendmahl teil! Was regt die katholische Chefetage so auf? Jesus, der Herr aller,  verweist auf die  Sinnbilder  seines Leibes und Blutes und fordert auf:  "Tut dies zum Andenken an mich!" (1.Kor.11:24). Schreiten nicht schon seit längerem Christen beider Großkirchen in GOTTesdiensten nach vorne, um sich von einem Altar Brot und Wein reichen zu lassen? Provinzielles, ökumenisches Verständnis funktioniert und ohne viel Tamtam ist man einfach fromm und erfreut sich der Kraft. Über 80% Zustimmung sind ein deutliches Votum, überzeugen aber offenbar nicht den Eichstätter Bischof Walter Mixa,  der den Pfarrer Kroll suspendierte, was dann von diesem als "Beurlaubung"  begriffen wurde, "bis ich wieder katholisch bin." Da könnte einem das Brot im Halse steckenbleiben und der Wein wieder hoch kommen, meinte einer und spricht von Fettnäpfchen,  in  die  teuerbeschuhte  Kirchenfüße  unsensibel hinein treten. Wen wundert's, wenn dann das Kirchenvolk raunt aus der Kirche auszutreten ("mir reicht's endgültig!") oder sich der Protest langfristig äussert: "Ich engagiere mich in dieser Kirche nicht mehr!" Allerdings sind auch die Papsttreuen anzuhören und sollten verstanden werden. Disziplin müsse sein und ohne Gehorsam ginge es nicht, "Wo kommen wir denn da hin?!" Nun, wer weiß, vielleicht ist man schon da "hingekommen"...
Fakt ist: ORDNUNG muß sein. Mixa allerdings beruft sich in seinem   Verständnis   zur   Gerechtigkeit   auf   den   im Kirchenrecht definierten Straftatbestand, den sein Untergebener Kroll erfüllt haben soll.  Außerdem wären strenge Richtlinien einzuhalten und könne ein päpstliches Machtwort nicht einfach übergangen werden. Ob es sich der Pfarrer "einfach" gemacht hat, wage ich zu bezweifeln. Aber man weiß es nicht. Tatsächlich sei die Teilnahme an gemeinsamen Mahlfeiern deutlich untersagt gewesen und zwar sowohl von den  deutschen  Bischöfen,  als  auch  vom  Hause  Papst Johannes Paul des II. Wer soll sich da noch auskennen: Kardinal Lehmann antwortet auf die Frage eines Fernseh-Moderators,  ob der Papst denn davon wüsste, dass auf Gemeindeebene Ökumene (mit Abendmahl) stattfinde, herzhaft: "Der weiß das.  Der begrüßt das Ja auch!" Großer Ahaeffekt! Was  sagen  Sie  dazu,  lieber  Bernhard Kroll? Da müsste doch mit dem Papst, der lt. Lehmann in den  letzten  10  Jahren  "einen  richtigen  ökumenischen Schwung hineingebracht"  hat, zu reden sein? Ich habe gelernt,  dass einem Kritiker die eigene Leistung nicht erspart bleibt. Also schuldet die ganze Entwicklung und Geschichte dem eher ratlosen Gläubigen Antworten, mit denen er etwas anfangen kann. Dazu begeben wir uns wieder in die Anfänge kirchlichen Aufbaus. Über die Zeiten der Stammapostel und des Paulus hinaus, konnte Priester ("Ältester") nur werden, wer von GOTT berufen worden war. Keiner durchschaut die Würdigkeit eines Menschen so, wie GOTT es vermag. Also wählte (und wählt!) GOTT Seine Hirten und Seine Diener und Dienerinnen in charismatischen     Gaben.
Buhrufe,     Suspensionen, Beurlaubungen oder Bevorzugungen aus Ordinariaten gibt's da nicht und Dogmen aus Rom oder sonstwoher auch nicht. Dafür ist der Priester GOTT gegenüber  - und nur Ihm - gewissenhaft Rechenschaft schuldig! Bestimmt doch das Gewissen über Soll und Haben des Geistes. Also können wir von der Großzügigkeit und Liebe, aber auch Konsequenz GOTTes lernen!  Wahrheit wird nicht lizenziert und  einer Kirche zugeteilt. Die Jesuslehre wird alle Wechselfälle eigenwilligen Verständnisses überdauern, denn Kirche ist da, wo CHRISTUS ist und nur da!  Bei Christus ist die Liebe! Jesus nahm  jene als Lehrlinge an, "die er sich unter Leitung eines heiligen Geistes erwählt hatte"  (Apg.l:2). Und genau das ist der Kern der Sache: Würden sich die Gläubigen in Harmonie und Eintracht an den Händen fassen und - wie zuvor ihre Glaubensahnen - GOTT um das Wirken Seiner heiligen Geistermacht anflehen, dann wäre man (wieder) eins und die "heilige Kommunion" oder das "Abendmahl" hießen dann vielleicht das "heilige Liebesmahl", was eh hübscher klingt. Dann könnte das Pfingstwunder Einzug in jede Andacht halten...   Denn Trägerin der Gemeinschaft wäre die Liebe zum Nächsten, die Treue zu Christus und Mittelpunkt: GOTT!

Dem spirituellen Christenmenschen wird die Zukunft gehören, denn GOTT schenkt Brot dem, der darum bittet. Dann wird die Geschichte  eines  Bernhard  Kroll  ein  Lehrstück  der Vergangenheit sein und aufzeigen, was Kirchenführer erbeten dürfen, ihnen zu vergeben. Danke für die Geduld, mit der Sie meine Zeilen gelesen haben, ihr Gerhard Krause