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0052

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Schuld

"Du bist schuld!"

Des Menschen Ego erschwert ihm Schuldeingeständnisse! Schuldzuweisungen kommen da schon flotter über die Lippen. Zwischen Schuld und Unschuld liegt aber eine große Bandbreite: Hauptschuld, Teilschuld, Mitschuld, Schuldbewußtsein, Unschuldsgetue, Schuldanerkenntnis, Schuldablehnung, Schuldlosigkeit, Schuldfähigkeit, Pseudoschuld usw.
Religiös betrachtet haben wir uns die größte Schuld einstmals mit unserer Rebellion gegen Christus eingebrockt und wir schlucken noch heute an den Folgen des Sündenfalls (DIE FROHE BOTSCHAFT Best.-Nr. L 14 | LEID -Hintergründe, Ursachen, Lösungen- Best.-Nr.l03. verlag leuchter-hand: Redaktionsanschrift!). Diese Schuld aber, hat in einmaliger Regelung Jesus Christus für uns bezahlt. Dafür schlagen wir uns noch mit Wirkungen aus Folge- und Neuverschuldungen herum. Doch verlassen wir nun das komplexe Feld geistiger Verschuldung. Es gibt Zeitgenossen, die schlichtweg in einer Art Passivstarre verharren und nichts tun, nur um keinesfalls in Regress genommen werden zu können. Wohin das führt, lehrt uns die Geschichte, wenn wir knapp 70 Jahre zurückblicken! Kindern sollte beigebracht werden, für sich und ihr Handeln einzustehen. "Selber schuld" hätten unsere Eltern kommentiert, wenn wir uns plärrend über eine schlechte Zensur beschwert hätten, "hättest du gelernt!" Wenn uns heute eine PISA-Studie den miserablen Wissensstand unserer Schulkinder um die Ohren haut, fühlen wir uns gedemütigt und wissen auch schon, wer schuld ist: Lehrkräfte, Lehrsystem, Lehrmittel, Lernbedingungen u.v.m. Nicht bemängelt werden freilich die zeit- und konzentrationsfressenden Computer (-Spiele), ausdauernde Schulausflüge, die zu Fernausflüge mutiert sind und das versprechen, wonach die Kinderchen gieren: Spaßgewinn und Lust am lockeren Umgang mit Pflichten. Wer Verantwortungsbewußtsein entwickelt und Eigenverantwortung übernimmt, wird weniger die Schuld bei anderen als bei sich suchen! Sind Mütter aber ihren kids Vorbilder, wenn sie ihrem Frust über ihr angeblich verkorkstes Leben in der Familie ausleben und sich das Familienoberhaupt gefälligst schuldig zu fühlen hat? Was lernt das Kind vom Vater, der sich als Versager glaubt und "Hunz und Kunz" beschuldigt, daran schuld zu sein? Schuldverdrängung! Wen wundert's, wenn die Weltbühne wiederspiegelt, was sich in den Wohnzimmern abspielt: Hören wir da den amerik. US-Präsidenten Bush seinem Lieblingsopfer, dem Lebemann auf Ali Kleinschmitts Kosten, Saddam Hussein, etwa zurufen: "Du bist schuld, dass Ich dein Land zerstöre, well du dich nicht an die Resolution 1441 gehalten hast!" Wer die Schuld bei anderen sucht, wird sie niemals bei sich finden! Kreativbegabte Menschen drehen den Spieß um und beschuldigen den Ankläger: "Das Embargo war schuld, wir müssen uns gegen die Sanktionen wehren. Ich bin unschuldig!"
Die Methode ist immer die selbe: "Ich soll schuld sein? Ich bin so well d u so bist; also bist du schuld!" Kommt Ihnen das etwa bekannt vor? In Schuldzuweisungen kann man sich    heftigst verrennen und Vergeltungsgedanken führen zu Rache-Ideen. Vom Kläger zum Richter, vom selbsternannten Richter zum Henker. Im Extremfall wird der fatale Gang zur Selbstjustiz und Vollstreckung, was als "Bereinigung" in den Köpfen solcher erlebt wird, vorgenommen. Welche Vorstellungen mögen den unglücklichen Endsechsziger am 16.Mai d.J. geplagt haben, als er sich sein schreckliches Urteil: schuldig erdacht haben musste und zwei Ärzte in deren Praxen in Ludwigshafen erschoß? Dies, nachdem er zuvor seine krebskranke Frau in ihrem Bett ermordet hatte. Hätten die Aussagen aus Röm.2: l   die Kraft gehabt, ihn von seiner entsetzlichen Tat zurückzuhalten? "Solltest du nun  - wer du als Mensch auch immer sein magst - (...) dich als Richter aufspielen wollen, so wärest du darin nicht zu entschuldigen. Denn worin du deinen Mitmenschen 'schuldig' sprichst, darin fällst du dein eigenes Verdammungsurteil. "
Unrecht beginnt immer damit, den Splitter im Auge des anderen für bedeutsamer zu erachten, als den Balken im eigenen Auge. Wer wie ich an das allgültige Gesetz des Ausgleichs glaubt, wird auch die Schuld dieser Regelung unterwerfen! Alles hat seinen Preis. Jede simple Kleinbank achtet auf das Prinzip, dass Schuld ausgeglichen, also getilgt werden muß. Im Gegensatz zu weltlichen Methoden, achtet GOTT auf den absolut perfekten Ausgleich jeglicher Schuld. ER ist dein Richter - und wenn du Ihm vertraust, zugleich dein Anwalt! ER entscheidet fehlerfrei und gerecht, wann, wie und wie lange die Abrechnung währt und nur deine EINSICHT + REUE wirken sich für dich günstig aus und vermögen Gnade zu bewirken! "Ich ahnde die Schuld der Väter, die sich gegen mich wenden (...)"   (S. II.Gebot: die 10 gebote gottes Best.-Nr. L 01) Wenn wir uns Schuld aufgebürdet haben, sind wir wirklich gut beraten sie einzusehen. Tun wir dies, solange uns hier noch Zeit bleibt. Im Jenseits soll's schwieriger werden! (DIE SPHÄRE DER EINSAWEIT Best.-Nr. 58) Nichts klebt endlos an uns, auch nicht Schuld. Wozu sich also beschweren (= die Seele be-schweren!), anstatt zu tun, wozu Jesus Christus sogar am Kreuz die Stärke hatte: denen zu vergeben, die sich an uns versündigt haben. Mehreres kann man für jene tun, die mit ihrem Verhalten Gründe liefern: A) zu vergeben und B) etwas für deren Seelenheil zu tun: beten ! US-Soldaten fühlten sich durch ein Büchlein, welches von einer christlichen Gruppe an tausende Marineinfanteristen verteilt worden war und den Titel "Eines Christen Pflicht" trägt, aufgefordert, einen interessanten Vorschlag, der dem obersten Kriegsherr George W.Bush zugutekommen solle, zu realisieren. Schriftlich könne tausendfach nach Washington vermeldet werden: "Ich habe mich verpflichtet, in dieser Zeit der Unsicherheit und Unruhe für Sie und Ihre Familie, Ihre Kollegen und unsere Truppen zu beten." Gebete sind positive Willensäusserungen und schaffen Veränderungen, daran glauben mit mir offenbar viele. Seien wir  doch  lieber   'Botschafter  des   Friedens',   als "Kriegsminister" und streiten wir nicht aus der zweifelhaften Position, an allem keine Schuld zu tragen. Wenn dem so wäre, sängen wir bereits als reine Engel das "Halleluja", so jedenfalls meine ich. Ich wünsche Ihnen, was die Bush-Männer ihrem Boss wünschten: "Möge GOTTes Friede Sie leiten".

Ihr Gerhard Krause