kirche_head2
SEND_COVER

Nr.:

0050

zurück zum

“...und Jesus schwitzte Blut.”

Wenn sich zu Ostern besorgte Blicke vieler Menschen gen Himmel richten, dann geschieht dies kaum aus religiösen Gründen - etwa, was der Herrgott gerade über einem denken könnte - sondern der Anlass dürfte vielmehr ein profaner sein: Es wird gecheckt, ob das Wetter die freien Ostertage verhageln oder verschönern möchte. So sind wir halt...
Tröstlicherweise gibt es auch noch andere liebe Zeitgenossen, die sich von der österlichen Zeit und ihrer Bedeutung mitschwingen lassen und sich an diesen Jesus, Sohn des Zimmermannes Joseph, des Nazareners, erinnern.
Zum Osterfest gehört "Karfreitag" und die Nacht davor! Und in dieser Nacht machte sich ein gerademal dreiunddreißig Jahre junger Mann auf, um sich im Garten Gethsemane einem psychischen Desaster zu stellen! Blut zu schwitzen ist keine Normalität und bedarf heftigster Gemütsaufwallungen. Extremer Stress in Schockmanier treibt Geist, Seele und Körper in einen absoluten Ausnahmezustand und kann zu solchen Symptomen führen. Als Psychologe weiß ich, wovon ich spreche. Doch was erlebte dieser Jesus in einer Felsennische, etwas abseits seiner Weggefährten Petrus und der beiden Söhne des Zebedäus, genau? Was war das für ein "Horrortrip", der ihn beinahe umbrachte und den er alleine zu durchlaufen hatte?
Immerhin war er, der höchste Geist nach GOTT, freiwillig in eine menschliche Existenz eingetreten, um die gesamte gefallene Schöpfung von der folgenschweren Abfallsünde, die wir im Geistigen zu begehen wagten, reinzuwaschen. Bei GOTT waren wir reine Geister, Lichtwesen und das sollten wir wieder werden können, so seine Intention. Seine Menschwerdung war die Herausforderung, in diesem Machtbereich Luzifers, denn dazu gehört unsere Erde, allen Anfechtungen   - egal ob geistig oder irdisch injiziert - in Liebe, Glaube und Treue zu widerstehen. Wenngleich diese Aufgabe weit problematischer war und mehr von ihm abverlangte, als es etwas verglorifizierte    Überlieferungen darstellen, gelang es ihm.

Nun, unmittelbar vor dem kreuzesblutigen Abschluss seiner einzigartigen Mission, wurde seine Liebe zu GOTT und den Menschen auf die härteste Probe gestellt. In realitätsgetreuer Wiedergabe wurden dem charismatisch  Begabten via Visionen partielle und globale Schrecklichkeiten vor Augen geführt; Grausamkeiten, Perversitäten und Ungeheuerlichkeiten, wie sie die Menschheit in Zukunft in Szene zu setzen gedachte! Die auf den gequälten Menschensohn einhämmernden Eindrücke werden von Fragen überdeckt worden sein, wie diese; "Ist deine Liebe stärker als diese Bösartigkeiten von Menschen? Bist du bereit auch für jene zu sterben, die solch Unheil und Grauen anzurichten imstande sind? Sind es dir die Aggressoren, Mörder, Verführer, Gottesleugner und Ohrenbläser, die auf deinen Namen und deine Getreuen spucken werden, wert, sie in das grandiose Erlösungswerk - die Rückführung der gefallenen Schöpfung - mit einzubeziehen? Willst du auch deren Messias sein, die den Namen des Herrn scheinheilig im Munde führen, die im Pakt mit deinem missratenen Bruder, des Höllenfürsten, stehen?"
Wenn wir uns dieses Szenarium vorstellen, beginnen wir zu begreifen was Jesus in dieser Nacht durchzumachen hatte. Millionen Augen Gefallener aus allen Kriegen mögen ihn angestarrt und das Hohngelächter und kernige Sprüche der Kriegstreiber könnten in seinen Ohren unerträglich gedröhnt haben. Waren verstümmelte irakische Kinder dabei, vor irrsinnigem Schmerz wimmernde Mütter und verzweifelte Männer in Uniformen, beidseitig staubiger Fronten, die ihm fast das Herz brachen und war alles untermalt von der Jahreszahl 2003 ?

Blut zu schwitzen war da eine beinahe zwangsläufige, psychosomatische Reaktion und wären ihm da nicht kräftespendende, geistige Helfer zur Seite gestanden, Jesus Christus wäre irre geworden an den Bildern ungeheurer Verbrechen, der Menge vermeidbarer Verfehlungen und übelster Schwächen  - an Menschen, die sich dann auch Christen nennen würden...

"Ja, ich will und werde sie alle erlösen, sie mit meiner Liebe tragen und keinen einzigen von ihnen aufgeben; jetzt nicht und zu keiner Zeit!" So oder ähnlich könnte Jesus gestammelt haben und GOTT sah, dass es gut war und diese Prüfung sein musste. Denn auch in dieser Nacht hatte sich ein geistiges Gesetz zu erfüllen: GOTT verschenkt nichts! Alles vermag Harmonie und Ausgleich nur im Gleichgewicht von Geben und Nehmen zu finden.

"Und willst du nicht mein Bruder sein, so schlag' ich dir den Schädel ein!"
Selten zuvor stand ein Politiker der Neuzeit offener zu dieser krassen Handlungsdevise, als ein amerikanischer Cowboy, der in einem Haus residiert, das sich "weiß" nennt. Anbetrachts der Geschehnisse, deren Zeitzeugen wir sein müssen, könnte man glatt bezweifeln, dass alle einmal  - lange vor Grundlegung der Erde und anderer sichtbaren Gestirne - reine Engel gewesen waren. Doch auch dieser kriegerische Affront stellt eine globale Herausforderung an das Gewissen jedes einzelnen Menschen dar, sich für oder gegen die Liebesgebote zu entscheiden. Jesus musste durch seine Visionen erkennen, dass es ein langer, manchmal ein geradezu verdammt langer Rückweg in die Himmel für manche Geschöpfe werden würde. Doch der Erbplatz im Hause GOTTes bleibt jedem zugewiesen und wir sollten uns hüten zu beurteilen, wer der Glückseligkeit näher oder ferner ist. GOTT richtet's schon, da können wir beruhigt sein.
Du und ich, wir aber können auf dieser etwas übergeschnappten Welt Inseln des Friedens sein, Lichtträger und -trägerinnen und Hoffnungsträger für manche Verzagten, die kaum zu glauben wagen, dass alles wieder gut werden kann. Lass Ostern in dir sein! Es stimmt schon: Jesus Christus ist auferstanden und sprengte höllische Gefängnisse  auf. Damit vermag sich jeder aus freiem Willen dem Höllenstrudel und damit Aggressionen, Ängsten oder Depressionen zu entziehen. Das ist eine eigene , jedoch ebenso wunderbare "kleine Auferstehung"! Wird nicht gerade in diesen Tagen, die uns mit Gewalt, mit Tod und Lüge bewerfen, Ostern gebraucht?

Warum beschließt du nicht, dass deine persönliche Zeitenwende justament zu Ostern 2003 angebrochen ist? Du  beschließt einen inneren Frieden nach außen zu tragen, Freude und jene Ruhe auszustrahlen, wie sie Christen eigen sein können. Der wahre Sieg spielt nicht die Melodie klirrender Waffen, sondern ist umsungen vom Lobpreis GOTTes und Siegesruf Jesu Christi, dem HALLELUJA! Dieses Wissen ist uns Christen eigen.

Keiner ist dazu verurteilt passiv zuzusehen, wie einige Wenige diesen Planeten zum Tollhaus umzuwandeln versessen sind. Denn auch und gerade das  Gebet  im gläubigen Vertrauen ist eine aktive Handlung und besiegt die Hoffnungslosigkeit und Zweifel: "Das inständige Gebet eines gottestreuen Menschen hat eine große Kraft" Jak. 5:13

Wer weiß, vielleicht hatte Jesus im Garten Gethsemane auch dich und deine Zuversicht sehen können und daraus Kraft bezogen, sein irdisches Erlösungswerk zu bewältigen...?
Ihnen und euch allen, wünsche ich in diesem Sinne ein frohes Osterfest und Frieden im Herzen,
Gerhard Krause