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0049

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“Im Schweiße deines Angesichtes...”

Möchten Sie wissen, wo genau das Schlaraffenland liegt? Es liegt eingebettet zwischen Dänemark im Norden, die Niederlande,  Belgien,  Luxemburg und  Frankreich  im Westen,  die Schweiz und Österreich im Süden, die Tschechische Republik und Polen im Osten. Dieses vielbeschwärmte Land, wo Milch und Honig fließen sollen, trägt das Nationalitätskennzeichen "D". Allerdings nennen sich die Einwohner dieses Landes nicht Schlaraffen, was in der Bedeutung Müßiggänger heißt,  sondern es ist im Gegenteil ein in Rastlosigkeit und Streben durchaus begabtes 82-Millionen-Volk, das "die Deutschen" genannt wird.

Einige Millionen Arbeitslose unseres Volkes und deren Angehörige können dem heftig widersprechen, dass wir ein Schlaraffenland sein sollen, zudem auch Milch und Honig für manche kaum noch erschwinglich sind. Übersehen wir auch mal den zunehmend schwindsüchtigeren Katalog von Sozialleistungen und ignorieren wir einfach die Klagerufe der nächsten Rentnergenerationen, weil Schluß mit lustig im Ruhestand und der Alterssitz auf Mallorca zur Fata Morgana geworden ist. Wer wird denn so pingelig sein! Schließlich kann bei uns doch jeder reich werden! Wir schulden dafür all den lieben  Fernsehsendern,  Lotteriemolochen  und  Mammutwohlfahrtsorganisationen heißen Dank und Anerkennung, denn sie möchten jeden Schlaraffianer, pardon, Volksgenossen, zum Millionär machen und die Schicht der Reichen professionell und am laufenden Band selbstlos mehren. Soviel Güte treibt mir das Wasser in die Augen.
Hartnäckigkeit, eine Wahlwiederholungstaste und das berühmte Quentchen Glück sollen genügen, in unserem Schlaraffenland reich zu werden. Wissen und eine gute Allgemeinbildung sind in den Quizsendungen nur begünstigende Beigaben. Um die Mindesterwartungsbürde von 16.000 Euro Gewinnsumme zu erlangen, kann es genügen das geneigte Publikum abzufragen und es weiß mit hoher Treffsicherheit die schwierige Frage zu beantworten, ob Kolumbus Amerika mit dem Fesselballon, dem Schiff oder mit Neckermann-Reisen entdecken konnte. Ist es nicht eher Schmerzensgeld, was für solche Fragen ausgescheffelt wird? Das, was sämtliche Urahnen des auserwählten Glückspilzes zusammen durch größte Sparsamkeit und gnadenlose Schufterei nicht schaffen konnten, viel Geld auf die Kante zu bekommen,  ist über eine mittelsimple Frageleiter vom heute lebenden Nachkommen in dreißig Minuten vollbracht! Kriegen Sie da nicht glänzende Augen vor Bewunderung, wenn ein bis dato gewesener Berufsstudent, ohne Abschluß, 125.000 Euro  (in der von mir immer noch gerechneten griffigeren Währung: 'ne Viertelmillion Mark!) absahnt? Dass er nicht zu sagen wußte, wieviele Semester er genau verbraten hatte darf man ihm nicht vorwerfen, war doch Mathematik offenbar nicht sein Leistungsfach... Da hat sich doch die Lebensphilosophie zumindest dieses relativ jungen und arbeitsunerfahrenen Menschen klasse bewährt,  kann er doch nun zumindest die letzten fünf schlappen Jahre nachträglich als hochbezahlt betrachten. Hoch lebe das Schlaraffenland. Geht doch! Aber eine Frage quält mich und stört die ungetrübte Freude: Was hat sich der Herrgott nur dabei gedacht, als Er dem Adam und damit uns allen! - ein weniger problemloses Leben verhieß? "Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen" und zwar solange, "bis du zum Erdboden zurückkehrst, von dem du genommen bist. "  (1.Mos.3:l9)

Hat GOTT etwa "RTL" und andere Wohlstandsmacher glatt übersehen? Sind Geschenke wie nigelnagelneue Wünschhäuser, Traumreisen, Luxuskarossen usw. Engelsgeschenke? Ist das ein Sponsoring des Himmels dafür, weil wir so brav sind? Kommt man sich nicht blöd vor, für seine paar Kröten auch noch hart zu arbeiten? Aber ich arbeite gerne und das sogar ehrenamtlich; verflixt bin ich altmodisch! Wo uns doch die liebe Welt mit Sahneschnitten überschüttet und man sich fast schuldig vorkommt, noch kein Kandidat gewesen zu sein. Was meinte GOTT, als Er der Menschheit die Maloche verschrieb? Warum lässt Er's anders laufen? "Wie man sich bettet, so liegt man." Richtig. Doch GOTT richtet nicht unbedingt unser Bett, sondern deckt uns höchstens zu, wenn wir uns allzusehr zu schaden drohen. Er respektiert den freien Willen und ließ es zu allen Zeiten zu, dass manchen Macht und Wohlstand im Überfluss zugeschanzt wurden. Dennoch hat GOTTes Wort ewigen Bestand!  Die PRÜFUNG nämlich liegt in der Wahrung und Befolgung göttlichen Willens. Man soll "es sich sauer werden lassen" empfiehlt das Evangelium. Sich fleißig für die gute Sache einsetzen, sich nicht schonen, seine Arbeit zu einem Geschenk an GOTT machen. Seelische Zufriedenheit erster Güteklasse erlangt man nicht durch Lebensresturlaub, Bescheidenheit und Mammon beissen sich und Glück durch erspieltes Geld ist eine Illusion. Nein, weder ich, noch sonst wer so denkt,ist deshalb zwangläufig ein Neidhammel oder Spielverderber. Millionen Menschen möchten nicht Multimillionär, aber sinnvoll beschäftigt sein und würden gerne bei Tagesanbruch lesen, was in meinem Bad hängt: "Begrüße froh den Morgen, der Müh und Arbeit gibt, es ist so schön zu sorgen, für Menschen die man liebt!" 
Hirn, Herz und Hände haben wir, um dem Moment Sinn einzuhauchen. Persönliche Fähigkeiten und Möglichkeiten haben wir, um aus den Gaben zu geben! Die mit Herz bestimmte Qualität, ist dem kalten, köpf gesteuerten Werk immer zu bevorzugen.  Wenn Hirn  und  Hände  nicht  mehr  so recht wollen, bleibt dem Herzen immer noch das kleine Gebet. Jedes kleine gute Wer (fc, ein Schärf lein vielleicht, ziert als Pluspunkt das 'Buch des Lebens'! GOTT verlangt schon nicht zu viel und ist nicht kleinlich. Würden wir sonst Schinken auf dem 'täglich' Brot' haben? Wir sollen uns bewegen, so GOTT zu Adam, bis wir wieder zu Erde (oder meinetwegen Asche) geworden sind. Solange wir halt in der Lage sind. Bewundern wir nicht insgeheim einige, die "bis zum Umfallen" mitmenschlichen Aufgaben nach- gekommen sind? Wir ahnen, dass sie ihre Sache gut machten. Sind nun die vielen Millionen Euros, die Pflastersteine des "Schlaraffenlandes",  auf dem eine zunehmende Gilde von Millionären oder Höchstwohlbetuchten tänzelt, unmoralisch? Soll das altbewährte Erfolgsrezept "Brot und Spiele" unter Einbeziehung des Volkes -  nun Grünspan ansetzen und als unseriös verdonnert werden? Aber nein. Wie war's denn mit Selbstbedienung und Nächstenliebe?
Vorschlag: Jedem Spieler respekt. Quizkandidaten bleibt es freigestellt, mit der Anschrift einer "Partnerfamilie" anzutreten. 50% der erspielten Summe (verdienten kann man ja nicht sagen), gehen an eine echt notleidende Familie, an elternlose Kinder,  bedürftige Mitbürger aus dem Lande. Unsere Solidarität beweisen wir doch z.B. reflexiv bei Hochwasserkatastrophen. Wir können's also, für Menschenbrüder und Menschenschwestern ein Herz zu haben. Andere Einrichtungen wie Kinderheime, Kliniken u.a., werden eh gut durch Aktionen und Prominentenengagement versorgt. Denken wir bitte mehr an den einzelnen Armen,  der aus Scham nicht jammert und irgendwo neben uns lebt. Irgendwo ist überall! Teilen wir unser Glück, dann wird's  gesegnet sein, so denke ich und in allen Herzen und Gesichtern wird Strahlewetter und Freude sein, wie ich sie sonst selten entdecken kann. Dann lächelt auch GOTT, der uns ja garnicht so sehr schwitzen lässt und uns auch die Rentenzeit gönnt. Isch man jo bloss, nix für ungut also. Ihr
Gerhard Krause