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0048

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X. Gebot “Du sollst nicht Gelüste tragen...”

Nichts brächte viele Deutsche mehr um den Schlaf, als das neue Auto des Nachbarn, so jedenfalls wird behauptet. Sind wir tatsächlich ein Volk von Neidern? Prestigegewinn durch Besitz? Leben wir nicht längst weit über unsere Verhältnisse? Sind wir nicht vielmehr Weltmeister im Gejammere? Viele tränenfeuchte Stellen in der Bibel schildern diese Meisterschaft:
"Als GOTT nun Ihr Wehklagen (Stöhnen) hörte (.. ) sah Er sich die Israeliten an, und GOTT nahm Kenntnis davon." (2.Mos.2:24)
Da können wir von GOTT lernen die Ruhe zu bewahren, wenn allzu lautes Gejammere unserer  Volksgenossen Mitleid erheischen möchte. Trotz schlechter Zeiten erobern wir nach wie vor als lebensfrohe Touristen die ganze Welt ("So ein Tag, so wunderschön wie heute..."), auch Kleinbürger kapern Luxusliner und schnuppern auf Traumschiffen der Großkopperten Düfte, zunehmend pflügen über die Überholspuren unserer Autobahnen Edelkaroschen, die so teuer sind wie früher ein Einfamilienhaus und "nichtlebensnotwendige Produkte" (Kosmetik z.B.) bescheren den Branchen glänzende Augen und werden so heftig verlangt, wie man früher Kernseife zum Wäschewaschen begehrte. Unsere Spaß-, Wohlstands- und Lustgesellschaft scheint auch einen moralischen Niedergang verkraften zu wollen und niemand bekommt mehr einen roten Kopf, wenn sich zu einer   Maitresse oder sonst einem speziellen Schmankerl bekannt wird ("Man gönnt sich ja sonst nichts!"). Egomanie heißt die Krankheit ohne Impferfolge!
Wären Neid, Disziplinlosigkeit, ungerechtfertigtes Besitz- und Machtstreben bzw. Gier, nicht der menschlichen Natur verhaftet (günstigenfalls latent und unausgelebt), hätte sich GOTT der Herr Sein 10.Gebot ersparen können!

    X.Gebot du sollst nicht Gelüste tragen nach dem Hause deines Nächsten,. nach dessen Weibe nach seinen Bediensteten seinen Tieren und allem, was deines Nächsten ist.

Was rät uns GOTT an? Zufriedenheit !
 Kümmere dich bestens um das, was dir gehört. Gelüste ist Begehrlichkeit oder Begierlichkeit (worin wir das Stammwort "Gier" entdecken). Begierde oder "irdische Lust" wie es in l.Petr.2:11 trefflich heißt, "Ist eine Feindin der Seele"!
Der Welt schreierische Auslagen möchten uns versuchen und wo die Reize auf eine innere Empfänglichkeit stoßen, wird der verführbare Mensch "von seiner eigenen bösen Lust gereizt und verlockt". Das fatale  Endergebnis  wird  im l.Jakobusbrief aufgezeigt: "Hat die Lust die Einwilligung des Menschen erlangt, dann gebiert sie die Sünde des   Abfalls von GOTT."
Keiner kann doch ernsthaft erwarten, dass der uns sehnsüchtig erwartende Allmächtige zu diesem desaströsen Vorgang, der "den geistigen Tod der Trennung von GOTT zur Folge" hat, schweigt. "Gönne jedem alles.", möchte ich deshalb jedem zurufen. Dann wird dir nicht das Haus des Nächsten, dessen Anwesen und Besitz begehrenswert erscheinen. Mache  dich zu einem Haus GOTTes und es werden sich keine verwerflichen Ambitionen einschleichen können. Ob nun einer des Nächsten Weib begehrt oder eine der Nächsten Mann  - immer wird Nachgiebigkeit mit Leid zu bezahlen sein. Dies bedauert GOTT in Seiner Richterrolle so sehr, dass ihm diesbezügliche Übergriffe in verschiedenen Varianten gleich zweimal erwähnenswert ist: im 7. und dem 10.Gebot!
Wer "gute Leut'"  - Bedienstete des Nächsten -  früher für sich abwarb, ruinierte oft dadurch das Werk des anderen. Die Abwerbungstaktiken mögen sich geändert haben,  die Motive kaum. Abgeworbene Bedienstete übersehen womöglich die damit verbundene Verschuldung! Hat man ihnen nicht Vertrauen geschenkt, auf sie und ihre Fähigkeiten gesetzt, ihre Treue erwartet? Und wofür werden diese Werte geopfert? In den meisten Fällen für Geld und Karriere. Nicht   nur   Verträge müssen begraben werden, sondern auch Hoffnungen und Versprechungen. Bei Versprechungen aber von Mensch zu Mensch,  wird GOTT sehr hellhörig.
Wer das 10.Gebot bricht, mißachtet Moral, Bescheidenheit, Selbstdisziplin, Zurückhaltung und des Nächsten Eigentum, Lebenskreis und Verantwortlichkeiten. Alles, was zu einer gut ausgestatteten Existenz nötig ist, schützt der 'Geber aller Gaben' von jeher: Dach, Familie und Helfer. Was die Tiere betrifft, so ist das in unserem Zeitalter durch Fuhrpark und Maschinen abgelöst. Wer sich des hohen Liebesgebotes bemüht: "LIEBE DEINEN NÄCHSTEN UIE DICH SELBST", wird die Gebote 4-10 nicht verletzen!
Auf Sinai sind der Menschheit die 10 Gebote gegeben worden, damit jeder klar ermessen kann, was Sünde ist. Mit der Einhaltung ist noch nichts getan, außer dass Konsequenzen vermieden werden. Die geistige Glückseligkeit aber verdient man sich durch "GLAUBE + GUTE WERKE"! Dennoch gilt:    "Wer also ein einziges von diesen Geboten  - und wäre es das kleinste -  aufhebt (...) wird als der Geringste im Jenseits gelten."
Ihnen alles Gute, Ihr   Gerhard Krause