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VII. Gebot “Du sollst nicht ehebrechen”

Die Ehe als Stand wird von GOTT durch Sein VII. Gebot geschützt:

Du sollst nicht ehebrechen.

Wozu hätte GOTT dieses Gebot erlassen sollen, wenn die Ehe als Form des Zusammenlebens zweier Menschen nicht von elementarer Bedeutung wäre? Wer sich mit Ehebruch beschäftigt, muss sich mit dem, was Menschen unter Ehe verstehen, auseinandersetzen. Das eine geht logischerweise ohne das andere nicht. Theologische Deutungsmuster halten sich thematisch an l.Mos.2: 18 "Es ist nicht gut für den Menschen, dass er allein ist:
ich will ihm eine Hilfe ((=Gehilfin, Beistand) schaffen, die zu ihm passt."
 Seines Willens ist es, im Schöpfungswerk die Verbindung von Mann und Frau für ein Leben lang verbunden zu sehen. Wäre Ihm sonst die Treue der beiden zueinander so wichtig?
""Ist es dem Manne gestattet, sich aus einem beliebigen Grunde von seiner Frau zu scheiden? "Listige  Pharisäer  handelten sich von Jesus auf ihre Frage die Antwort ein: "wisset ihr nicht, dass der Schöpfer von Anfang an ein Männliches und ein Weibliches als zusammengehörig geschaffen und gesagt hat (...) und beide werden sein, wie ein einziges Lebewesen. Sie sind also nicht als zwei zu betrachten, sondern als ein unteilbares Ganzes, Was daher GOTT paarweise zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht trennen." (Matth.l9-.4-6)
Mit jedem Gebot, mit jedem von GOTT gegebenen   Lehrsatz, markiert sich die "niedere Sinnlichkeit" (Eph.4:22) deutlicher. Als Christen wenden wir uns entsprechend der christlichen Ethik zu und vermerken, dass in den Anfängen der Geschichte Israels die Ehe nicht monogam, sondern polygam (mind. 2 Frauen) ausgerichtet war. Auch die christl. Ethik sah sich zu allen Zeiten Wandlungen ausgesetzt; ohne Bewertung darüber, wie nützlich oder unangebracht dies gewesen sein mag. So durften bzw. konnten früher Sklaven und Tagelöhner nicht heiraten.

In unseren Breitengraden ist die Ehe, als geregelte Form des Zusammenlebens von Mann und Frau, monogamischer Art. Das AT kennt teilweise, wie noch im Orient gebräuchlich, die Polygamie. Die in der monogamen Ehe gepflegte Ordnung in sexueller Beziehung, wendet sich konträr den in Gal. 5:19-20 aufgeführten, triebgesteuerten "Werken". GOTT ruft uns und baut uns Gleise! "Lasst euch aber von der irdischen Lust leiten, dann treten die daraus entspringenden Merke bald zu Tage; die sind: Unzucht, Unsittlichkeit und Ausschweifung".

Als eine Ehebrecherin ertappt worden war, beriefen sich die Priester auf 5.Mos.22:22 "wird ein Mann im Ehebruch mit der Ehefrau eines anderen ertappt, so sollen sie beide sterben." Hinterlistig mit dieser Aussage konfrontiert, schrieb Jesus "mit dem Finger in den Staub am Boden".   Wer könnte nicht verstehen, wenn Jesus damit die Vergänglichkeit selbstgerechter Attacken symbolisieren wollte? (Joh.8:7). Damals wie heute beziehen wir Geschöpfe aus unseren Leistungen zu GOTT: Glaube und Vertrauen, große Kraft. Ohne diese Leistungen wäre die menschliche Gesellschaft längst bankrott, also gilt es sie zu stärken! Die Ehe basiert auf den gleichen Ansprüchen, die damals wie heute unter üblen Verwerfungen auf breitester Basis zu leiden haben! Dies wußte Jesus genau und forderte die Sündergesellschaft auf:  "hier von euch ohne eine solche Sünde ist, soll zuerst einen Stein auf sie (die Ehebrecherin) werfen!"

Wenn sich christliche Kirchen über die Einordnung der Ehe uneinig sind, kann sich unter den Gläubigen nur Verunsicherung breitmachen. Der luth. Tradition, die Ehe als "weltlich Ding" einzustufen. widerspricht die kath. Kirche, für die die Ehe ein heilig "Sakrament" ist, was allerdings der Ehetreue dienlicher sein dürfte, da die Verantwortung vor GOTT klarer herausgestellt ist. Glaube ist eine stabile Bindung zur Treue, sofern er stabil ist. Das Jawort vor dem Traualtar beinhaltet die Bereitschaft, das Eheversprechen einzuhalten. Erzwingbar freilich ist diese freiwillig gegebene Treueverpflichtung nicht. Die Unauflöslichkeit der Ehe und damit verknüpfte Treuezusage, unterstreichen alle christlichen Kirchen, bis auf diskutable "Ausnahmen", auf die wir noch kommen.
Treue sei "ein leerer Wahn", so der dt. Komponist Carl Orff (1895- 1982). Lassen wir doch den prot. Theologen Dietrich Bonhoeffer (1906-1945), antworten. Er sagte in einer Traupredigt im Mai 1943: "Nicht eure Liebe trägt die Ehe, sondern von nun an tragt die Ehe eure Liebe!"
Noch vor 2 Generationen wurde der hohe Wert sittlicher Treue nicht nur besungen, sondern weitgehendst gelebt. Heutzutage versuchen weltliches Gerümpel und Gesinnungspest jede Absicht zur sittlichen Treue zu verstellen. Wer sich offen für die Treue in der Ehe oder Keuschheit vor der Ehe einsetzt, was ja beides im Sinne GOTTes ist, wird hämisch als Bonhomme, als ein gar zu einfältiger Mensch, abgestempelt. Was gefällt mag zwar modern sein. aber nicht unbedingt gut! Da sorgt schon für Unruhe,   wenn  der Kanzlerkandidat Edmund Stoiber die ledige und schwangere Bundestagsabgeordnete Katherina Reiche ausgerechnet zur Sprecherin für Familienangelegenheiten vorsieht, womit der Ehe ohne Trauschein eine bundesweite Würdigung beschert würde. Zolle der Schauspielerin Ulrike Folkerts für ihre öffentlich in einem Fernsehauftritt bekundete Meinung. Ehe sei "ein bekloppter Begriff". Beifall wer will. Die sog. "wilde Ehe" wird in deutschen Landen von ca . 20% bevorzugt - mit steigender Tendenz! Vorbei die "altmodische" Verlöbniszeit, mit sittlicher Bewährung und Zurückhaltung? Alle wollen nunmehr alles und das auf einmal...!
Der Vertrauensschwund bleibt nicht aus. 1960 wurden von 1000 Ehen 35,7 geschieden, 1983 waren es bereits 80,6. Wahrlich ein gesamtgesellschaftliches Problem! Die Ehe als Lebensform wurde in 1960 pro 1000 Einwohner von 9,4 und in 1983 nur noch von 6,0 gewählt.
Die homosexuelle Gesellschaftsschicht fühlt sich von der "Institution" Ehe eher angezogen und der amtlichen Eintragung als Lebensgemeinschaft steht ja nun nichts mehr im Wege. Wer Meinungen mag, kann darüber ab Röm.1:26 ff nachlesen...
Die ev. Ethik akzeptiert die Ehescheidung als Konsequenz und verweigert auch danach nicht die erneute Eheschließung. Die ganz "schlaue" Romkirche hingegen annulliert auch schon mal eine Ehe, selbst wenn sie vor eigenem Altar geschlossen worden war und legt damit einer faktischen Trennung nichts in den Weg ("Privilegium Petrinum"). Na ja... Welchen Stellenwert die Treue in solchen Zusammenhängen besitzt, kann sich jeder ausmalen. Nicht nur der zweitstärkste Trieb des Menschen, der Sexualtrieb, produziert "Fehltritte" oder "Seitensprünge". wie's   so schön heißt. Das alleine wäre zu einfach. Keinen Ehebruch in einem Klima der gespreizten Beine zu   begehen,   scheint   ungeheuer schwierig zu sein. Doch nicht unmöglich! GOTT überlastet niemanden, in nichts und Seine Gebote gab Er nun mal "ohne Wenn und Aber". Jede unserer Verfehlungen hat Wirkungen, ist aber auch dann verzeihlich, wenn wir uns "in Einsicht + Reue" üben und die neue Haltung auch praktisch unter Beweis stellen. Auch der gedankliche Ehebruch gilt - geistige Bewertung des geistigen Geschehens! - als begangen! Treue, Zuverlässigkeit, Selbstbeherrschung und Einhaltung gegebener Versprechungen, sind zugegebenermaßen harte Herausforderungen, verhelfen aber gerade deshalb zum Sieg (über sich selbst?)?) in diesem Leben. Charakter Veredelung ist das hohe Ziel unserer Existenz. Das ist zu schaffen, so män isch, oder?

Ihr Gerhard Krause