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0042

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V. Gebot “Ehre deinen Vater und deine Mutter”

Immer kürzer wird die Lebensphase, in der sich Eltern und Kinder als Familie begleiten. Die Freizeitgestaltung der meisten Kinder treibt sie entweder auf die Straße, oder isoliert sie vor dem Computer oder anderen Spielchen. Das Bedürfnis, möglichst viel Zeit mit den Eltern zu verbringen, lässt schnell nach. Wenn ich Eltern mit ihren Kindern unter 12 Jahren spielen sehe, dann packt mich Wehmut und ich rate ihnen, diese schöne Zeit der Anlehnung und Offenheit nur recht intensiv zu genießen. Allzu früh wird der Schoß des Vaters verpönt, die Küsschen werden weniger und das Einkaufen mit der Mutter uninteressant. Sonntagsausflüge werden als langweilig empfunden, es sei denn, man bereichere einen Vergnügungspark. Nicht nur weil das ehemals so hübsche Kinderzimmer  - je nach Weltvorstellung des Jungmenschen -  zur Räuberhöhle verkommt, wachsen die Unvereinbarkeiten zwischen Eltern und Kind. Der zunehmende Graben in der Familie wird oft nur noch durch billige Kompromisse bzw. hilflose Zugeständnisse, wie Duldung merkwürdiger Auswüchse, Akzeptanz kesser Ansprüche und Forderungen und "So-tun-als-sei-die Welt-in-Ordnung- Gehabe", überbrückt. Natürliche Trennungsprozesse mal ausgenommen: "Aus diesem Grunde, wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seinem Weibe hangen und die beiden werden sein wie ein einziges Lebewesen.”(Eph.5:31)

Eine in manchen fernen Ländern eher exotische, jedoch elegante Lösung, enthebt die Eltern hübscher Töchter der Sorgen nebst resultativen Differenzen, sich mit dem Sexualtrieb früh jugendlichen Wesens auseinandersetzen zu müssen. Die Töchter werden so früh verheiratet, dass sich diesbezüglicher Diskussionsstoff sehr moralisch in die Ehe ergießt! Der Pubertät ist es wurscht, ob sich ihrer verheiratet oder unverheiratet angenommen wird.

Ich kann es nicht verstehen, wenn in unserer Zeit einem vielleicht gerademal Zwanzigjährigen eher mitleidig oder belustigt erstaunt vorgehalten wird: "Was? Du lebst noch bei deinen Eltern?" Die Nabelschnur kann doch durchtrennt sein, obwohl man sich von Mutters Kochkünsten verwöhnen lässt! Darf denn die Verbindung zu seinen Eltern nicht mehr direkt, sondern nur noch auf Entfernung, per Telefon oder e-mail gepflegt werden? Müssen denn Welten zwischen den Generationen liegen? "Wenn du noch eine Mutter hast.." beginnt ein prosaischer Denkanstoß und mahnt, dieses Glück zu erhalten.

"Ihr Väter, erwecket nicht das Gefühl der Erbitterung in den Herzen eurer Kinder, sondern erziehet sie so, dass ihr sie in einer Art unterweiset, wie sie den Kindern angepasst ist, und ihnen die rechte Einsicht in die Lehre des Herrn vermittelt." (Eph.6:4)

Hoppla, ihr allzu gestrengen Väter; GOTT wünscht Freude und Zufriedenheit in den Herzen kleiner Menschenkinder zu sehen. Der gestrenge Vater möge also gefährliche Auslöser für Verbitterung vermeiden, als da sind: Ungerechtigkeit, ein verbiesteter Puritanismus ohne Gesprächskanäle, was zu Psychostaus führen kann, zu hohe Leistungserwartungen, Disharmonie im Familienverbunde, dragonische Strafen für Lapsus, Missachtung kindlicher Normen oder übermächtige Elterninteressen. Dies und manches andere vermag "Verbitterung in den Herzen eurer Kinder." hervorzurufen.

    V. Ehre deinen Vater und deine Mutter damit
    du lange lebest dort wo GOTT der Herr
    dich hingibt.

"Ihr Kinder, seid euren Eltern gehorsam. Denn so entspricht es dem willen GOTTes.” “Ehre deinen Vater und deine Mutter!” - das ist das einzige Gebot, in dem die Verheißung geknüpft ist:” Damit es dir wohlergehe und du lange lebst auf Erden.”
Paulus bezieht sich da auf die Thora, s.2.Mos.20:12. Mehr darüber später.
GOTT besteht auf Gehorsam der Kinder, ihren Eltern gegenüber. Kritisch bemerkt, sind es jedoch Erziehungsprodukte, die  den  Eltern  gespiegelt  werden:   Respektlosigkeit, Unhöflichkeit, Unfreundlichkeit, Maulerei, Disput, unverschämte Forderungen, Widerspruch, Unehrlichkeit usw. Das schwache Abwehrverhalten der meisten Eltern resultiert u.a. aus Bequemlichkeit, Konfliktscheue oder sogar Verlustängsten.

GOTTes Erziehungsprinzip? LIEBE - ORDNUNG - STRENGE. Auch GOTT ist Eltern und wir sollten von Ihm unbedingt lernen. Die natürliche Familienliebe sei bleibende Basis, ungeachtet des Kindesalters. Ohne Ordnung und Regeln wäre dem Chaos Tür und Tor geöffnet und erst wenn Ordnung und ordentliches Verhalten bewusst missachtet werden, erfolgt mit der Strenge die unausbleibliche Wirkung. Dies alles erfordert freilich elterliche Anstrengungen und etwas, was meist vergessen wird: Kontrolle. Es kann nur ungenügend und folgenschwer sein, wenn sich der elterliche Erziehungsauftrag darin erschöpft, den Kindern ein lückenloses Beschäftigungs- und Vergnügungsprogramm anzubieten. Damit steuern die lieben Kleinen ihre Disziplinierung im lockeren Rahmen selbst und auch dadurch, sich stundenlang vor einem Computer zu isolieren,oder so. (Haus-)Pf lichten zu vernachlässigen fällt freilich leichter. Aber sich in das fatale Verständnis einer Spaßgesellschaft einzulullen,, wird noch leichter gemacht.
Vater und Mutter zu ehren bedeutet nicht wegzuhören, Ratschläge und Empfehlungen als Hilfen zu bewerten, aus deren Lebenserfahrungen bereit sein zu lernen, deren Leistungen anzuerkennen, ihnen Vertrauen schenken und niemals auf die schnöde Idee zu kommen, alt sei gleich doof.
Wer seine Eltern von Herzen liebt, hat keine Probleme sie zu ehren und benötigt den Anstoß des Paulus (l.Tim.5:4) nicht, "den Eltern und Großeltern die empfangenen Wohltaten zu vergelten; denn das ist wohlgefällig in den Augen GOTTes.”

Der von GOTT ausgesetzte und in den meisten Übersetzungen unterschlagene Lohn für Wohlverhalten: "damit du lange lebst dort, wo GOTT, der Herr dich hingibt."
Sichert demnach die Beachtung des Elterngebotes ein langes Leben? Das nicht unbedingt, dafür aber wird ein bleibendes Domizil in Aussicht gestellt und damit Rastlosigkeit, vielleicht sogar Heimatlosigkeit (?) verhindert. Ehrerbietung den Eltern gegenüber lohnt sich und machte in alten Zeiten schon deshalb weniger Probleme, weil die "Altvorderen" den Besitz ihren Kindern unter der Auflage des Versorgtseins überließen. Bis auf Ausrutscher, kannte man noch das Abgeben und die Dankbarkeit und durch das Zusammenleben unter einem Dach, profitierten gleich zwei bis drei Generationen. Die Achse war die Religion der christlichen Gesinnung. Würde und Würdigung waren angesagter als heutzutage.
Die Platzzuweisung GOTTes ist interessant; D a  sollst du deine Zufriedenheit finden dürfen, wo ER dich hingibt. Wenn wir einen Umkehrschluss wagen, könnten einige Resultate der Missachtung des 5.Gebotes,  Leiderfahrungen sein wie: Unzufriedenheit, Heimatlosigkeit gleich Rastlosigkeit, Haltlosigkeit, Fehlorientierungen zu falschen Freunden und Ratgebern oder auch - um psychologisch zu ergänzen - (Verlust-)Ängste!
Ganz zu schweigen von einem schlechten Gewissen, dessen Reklamationen entweder im Diesseits, spätestens   aber im Jenseits aufzuarbeiten wären. GOTT, selbst Vater und Mutter in einer Person, erwartet deshalb viel über das 5.Gebot, weil Verhalten und Erfahrungen der Kinder zukunftsbestimmend für das menschengemachte Weltgeschehen sind. Der Schutz der Familie mag gesetzlich geschützt sein, der Umgang miteinander aber ist gottgeschützt! Dies gilt es zu bedenken.
Wenn ich Ihnen nun ein FROHES PFINGSTFEST wünsche, dann möge damit auch der Segen des Gemeinschaftsgeistes in Ihrer Familie wirken. In diesem Sinne viel Friede und Freude,
Ihr Gerhard Krause