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0041

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IV. Gebot

Waren das noch Zeiten, als der Sonntag noch als solcher behandelt wurde und man ihm noch keinen werktätigen "Blaumann" oder vergnügungsträchtigen Minirock übergestreift hatte. Vor allem die etwas älteren Generationen werden verstehen, was ich meine.
Die Kinder schonten noch ihren extra "Sonntagsanzug", bzw. erfreuten sich am "Sonntagskleidchen" und putzten sich damit für den sonntägigen Kirchgang heraus. Ob es wohl Eitelkeit war, wenn man dann auffällig den Mittelgang zwischen den vollbesetzten Kirchenbänken durchschritt, um sich dann irgendwo seinen Platz zu erkämpfen? Der durchstandene Gottesdienst erlaubte es dann, sich Punkt 12 Uhr das seit Tagen ersehnte Sonntagsessen schmecken zu lassen. Während man schmausend das Familienleben pflegte, konnte dem Vater schnell noch das dringend benötigte "Sonntagsgeld" abgeschwatzt werden. Damit war der Kinobesuch in einem der Kinos, die es in jedem Städtchen gab, gesichert. Hurra!

Dafür, dass der "Tag der Herrn" noch als solcher geachtet wurde, sorgten die Kirchen, denen es damals noch gut gelang, ihre "Gotteshäuser" vollzubimmeln. Der obligatorische Sonntagsspaziergang eignete sich, die sozialen Kontakte zu knüpfen und den Mitbürgern zu demonstrieren: Es gibt mich noch! Das Stimmengemurmel aus überfüllten Gasthäusern verriet die Volksvergnüglichkeit, und das zu erschwinglichen Preisen. Summa summarum diente der Sonntag dem Volk der Bürger und Bauern dem Abschalten und selbst in den Fabriken standen übers Wochenende die Maschinen still und erkalteten die Öfen.

Nun heißt es aber: "Gesegnet ist der Sabbat- Tag" und dieser Tag ist der Samstag!
Am 07. März 321, proklamierte der röm. Kaiser Konstantin den Sonntag zum gesetzl. Feiertag! Der dem röm. Mithraskult geweihte "ehrwürdige Tag der Sonne", also ein heidnisch bewerteter Tag, kam den sog. "Heidenchristen" schon deshalb zupaß, weil sie damit den Judenchristen und deren Sabbatbrauchen oppositionell ans Schienenbein treten konnten...
Ob es unerheblich ist, an welchem Tag dem Herrgott die Ehre eingeräumt wird? Nicht ganz! Hätte GOTT sonst nicht ausdrücklich den Sabbat als Ruhetag gefordert? Zudem ist auch faktisch der Sonntag als der 1.Tag der Woche anzusehen. Bevor nun allerdings überhaupt kein Tag der Besinnlichkeit und GOTTesehrung zugedacht wird, scheint der Sonntag wiederum besser geeignet als keiner zu sein. Nehmen wir GOTTes Gesetz aber zum Nennwert, gibt es kein Deuteln und Drehen:

    IV. Gesegnet ist der Sabbat-Tag. Sechs Tage
    kannst du arbeiten und all deine Werke
    verrichten/ aber der siebente Tag Ist
    Ruhetag und zur Ehre des Herrn., deines
    GOTTes da. Da sollst du keinerlei Arbeit
    verrichten, auch nicht deine Kinder,
    deine Bediensteten, dein Vieh oder
    der Fremde, der bei dir wellt. Denn
    sechs Tage hat der Herr gemacht den
    Himmel und die Erde, das Meer mit allem,
    was lebt, und geruht am siebenten Tage.
    Deswegen hat der Herr den Sabbat-Tag
    gesegnet und zu Seinem Tag erklärt.

Das überaus konsequente und eigene Sabbatverhalten strenggläubiger Juden, muß nicht unbedingt unseren Geschmack treffen. Wer aber durch die Einhaltung des Sabbattages den Segen GOTTes abruft, erwirbt sich dadurch für die Bewältigung der restlichen Wochentage Kraft. Leider machen weltliche "Energiequellen" das Rennen und fordern grell und laut zum "Auftanken" auf. Rastlose Ausflüge, die zu stressigen Stauerlebnissen führen, kostspielige Vergnügungsparks oder Häuslebauerei, verdrängen alles, was GOTT mit Seinem Tag bezweckt haben mag. Freizeitspaß statt Kirchgang, Hektik statt Besinnlichkeit. Reizüberflutung statt GOTTesehrung?! Solange "die lieben Kleinen" noch nicht gemeinen Pubertätsausbrüchen zum Opfer fallen, wird ja noch "auf Familie gemacht". Doch später zerfleddern dann individuelle Freizeitprogramme auch diese Bastion der Gemeinsamkeit. Schade.
GOTT erwartet nicht nur vom Familienoberhaupt, sich sabbats von der Arbeit freizuhalten, sondern auch die Kinder, Bedienstete und sogar "der Gast sollten dies gleichtunWer meint, grundsätzlich müsse "der Schornstein rauchen", kommt da vor GOTT nicht durch! Und wer kein Vieh zu schonen hat, halte Schreibtisch, Computer oder sonstwas unberührt. Sonntags zu arbeiten mag "unumgänglich" oder zeitgemäß sein. doch als GOTT der Herr die 10 Gebote reichte, hat er die damit verbundenen Schwierigkeiten bestimmt nicht nur bis zum 19.Jh. vorausgesehen. ER kennt unsere Probleme und prüft uns! Auch Geistchristen, die den Sabbat achten, wissen: Noch nie ist aus der Befolgung göttlichen Willens Schaden entstanden - im Gegenteil.

Was unser Herr Jesus leidenschaftlich monierte, war die sture Verbissenheit seiner Stammesgenossen, bezüglich des Sabbats. Das rechte Maß empfahl er und das ist, was das Herz in Liebe zu GOTT und den Menschen diktiert - und zwar 7 Tage in der Woche! "Der Sabbat ist um des Menschen willen da, und nicht der Mensch um des Sabbats willen." (Mark.3:27)
Wenn es um Betreuung und seelische Nöte der Menschen geht, darf dieser Tag kein Egaldenken aufweisen. Auch Seelsorge kennt keine Dienstverweigerung. Für den Tatchristen spielen für das gute Werk Zeit und Zeitpunkt keine Rolle. Doch Achtung vor Irrtümern! Der Grad zwischen tatsächlicher Notwendigkeit sich sabbats zu engagieren und egoistischen, vielleicht sogar profitionellen Motiven, ist oft sehr schmal! So "very important" wie es ein anspruchsvoller Zeitgeist es uns weismachen möchte, sind die wenigsten Arbeiten bzw. Aufgaben.

Merke: Wichtigst ist GOTT und damit Seine Erwartungen. Ohne Ihn wärst du nicht, wäre nichts und hülfe nichts. Wie erstklassige und fürsorgliche Eltern ist ER zu uns. Hätte ER uns sonst den 7.Tag zum Relaxen geschenkt? Damit gesteht GOTT uns Geschöpfen zu, was ER selbst beanspruchte: "Denn sechs Tage hat der Herr gemacht (...) und geruht am siebenten Tage."
Dass l Tag des Herrn, der doch die Ewigkeit als Maßstab hat, nicht unserem 24-Stunden-Zeittakt-Verständnis entspricht, erwähne ich nur in Erinnerung daran, dass vor GOTT l Tag wie 1000 Jahre ist (meinetwegen auch Lichtjahre, um mit möglichen Dimensionen zu spielen).

Aber das wissen Sie ja alles und deshalb män isch jo bloss. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen - im doppelten Sinne des Wortes - einen gelassenen nächsten "Tag des Herrn",
Ihr
Gerhard Krause

    (Hinxeis: An Interessenten versenden wir gratis das Kirchenlehrblatt mit ausführlicher Bezugnahme zu IV.GEBOT "Gesegnet ist der SABBAT-Tag." )