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0039

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II. Gebot: Keine fremden Götter!

Wer hätte schon je darüber nachgedacht, ob GOTT ein eifersüchtiger GOTT ist? ER ist !
Allerdings ist Seine Eifersucht ein Anspruch auf etwas, was wir doch alle zu erheischen versuchen: Aufmerksamkeit. Billige Eifersucht, wie wir Menschen sie kennen, gehört GOTT nicht zugeschrieben; auch sucht ER die Aufmerksamkeit nicht zur Stärkung Seines Selbstwertgefühls, wie mancher Psychoanalytiker es aus der Erbärmlichkeit eines Fachwissens deuten könnte. Wer von uns Menschen GOTT auszuloten versucht gleicht einer Ameise, die die Wetterlage zu ergründen bemüht ist. Stellen wir unser Verständnis fundamental auf die Tatsache, dass des Allmächtigen Natur die Liebe ist! Wir hingegen sind "nur" Gefäße eines Töpfermeisters, der Seinen Werken ihren Wert und die Verwendbarkeit zuordnet. Ihm alleine bleibt dies überlassen. Umso beachtlicher, wie zugeneigt und fürsorglich GOTT mit uns umgeht. Also sind wir "Gefäße des Erbarmens", wie es im 9. Römerbrief heißt. Wer nun meint, er müsse so überkanditelt sein, über GOTTes Entscheidungen zu motzen, der missversteht des Herrn Größe und die eigene Kleinheit. "O armer Mensch, wer bist du denn, dass du GOTT zur Verantwortung ziehen willst? Darf etwa das Gebilde zum Töpfer sagen; "Warum hast du mich so gemacht? " Hat etwa der Töpfer nicht die freie Machtbefugnis über seinen Ton?" (Röm.9:20)

 Stelle dir vor, du produziertest eine Vase und stellst sie erst einmal zur Seite, um über ihre genaue Verwendung nachzudenken. Wie wäre dir, von dieser Vase plötzlich die klagevolle Forderung vernehmen zu müssen, sie gefälligst schöner machen zu sollen; andernfalls sie die Aufnahme hübscher Blumen verweigern würde! Na, mit dieser vermessenen Haltung könnte sich dieses Gefäß alsbald in der Mülltonne wiederfinden, oder? Wie aber gehen w i r , als Gefäße GOTTes, mit unserem Bildner um? Da besteht eine Verschuldungsgefahr, vor der uns GOTT bewahren möchte. Deshalb formulierte ER klar Seine Erwartungen:

 II. Du sollst dir kein GOTTesbild machen, auch keinerlei Abbild dess, was im Himmel, auf der Erde oder im Wasser. Du sollst dich nicht niederwerfen vor anderen Göttern und ihnen nicht dienen. Denn ICH, der Herr, dein GOTT, erwarte von dir ungeteilte Liebe. Ich ahnde die Schuld der Väter, die sich gegen mich wenden, an deren Kindern, am dritten und am vierten Gliede. An denen, welche mich lieben und meine Gebote halten, übe ich Gnade noch am tausendsten Gliede.

Nicht für sich erwartet GOTT unsere ungeteilte Zuwendung, sondern u n s zum Nutzen! GOTT ist nicht nur die Achse unseres Lebens, sondern auch Kern unseres Glaubens! Wenn wir uns nicht um diese Achse drehen, drohen wir sehr schnell ins Taumeln zu kommen und aus der Bahn geworfen zu werden. Es ginge uns wie einem Satelliten, der nur durch Verbleib im vorgesehenen Orbit seinen Sinn erfüllt. GOTT möchte uns keinesfalls "verglühen" sehen, was gemeinhin als Bewirkung der Verdammnis verstanden wird. Die Unübertroffenheit des Weltenschöpfers als solche anzuerkennen, bleibt für uns unerlässlich. Ohne Ihn geht nichts, mit Ihm alles! Wann sich diese Wahrheit beweist, bleibt GOTT überlassen, doch d a s s sie sich beweist - im Diesseits oder Jenseits - muss erwartet werden.

"Liebe GOTT über a l l em" lässt keine zweite Auslegung zu. Wen wundern die bitteren Lehren, die das israelitische Volk für den Frevel hinzunehmen hatte, dem Ewigen ein "goldenes Kalb"  vorgezogen zu haben? Nichts ist höher zu bewerten als GOTT; weder ein Mensch, kein Ziel und keine Sache. GOTTes Stellenwert in deinem Leben sei nicht irgendwo angesiedelt, sondern zu oberst. Da der Lebenskern: GOTT, heilig ist, ist die geringste unserer Pflichten die Anbetung Seiner. Im Bilde bleibend, verkörpert Christus den Mantel, der den Kern umgibt und verbreitet damit die lichte Ausstrahlung wie eine Aura.

Um uns vor Verirrungen und Anfechtungen zu bewahren, erteilt GOTT die klare Order: sich kein GOTTesbild zu machen! Denn was nicht beansprucht wird, findet auch keine Verwendung. Der Götze wird als "Abbild" bezeichnet. GOTTes Herrlichkeit und Einmaligkeit des höchsten Geistes den es gibt, mindert jeden Darstellungsversuch zu einem Beleidigungswagnis. Keine Kunst träfe Ihn! Buomarroti Michelangelos gutgemeintes GOTTesbildnis in der Sixtinischen Kapelle mag, wie unzählige andere Motive auch, einen gutgemeinten Versuch darstellen, und doch widersprechen solche Werke dem, was GOTT uns ausdrücklich wissen ließ. Verwunderlich, wie ignorant Kirchenleute, bis hin zu Päpsten, dagegen verstoßen. GOTT möchte nicht als Bild an der Wand hängen, nicht als Freske verblassen, nicht als Ton-, Stein- oder Holzfigur verstauben. Der Unvergängliche, möchte nicht mit Vergänglichkeit umkleidet werden. Das kann ich begreifen.

GOTT möchte in der Unvergänglichkeit des Geistes wohnen, möchte unsere Herzen veredeln und das bereichern, was wir Gedanken und Gefühle nennen. Das Unsichtbare fühlt sich in seine Welt ein! Solche Betrachtungen erlauben  uns die Simpelhaftigkeit jeglicher Götzenverehrung aufzuzeigen. Der Trend unserer Zeit aber ist angeheizt und es werden lebende und tote Idole auf eine Art und Weise verehrt, dass die Grenze zur Anbetung fast schon erreicht ist. Dieses immer üblicher werdende Geschehen kennzeichnet sich durch provokatives Auftreten, mehr als dümmliches Geschwafel, unglaubliche Popularität und Euromillionen als Lohn. Trällernde Gesangsgruppen, laszive Transvestiten, Ulknudeln und Ironisten arbeiten kräftig daran, des Volkes Niveau beachtlich zu senken. Ob das Gottes Schalke sind? Nomen et omen? Nun, keines der im 2.Gebot genannten Elemente taugt, irgendeinen anderen "Gott" hervorzubringen; weder das Wasser, noch die Luft oder Erde. Der Kirchen Pracht und Gloria - "Gerümpel", wie Lutherianer es einst zu bezeichnen pflegten - vermag kräftig die Aufmerksamkeit, Gefühle und Andacht der Gläubigen zu binden und dem vorzuenthalten, dem alleinig unser innigstes Interesse gehören sollte: GOTT. Was sonst könnten wir Ihm, dem doch eh schon alles gehört, schenken? Anbetung und Dank, Liebe und Vertrauen sind die einzigen Präsente, die wir mittels unseres Willens und Leistungsvermögen, zu geben fähig sind. Und wer anders als ER, der uns Leben einhauchte, hätte dies verdient? Ein unkluger Mensch der, der die klare Quelle unbeachtet lässt, um seinen Durst aus dem stehenden Tümpel zu stillen...

Werfe dich also nicht vor "anderen Göttern" nieder, denn deren Vergänglichkeit könnte die deine forcieren! Diene nicht dem, der sich deiner nur bedient, um sich selbst zu bedienen. GOTT erwartet deine ungeteilte Liebe. Wenn dir das nicht gelingen möchte, dann sage es Ihm guten Willens und erwarte hoffnungsfroh die Gnade der Zuteilung heiliger Liebe. Keiner sollte diese Gnade verspielen oder bewußt übersehen. "Denn was von den Wahrheiten über GOTT für die Menschen erkennbar ist, liegt klar vor ihren Augen. GOTT hat es ja offen vor sie hingelegt, (...) Für jene gibt es daher keine Entschuldigung, die, obwohl sie GOTT erkennen konnten dennoch das Dasein eines GOTTes nicht anerkennen wollten und Ihm keinen Dank abstatteten;

Die Ergebnisse bewusster Ablehnung oder Verkennung GOTTes kannst du nachlesen: "die sich durch Ihre Trugschlüsse selbst betörten und so ihr gottentfremdetes Herz in Finsternis hüllten; die sich für die ´Klugen´ ausgaben, in Wirklichkeit aber die Toren waren;"
Schlimmer noch die Ernte ihrer Verfehlungen: " Darum überließ GOTT sie den schändlichen Lüsten ihres Herzens, so dass sie in den Schmutz der Unsittlichkeit versanken, und ihre Leiber durch sie schmählich geschändet wurden. Sie stempelten die Wahrheit von dem Dasein GOTTes zu einem Lügengebilde und erwiesen ihre Anbetung und Verehrung dem Geschöpfe, anstatt dem Schöpfer, der gepriesen sei für alle Zeiten - Amen." (Röm.1: 21 ff) Über Seine Gesetze sorgt GOTT immer für einen Ausgleich: Das Gute erfährt Belohnung, das Schlechte die tilgende Wirkung. Auf Anhieb wirkt GOTTes Aussage aber wie Ungerechtigkeit: "die Schuld der Väter, die sich gegen mich wenden, an deren Kindern, am dritten und am vierten Gliede" zu ahnden. Die frühchristliche Glaubenslehre beinhaltete, wie die geistchristliche heute, noch das Wissen um die Reinkarnation. Daraus erklärt sich die Ableistung von Schuld in späteren (menschlichen) Existenzen. Mit anderen Worten: Was das Kind nicht in dieser Klasse, bzw. diesem Schuljahr lernt, darf es im darauffolgenden wiederholen. Daraus ergeben sich generative Abläufe "von einer Zeit zur anderen, von einem Glied zum anderen". Keine von der Schuld ihrer Vorväter betroffenen Glieder bekommen Leid zu tragen, was nicht gleichzeitig eigene Schuld auszugleichen hätte. Das ist eben die für uns unvorstellbare Kunst und Gerechtigkeit eines GOTTes, dessen Erkennungsfähigkeit und Möglichkeiten unbeschränkt sind. ER versteht es unnachahmlich, Folgen und Hypotheken jedem verschuldeten Geschöpf so zuzuteilen, dass weder die Gerechtigkeit gefährdet wird, noch die Unschuld ihre Schutzfunktion verliert. Eine kleine, vorstellbare Geschichte könnte ins Verstehen führen: Irgendwann verstößt ein Mensch krass und bewusst in einem Leben gegen das 2.Gebot und stirbt, ohne Einsicht und Reue erlangt zu daher keine Entschuldigung, die, obwohl sie GOTT erkennen konnten, dennoch das Dasein eines GOTTes nicht anerkennen wollten und Ihm keinen Dank abstatteten;" Eine Jahrzehnte spätere Wiedergeburt trägt dann die Chance zum Ausgleich des ehemaligen Frevels in sich. Dieser Mensch bekommt ein schwerkrankes Kind, mit dessen Zustand und Pflege er sich zeitlebens zu beschäftigen hat. Die besonders starke Liebe zum eigenen Kind ist die tragende Kraft dies zu leisten und erfährt Stärkung aus einer tiefen Gläubigkeit und Hinwendung zu GOTT. Der Weg zum w a h r e n GOTT ist gefunden und sorgt für die rechte Reifung des Geistes. Ohne diese karmatische Beziehung zum Kind, welches von GOTT in das "vierte Glied" nach der früheren Verfehlung gegeben wurde, wäre der vormals blasphemische Geist schuldhaft geblieben! Die schwere Prüfung musste sein. Dies als Beispiel. GOTT wählt die Mittel und Wege, um einem verschuldeten Geist seine Reinigung und Rückführung in die himmlische Heimat zu ermöglichen. Unsere Anerkennung, Liebe und Einhaltung Seiner Gesetze honoriert ER äußerst großzügig und gewährt Gnade noch "am tausendsten Gliede"! Wer von allen Geschöpfen wäre in der Position, auf die Gnade des einen wahren und allmächtigen GOTTes verzichten zu können?! Diese lange Strecke göttlicher Fügungen ("noch am t a u s e n d s t e n Gliede"!) beweist nicht nur das Langzeitgedächtnis dessen, dem doch die Ewigkeit ist, sondern verrät gleichzeitig eine - für uns unvorstellbar weilende - Zukunft, soweit wir sie nicht schon hinter uns haben. Das Leben unseres Geistes sättigt sich in seiner individuellen Zeitspanne aus der Unvergänglichkeit, der Ewigkeit göttlichen Seins. Deshalb können wir die Dauer eines Menschenlebens wie die Zeitspanne eines Wimpernschlages begreifen, wenngleich uns manche Momente wie endlos vorkommen können. Doch auch die Eintagsfliege blickt subjektiv auf ihr vermeintlich langes, erfülltes Leben. Es ist halt immer eine Frage der Perspektive und das Messen am Größeren...

 Dies jedenfalls män isch, Ihr Gerhard Krause