kirche_head2
SEND_COVER

Nr.:

0034

zurück zum

“Fusionitis” im Glauben

Erinnern Sie sich? Vor 2-3 Jahren ging es los mit dieser merkwürdigen wirtschaftlichen Modeerscheinung, die man auch „Fusionitis“ nannte. Die Verschmelzungslust großer Unternehmen ließ Laien staunen und Fachleute sich wundern. Nicht nur mir  Blaubeerkonsumenten verschaffte es merkwürdiges Unbehagen, beinahe täglich darüber lesen zu können, wie Großkonzerne von noch größeren Wirtschaftsgiganten geschluckt wurden und dies unter allseitigen Beteuerungen wie segensreich diese Entscheidungen für die Menschheit seien. Bis zum heutigen tage scheint dieser Gigantismus von der Leine gelassen! Tun wir einmal so als wüssten wir nichts von manchen denkwürdigen Hintergründen, Methoden und Machtinteressen solcher Vereinigungen und es gäbe nur „freundliche“ Allianzen. Auch daß gerade Großkonzerne mehr ihre Marktanteile im Kopfe haben als etwas zu verschenken, wollen wir mal vergessen. Stellen wir uns einfach ganz dumm, wie es mancherseits erwünscht sein könnte und gönnen wir den Marketingfritzen und umsatz- selbstbewußten Hochetagenmanagern das Hochgefühl, durch Bündelung der Großfirmen zu Marktführern zu werden, in deren Taschen gefälligst jede x-te Umsatzmark (oder Dollar, oder Euro) des kaufenden Volkes zu verschwinden hat! Der Sack muß gut gefüllt sein, sonst zählt man nichts und der eigenen Existenzsicherung wegen, erhitzen sich dafür General-, Division- oder sonstiger Manager für die Vereinigung selbst mit ungeliebten Bisherkonkurrenten. Sollte das auch eine Form des Seelenverkaufs sein, so fragen sich ganz Kritische, die der vertrauensheischenden Beschwörung: „together now“ nicht trauen wollen. Aber was wundern wir uns über wirtschaftliche Stürme in  unserem privaten Vorgarten wenn selbst ‚Tante-Emma-Lädchen‘  via Internet  „www.mich-gibts-auch.de” ein eigenfreundliches ‚globalface‘ internationalen Dorfanstriches zeigen? Die kleine wie die große Welt will ganz nach oben, weil uns eine moderne Lebensweise eingebleut wird, die auf Macht und Geld nicht verzichten möchte. Was – um Himmels willen – hat das denn alles mit GOTT, Kirche und Glaube zu tun? Na ja, vielleicht genau das: das große Spiel um Macht und Geld! Gibt es nicht auch bei bestimmten Kirchen diesen Vereinigungsdrang? Zum Wohle wessen? Aller? Glaube mir, wenn in Jahrhunderten gewachsene Glaubensfronten in ökumenisch drapierte Bruderküsse übergehen und die gegenseitigen Beschwörungsformeln bereits am Portal der nächsten Dorfkirche abprallen, dann kann das auch eine gesunde Volksseele sein die spürt, daß da in großkirchlichen Gemächern um Marktanteile in Glaubenspfründen geschachert wird, weil doch eh keiner mehr die Kirchen besucht und Einigkeit stark zu machen verspricht… Das alles ist zwar nur eine Annahme, doch Tatsache bleibt 1.) daß ein jeder Christ seiner Überzeugung gemäß verfahren darf und sollte und sich nicht von Allianzen blenden lassen sollte, die sich selbst zu ersticken drohen (weil in entscheidenden Punkten eben doch keiner nachzugeben gedenkt) und 2.) es immer, ja immer, einen Verlierer gibt – und der bezahlt das, was andere über seinem Kopf ausbaldowert und bestimmt haben. So kann man mit Glaubenslehren, für die sich nicht wenige einen blutigen Kopf geholt haben, nicht umgehen und der Verlierer kann Katholik, Protestant, Geistchrist oder sonstwie heißen! Turteleien zwischen Kirchen werden solange den Wert eines Auf-und-ab-Flirtes behalten, solange nicht die gemeinsame große Liebe GOTT ist und statt Treue zu unseren Herrn Jesus Christus, jedes Machtstreben und wegschieben der Himmelsmächte tägliche Praxis ist in tausenden von Gesprächen mit Menschen: Christen jeglicher couleur, aber auch Nichtchristen, wie Mohammedaner, die überzeugte Geistchristen wurden, wurde mir klar, daß nicht die äußere Kirchenfusion die allein seligmachende sein kann, sondern die Verbindung verschiedenster Menschen in erklärter und gelebter Achtung der Geschöpflichkeit, der dezenten aber herzensgesteuerten Liebe zum Nächsten (der eben auch der garstige Nachbar sein kann) und ein Christsein, das weniger seine Kanzeln über den Nächsten erhebt, sondern jedem seinen Seelenplatz da sein lässt, wo er sich verstanden, aufgehoben und bestens beschützt weiß. Dieses Zugeständnis, diese Toleranz und Brüderlichkeit wird in vielen großen Kirchen schmerzlich vermisst und deshalb fragen sich die Gläubigen, warum sie sich Kälte, Anonymität, Dogmatismus oder auch einen mißverstandenen Reformismus gefallen lassen sollen.  Das sind einige der Hauptgründe sich kleineren, aber jesuskonformen Geschwisterschaften anzuschließen. Und wenn du dann (oft zum ersten Mal) erleben darfst, wie sich der Geist GOTTes für dich herabbeugt dir das irdische Leben zu erleichtern und die Gewissheit des geistigen Lebens – in großer Liebe zu dir – zu nähren bereit ist, dann fühlst du sie wieder: die Nähe GOTTes und die Freude und Kraft des Glaubens. Nur so geht´s!, meine ich und wenn sich dann prächtig gekleidete Geistliche der wortführenden Weltkirchen in sicherlich gutgemeinten Treffs die Goldkreuze entgegenhalten, kann das dem „kleinen“ Basischristen, der die direkte Fusion mit GOTT und dessen Erwartungen eingegangen ist, auf Deutsch gesagt gestohlen bleiben. „Trau schau wem“, so lehren Kirchen-, Sekten- und sonstige Beauftragte, die ihre Beauftragung aus eigenen Reihen und Interessen am Leben erhalten und müssen sich gefallen lassen, daß sich dieser weise Rat auch gegen sie dann wendet, wenn der hoffende, ehrenwerte und verunsicherte Christenmensch dem Monumentalismus und Größenwahn nichts mehr abzugewinnen vermag und nur eine kleine Erleuchtung eines heiligen Geistes genügt um klarzumachen, daß Glaubwürdigkeit etwas damit zu tun hat, seinen Glauben in Würde zu leben und was Jesus mit seiner kleinen Jüngerschar bewies, gilt in alle Zeiten: Qualität geht vor Quantität!

Ihr Gerhard Krause