kirche_head2
SEND_COVER

Nr.:

0033

zurück zum

Allah, wo ist Christus?

Zugegeben, manchmal frustriert es mich, immer größere Mühe aufwenden zu müssen, um in unserem "christlichen Abendland" die Spuren christlicher Prägung aufzuspüren.

"Was ist aus uns geworden" stelle ich lapidar die Frage als einer, der nach so herrlich altmodischer Christenmanier erzogen wurde und dem als Kind jede andere Religion, als die eine, unvorstellbar erschien. Und wenn die christliche Lebensart früher auch nur um einen Millimeter mehr in Ordnung war, daß es also keine Debatten über das Kreuz an den Wänden und über das Gebet vor Unterrichtsbeginn in den Schulen gab und der Gruß "Grüß GOTT" nicht nur von Bayern freudige Erwiderung fand, dann vermissen heutzutage viele diesen einen Millimeter christlicher Ausdrucksformen.

GOTTes Ansehen, Seine Bedeutung im Sinnen und Trachten einer promodernen und vor Selbstüberschätzung überkandidelten Welt, hat gelitten; weil mehr neben Christus herumgesurft wird, anstatt die Gelegenheit zu ergreifen: "Ich bin der Weg die Wahrheit und das Leben!" Dieser Tage las ich den Brief eines geistchristlichen Gemeindemitgliedes, eine junge Mutter aus Permet/Albanien an mich; "Ich lese die Bibel und daraus lassen sich sehr viele Lehren für das Leben ziehen. Ich lese ebenfalls den Koran, da GOTT Einer ist für alle, unabhängig von Religionen." Gut, schreibe ich der jungen Freundin, die Narkela heißt, aber was ist mit dem, der für dich und mich am Kreuze litt und starb? Er, Jesus - und sonst keiner!? Da er Christus, der Weg ist, dann sollte man Knüppelpfade nicht für Autobahnen halten. Fast tröstet es mich, daß sie ihr Söhnchen "Anxhelo", was übersetzt "Engel" bedeutet, nannte.

Gibt es die Freiheit, wie  Jesus sie gläubigen Juden versprach, etwa nicht mehr: " Erst dann, wenn ihr in meiner Lehre verharret, gehört ihr zu meinen wahren Jüngern, und erst dann werdet ihr die volle. Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch innerlich frei machen." (Joh.8:31-32). O doch, es gibt sie, diese Freiheit und das Gejammere mancher, Christ zu sein wäre ein zu strenger Weg, geht mir gelinde gesagt auf den Geist. O.k., dann vergleichen wir doch mal ganz objektiv die Erwartungen des Islams an seine Gläubigen. Wenn wir dabei die Wallfahrt nach Mekka ("Haddsch") - während der sich der Moslem weder rasieren oder die Haare schneiden darf und geschlechtliche Enthaltsamkeit zu üben hat, aber auch bemüht ist währenddessen keinem Lebewesen Leid zuzufügen ausklammern, dann bleiben noch "Fünf Pfeiler des Islams" zu erfüllen. Wenn das Glaubensbekenntnis zur Formulierung verpflichtet: "Es gibt keinen anderen GOTT außer GOTT; Mohammed ist sein Prophet", dann kann von mir Christ erwartet werden zu sagen: "Es gibt keinen anderen GOTT außer GOTT; Christus ist der erste und einzig aus Ihm geborene Sohn, und Erlöser der gefallenen Schöpfung." Wann hast du, Christ oder du, Christin, diese erfreuliche Tatsache letztmalig erwähnt?

Fünf Mal täglich betet der gläubige Moslem gen Mekka und Freitags wartet die Moschee auf ihn. Die meisten Christen dürften sich bereits mit einem einfachen Tischgebet überfordert fühlen und wie wenige wöchentlich einen GOTTesdienst besuchen, weißt du selbst.

"Um Allahs willen" soll der Gläubige Opfer und Almosen bringen. Nun, wie es um die Spendenbereitschaft in Christenkreisen steht, kann sich jeder denken. Zwangs-Kirchensteuer nicht gerechnet!

Fasten (Ramadan), Enthaltung von Rauchen oder nicht zu lügen während dieser Zeit, sind Forderungen für den moslemischen Glaubensmenschen, die der Christ aus religiösen Gründen nur sehr schwer zu erfüllen bereit ist. Gewissenhafte Muslime befolgen diese Glaubensregeln unter allen Umständen. Und wir? Fühlen wir uns GOTT und Seinen Geboten "unter allen Bedingungen" verantwortlich? Sind also Christen die "schlechteren" Gläubigen? Nun, ich denke es sollte uns weniger die Qualität des Glaubenslebens anderer beschäftigen, als vielmehr oder nur der persönliche Vorsatz, sein Leben im Tugendgewand des Christenmenschen im Griff zu halten. Dabei darf jede Kirche ihre Federführung und Dominanz dann verlieren, wenn sich die Christen gemeinsam auf die hohen Liebesgebote einschwören: "GOTT zu lieben über allem und den Nächsten wie sich selbst." D a s zählt!

Wenn religiöser Fanatismus, wie radikal-islamische Milizen (die Taliban), in Afghanistan Land und Leute in die Steinzeit zurückdrängt, dann bleibt uns Mitmenschen die breite Möglichkeit des flehentlichen Gebetes für die Mädchen dort, die weder Schule noch Ausbildung genießen dürfen, für Kinder und Mütter, die "im Namen Allahs" zu verhungern drohen, für vom Steinigen bedrohte Mädchen, die im Mullah-Staat ab 10 Lebensjährchen heiraten müssen!

Zwar haben wir Christen eine solche "Fatwah", einen solchen Verhaltenskodex, als bittere religiöse Frucht nicht zu ertragen, doch wenn großkirchliche "Würdenträger" selbstgefällig ernsthaften Christen aus Freikirchen oder anderen Glaubensgemeinschaften ihre Sekten-Phopie anlasten und diese oft garnicht christlich verunglimpfen, dann bleibt auch in christlichen Gefilden Leid einfach Leid und Ungerechtigkeit Ungerechtigkeit...

GOTT wird‘s richten - und zwar überall und in allem! Die Freiheit des Glaubens erschöpfe sich nicht in der Wahl der Religion, sondern lasse Raum für die Ausübung. Solange christliche Stuben über schmutzige Ecken verfügen, müssen wir uns nicht über selbst arge Ausrutscher außerchristlicher Religionen mokieren. "Im Namen Jesu Christi" gehören Herz-, Gedanken- und Gefühllosigkeit ausgemerzt, dann könnte es wieder aufwärts mit der Christenheit gehen und der Begriff "christlich" würde nicht mehr zwischen anderen Imageprodukten wie "Tempotaschentücher" oder "Jägermeister" untergehen können. Christ sein heißt anderen - und damit sich selber - nützen. Denn mit Christus geht‘s aufwärts und da will ich mein Scherflein dazu beitragen und davon im Geist profitieren. Sie auch? Herzlichst und FROHE PFINGSTEN, Ihr

Gerhard Krause