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0031

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Er ist auferstanden

Osterzeit. Tage der Besinnung, der Nachempfindung, der Befreiung und Freude für uns Christen. Für uns Christen! Drehen wir nun einmal für wenige Minuten die Zeit um rund 2000 Jahre zurück und rekonstruieren wir die letzten Tage eines ungewöhnlichen jungen Mannes, den der einzig wahre GOTT Seinen hochgeliebten Sohn nannte: Jesus. Das, was jeder Christ im Einmaleins-Tornister haben sollte, beschreibt sich wie folgt: Donnerstag, am 13.Nisan (Datum u. Festkalender nach Johannes und dem Apostel Paulus) - Jesus nahm mit seinen Jüngern das Abendmahl ein. Wie bei Festmahlen üblich, lagen die Männer bequem an kleinen Tischchen. Was empfand Jesus, was ging in ihm vor, da es doch die letzten friedlichen Stunden seines Erdenlebens mit seinen Anhängern war? Wir gedenken donnerstags vor Ostern dieses Ereignisses und können uns kaum den Stress Jesu vorstellen, als er in einer kleinen Felsnische im Garten Gethsemane vor seinem geistigen Auge nicht nur seine, sondern die Qualen dieser Welt an sich vorbeiziehen sehen musste.
Ungeheuer massive Eindrücke schüttelten seinen Körper und hochfiebrig erlebte er, wie - ob des krassen Zustandes - Blut durch seine Körperporen gepresst wurde. Jesus war in einem Menschenkleid wie jeder andere und seine Sensibilität und hohe Sensivität drückten seine Gefühle, auch Ängste, extrem aus!
Jahr für Jahr wird mir am harmlos genannten "Gründonnerstag" flau im Magen wenn ich überlege, wie unserem Herrn so unmittelbar vor seiner bestialen Ermordnung zumute gewesen sein mag. "Es war am Vorabend des Osterfestes. Jesus wußte, daß jetzt die Stunde. für ihn gekommen war, wo er die Welt verlassen und zum Vater gehen sollte. Die, welche die Welt die seinen nannte, hatte er ststs geliebt, und diese Liebe bewahrte er ihnen bis zum letzten Atemzuge. Sie saßen beim Ostermahle" (Joh.13:1)

Auch zu seiner Gefangenschaft, zu dieser tiefen menschlichen Enttäuschung, welche ihm Judas bereitete, können wir intensiver inneren Bezug nehmen. Ohne ständige Stärkung von geistiger Seite, hätte er die Schläge kaum überlebt« Von derben Seilen gehalten, zerrten ihn ausgesucht brutale Soldatenhelfer durch die Reihen gaffenden und teils fassungslosen Volkes und die Schergen stillten ihren niederen Ehrgeiz, indem sie darin wetteiferten Jesus die Haare auszureissen, Glieder zu verrenken oder ihn gezielt zu prügeln. Hasserfüllt bespuckten sie ihn und schleiften den geschundenen Körper über den Boden, sodaß sich selbst die Steine des Gefangenen erbarmten. Unzählige Darstellungen versuchen die nachfolgende Verurteilung, Kreuzigung und Grablegung wiederzugeben und doch bleiben es, gegenüber dem realen Geschehen - sterile Berichte. Am 14.Nisan, für uns der 6.Wochentag, Freitag, geschah es: "Eben brach der Rüsttag für das Osterfest an; es war ungefähr zwölf Uhr mittags.”Da habet ihr euren König!” - rief ihnen Pilatus zu.”(Joh.19:14ff)
Regelrecht "entsorgt" sollte jener werden, der gekommen war die gesamte gefallene Schöpfung von dieser Sünde des Abfalls, des Hochverrates, zu befreien; dem es gelang zu beweisen, daß man in diesem globalen Machtbereich Luzifers, im Guten dem Bösen Paroli bieten kann; der das Wagnis, bei dem er durchaus hätte versagen können, auf sich nahm, uns herauszuhauen um .uns dem festen Zugriff der Hölle zu entreissen: "Hinweg mit ihm! Hinweg mit ihm! Schlagt ihn ans Kreuz!"
Nein, mein lieber Mensch, ich habe nicht die Absicht mit diesen Schilderungen, Jetzt, zu Ostern im Jahre 2001, Altbekanntes aufzuwärmen. Aber der genannte Vorlauf könnte uns helfen diesen riesigen Jubel zu erfassen, daß Christus tatsächlich sein irdisches Erlösungswerk vollbrachte und seine Auferstehung die unsrige ermöglicht. Unser Stammplatz in Seines Vaters Haus ist quasi angewärmt und wartet darauf, von uns - und nur von uns - wieder eingenommen zu werden. HALLELUJA!

Ostern, das ist wohl kaum mit einem Schokoladeosterhasen erklärt und mit Eierwerfen abgetan. Doch ist es nicht solches, was unseren Kindern seit eh und Je ins Gedächtnis geprägt wird? Leute, dieser Jesus Christus kommt oft zu kurz, weil jeder die "alte Geschichte" zu kennen glaubt, doch die Gefühle für diese himmelgesteuerte Tat ausbleiben! Schwingen wir uns doch ein über Ostern. Das in Ehrfurcht vor dem Opferlamm erlebbare Schweigen der Glocken wirke sich in Besinnlichkeit und Ruhe aus. Es sei Jubel in uns: "Er ist auferstanden! - Wahrlich, er lebt!" Das Christenvolk, unser ganzes Land freue sich über etwas Einmaliges...!
Doch halt! Da wollen mich merkwürdige Visionen erfassen, wollen mir beweisen, daß in unserem sog. christlichen Abendland das Christsein unpopulär und manche christusferne Religion oder Philosophie "in" geworden ist. Kirchen schweigen, Herren schweigen, Herzen weinen. Dieser Artikel möchte kein Feldzug gegen Leugner dessen sein, was Jesus Christus in seiner wahren Bedeutung ausmacht; dazu wäre das Instrument zu gering, die Worte zu fahl und mein Respekt vor jeglicher guten religiösen Bemühung zu groß. Verteilt doch auch die Sonne ihre wohltuende Wärme über alles und alle. "Lobet IHN, Sonne und Mond" , so der Jubelpsalm 148. Licht sollen wir also sein, Freundlichkeit und die christliche Nächstenliebe auf die Fahne schreiben. Was aber sorgt denn dann für Unruhe?
Wenn deutschen Vertretern einer Kampfsportart auf offener Fernsehbühne-zur demonstrierten Meditation- das Riesenstandbild einer "Göttin" buddhistischen Charakters aufgebaut und einem Millionenpublikum zur besten Familiensendezeit vorgestellt wird, dann wird mir dieser “Tempel" namens Programm vergällt. Eine Gruppe lernender Kinder erfährt, daß Kampfsport etwas mit dem Verneigen vor fremden Göttern zu tun hat. Irgendwie fatal, da es sich doch um getaufte Christenkinder handeln dürfte. Dürfen wir unser Christsein locker zur Seite schieben, weil "the show must go on"? Dürfen ja, sollen nein. Unser Sturz aus der himmlischen Sphäre war die Folge der Treulosigkeit gegenüber Christus. Seine Kreuzigung war auch keine Glanztat von Menschen, die sich doch GOTT nahe wahren. Nun ist in unserer Zeit eine religiöse Großzügigkeit angesagt, aus der man gleichzeitig die Verabschiedung eines in Ungnade gefallenen Christentums ablesen könnte. Fernöstliches boomt. Paradoxerweise richten sich aus großkirchlichen Reihen Häme und Schelte gegen Christen wie wir, die nichts anderes versuchen als ursprüngliches Christenbild zu realisieren. Geistchristen jedenfalls würde niemals so ein "Knüller" wie der protest. Kirchengemeinde in Ludwigshafen einfallen. Diese rief im Februar d.J. zu einem "Besuch der Moschee in Mannheim" auf. Nanu?! Haben Sie etwa schon von Mohammedanern gehört, die zum Besuch einer christlichen Kirche einladen? Da wächst sich das Talent einer Unbedarftheit im Umgang mit dem Christsein aus. Oder sahen Sie je in einer Fernsehshow, daß ein Kampfsportler vor seinem baseballzertretenden Hauruck-Auftritt vor einem kreuzgeschmückten Altar kniet um GOTT um Schutz und Kraft zu bitten? Unvorstellbar? Warum eigentlich - genau dieses vernachlässigte Stehen zu seinem Glauben sollte uns nachdenklich machen. Nicht fremden "Göttern" gehöre frenetischer Beifall, sondern unserem Jesus Christus die Huldigung, haben wir das nicht alle gelernt? Deutschland, christliches Abendland, Multikulturell bin ich für alles und Kultur birgt meist religiöses Gut in sich. Wir brauchen die Begegnung mit anderen Religionen nicht zu scheuen. Es stimmt aber etwas nicht, wenn ich im Jahre 2013, oder wann auch immer, diesen christlichen Osterhauch deshalb nicht mehr verspüren kann, weil mir mein Auge die Stimmung raubt. Dann könnten die Kirchtürme, über deren Sinn man zwar streiten kann, deshalb kleiner sprich unbedeutender wirken, weil hochgewachsene Minaretts in den Orten und Ortsteilen die Augen des Betrachters an sich binden. Christliche Kirchen werden an Kauf- und Möbelhäuser zu Lagerzwecken verhökert und immer mehr Moscheen finden ihre Bauplätze bei uns. Zwar kann sich nicht jeder für das Kirchengeläute begeistern und auch wir Geistchristen brauchen derartige Klangkörper nicht, doch wenn’s irgendwo bimmelt, verbinde ich das mit einem Gruß an GOTT - aus Christenschau. Ich verstehe aber die Sorgen mancher, stattdessen in nicht so ferner Zukunft die Rufe des Muezzin vernehmen zu müssen. Wo, im Morgenland, rufen die Glocken christlicher Kirchen die Gläubigen zum Gebet?
Um jedes Mißverständnis zu vermeiden: jedes religiöse Verständnis soll geachtet werden. Wäre jeder praktizierender Christ, könnte die Frohe Botschaft als äußerst fortgeschritten betrachtet werden. Doch das ist nicht der Punkt, zumal auch wir unseren Glauben gerne in jedem Land der Erde leben wollten. Es könnte vielmehr die relative Sprachlosigkeit sein, wie Christen sich zurückziehen. Wo, so frage ich deutlich, bleibt das Selbstbewußtsein aller Christen, mit denen jener Brot und Wein im Abend-, Bruder- oder Liebesmahl teilt, “Der Weg, die Wahrheit und das Leben" ist: Christus Jesus?!
Könnte es vielleicht sein, daß viele Christen unter der Lautheit und Forschheit nichtchristlicher Religionserscheinungen in unserem Lande deshalb leiden, weil die Christen selbst zu leise sind? Na, dann lasst uns doch jetzt, dieses Ostern und hohe Fest mit einem so lauten "HALLELUJA" verkünden und feiern, daß mindestens die Nachbarn, in jedem Fall aber die eigene Familie diesen Lobpreis GOTTes und Siegesruf Jesu Christi unmöglich überhören können. Ich wünsche Ihnen in diesem Sinne ein wirklich schönes Osterfest,
Ihr Gerhard Krause