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0030

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Triebhaftes

Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Flirt, als sich Ihre Hand eher verschämt in die eines geliebten Menschen schmiegte und die Antwort, ein vielsagender Händedruck zurück, ihr Herz bis zum Halse klopfen ließ? Es war halt hübsch romantisch und rote Ohren verrieten noch das schlechte Gewissen, wenn Sexualität nicht nur unseren Körper, sondern weitergehend unser Wollen ergriff. Daß ernsthafte Ambitionen zur Zweisamkeit in eine meist und in etwa zweijährige Verlobungszeit mündeten und diese Zeit der (Selbst-) Überprüfung, Beobachtung und Vorbereitung als sinnvoll begriffen wurde, diente der Vorfreude auf die Ehe mit allem, was dazu gehört. Es war durchaus nicht die Ausnahme, daß sich frühere Generationen in Zurückhaltung und Achtung vor dem anderen übten. Da war dann das weiße Brautkleid jedenfalls häufiger Ausdruck einer gewissen Reinheit, als man heutzutage vermuten muß. Ist es Klugheit oder Verhinderung ansonsten unvermeidlicher Konflikte, daß in Orientalen oder heißblütigeren Ländern die hübschen Töchter fast noch als Kind - und somit rechtzeitig vor der problematischen pupertären Entwicklungsphase - unter die Haube gebracht werden? Damit fallen sämtliche sexuellen Anwandlungen in den ehelichen Bereich und die Eltern haben ihre Ruhe und behalten ihren guten Ruf. Nun, bei uns lief und läuft‘s anders. Zwar müssen sexuelle Gelüste nicht vertuscht werden. Schließlich gab GOTT uns diesen Trieb als den zweitstärksten. Allerdings deshalb, damit Nachkommen gezeugt und damit gefallenen Geistern, zu denen wir uns zu zählen haben, die Chance der Menschwerdung und damit Gelegenheit zur Selbstverbesserung - hin zu GOTT - gegeben wird. Doch der Umgang mit Gefühlen und körperlichen Wünschen, wie er noch vor weniger als einem halben Jahrhundert üblich war, gefällt immer mehr Menschen wesentlich besser, als diese aufdringliche und schamlose Prostitution des Themas Sexualität, wie sie uns an allen Ecken und Enden entgegenknallt. Wenn in alten Filmen gerötete Backen das Aufgeregtsein des Mädchens anzeigen, weil der Bursch mit ihr das Küssen übt und die Kamera dann dezent abdreht, dann kann einem warm ums Herz werden und ältere Kaliber wie ich verlieren sich absolut gerne in einer gewissen Schnulzigkeit. Na und? Sollte dies etwa verwerflicher als diese knallharten Sexgespräche sein, die in einer ach so toleranten präpupertären Welt bereits Usus sind? Was ist nur los mit unserer Welt? Ist das Schlechte gut und das Gute schlecht? Die Möglichkeiten, sich im doppelten Sinne des Wortes grenzenlos zu informieren, aber auch alles loszuwerden, sind besonders durch das Internet gegeben. Dieses Instrument fragt nicht nach Alter, Herkunft und Reife des Interessenten, sondern kübelt neben Nützlichkeiten auch jeden perversen Schund und geistigen Müll vor das Angesicht des Betrachters. Nicht alles was erlaubt ist, ist gut! Wenn bestimmte jüdische Kreise, aber auch schon christliche Kritiker das Internet als "Satanszeug" strikt ablehnen, dann könnte darüber nachzudenken klüger sein, als es zu belächeln. Aber was wundern wir uns? Über 30 Jahre Fernsehen in immer großzügigerer Gestaltung - vorher hielt man Anstandsregeln ein - bereiteten ein lüsternd gemachtes Publikum auf die heute üblichen Sauereien vor. Das, was ein Oswald Kolle in den sechziger Jahren als Aufklärung zu verkaufen imstande war, ist heute das kleine Einmaleins in den Kindergärten. Gut oder schlecht? Gewiß nicht gut sind die Wühl- und Rammelszenen, für die sich kunstvergessene Schauspieler/innen freilegen. Das nun wirklich primitive "big-brother"-Niveau läßt grüßen! Unsere Welt droht zu einer globalen Peep-Show zu verkommen. Und doch können wir Moralien nicht an GOTT vorbeimogeln!

Sodom und Gomorra tragen heute - vielleicht neben Moskau - westliche Namen; Frankfurt oder Berlin vielleicht, um im Lande zu bleiben. Es wird eben, so fürchte ich, nicht jeder "nach seiner Facon glücklich werden". “Für deine Unzucht und deine Greuel mußt du nun die Strafe büßen!" - so lautet der Ausspruch GOTTes des Herrn." (Ez.l6:58). Wer aber die Rute erwartet, könnte aber eine weisere Wirkung anderer Art erleben müssen: "Deshalb gab GOTT sie den schändlichen Leidenschaften preis” (Rom. l) Da empfiehlt es sich, vom schändlichen Tun abzulassen, sonst: "In   dem Maße, wie sie die Erkenntnis GOTTes von sich wiesen, Ließ GOTT sie in eine ehrlose Gesinnung hineingeraten, so daß sie alle Schandtaten verübten." Allerdings, Sünde gebiert Sünde! Welche, kannst du in Röm.l:29ff nachlesen.

Die biblische Beschreibung der Entgleisungen entbehrt leider nicht der Aktualität: "Das weibliche Geschlecht unter ihnen huldigte dem  widernatürlichen  Geschlechtsverkehr,   anstatt   dem natürlichen. Das Gleiche taten die Männer." "Männer verübten mit Männern die Werke. der Schamlosigkeit und hatten Strafe für ihre Verirrung an ihrem eigenen Leibe, zu tragen." Unsere Zeit scheint alles zu erlauben und alles zu verzeihen. Über Geschmacklosigkeit aber läßt sich nicht streiten. Wegsehen und weghören geht leider nicht. Auf Schritt und Tritt begegnen dir die Sauereien. Das ist häßlicher Fakt. Laszivität wird beklatscht und sogar Preise werden dafür vergeben. Was wundert es, wenn dreizehnjährige, halbfertige Menschleins "es" ausprobieren und das weiße Brautkleid in seiner Bedeutung von Reinheit, längst zur kirchlichen Lachnummer geworden ist. Wer sich aufhebt für die Ehe, wie es nach einem erfreulichen Trend immer mehr junge Menschen zu tun gewillt sind, wird (noch) verhöhnt und zum Aussenseiter gestempelt. Noch! Ich bete mit vielen gegen Selbstgefälligkeit und Würdelosigkeit im Umgang mit dem, was wir als Leib für ein Leben geliehen bekamen. "Hält sich nun jemand von alledem Niedrigen rein, so wird er zu den Gefäßen gehören, mit denen der Hausherr besondere Ehre einlegen will. Er wird einem geheiligten Gefäß gleichen..." (2.Tim.2:2).

Liebe kann so schön sein und verliert dann nichts von ihrem Charme, wenn eine feinfühlige und doch mutige Zurückhaltung, Mann und Frau zur Erfüllung in der Ehe führt und dem wohlgefällig ist, der die höchste Form der Liebe ist: GOTT. So jedenfalls män isch,

wieder mal Ihr

      Gerhard Krause