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0027

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Weihnachtsrummel

Spätestens seit November, wo aufdringliche Weihnachtsdekorationen die Schaufenster schmücken, weißt du: WEIHNACHTEN, der Deutschen liebstes und verhätscheltes Kind, steht bevor!

Wochenlang dreht sich alles aufgeregt um Weihnachten, zu dem manche noch "das Christfest" sagen. Ist es aber auch das vielbeschworene "Fest der LIEBE"?

Aber wo ist sie, die Liebe? Ist diesem Qualitätssiegel des Christfestes damit Genüge getan, daß es die Liebe Christi war, sich vermenschlichen zu lassen, um von denen dahingeschlachtet zu werden, für die er gekommen war?

Ist Weihnachten nicht auch ein "Fest des FRIEDENS"? Erfüllt sich dieser Status dadurch, sich auf die Lehre dieses Jesus Christus einzulassen, um damit seinen eigenen Seelenfrieden zu finden? Ist also die Leistung der Liebe und des Friedens alleine Christi Sache und damit die der geistigen Seite?

Besonders wir Deutsche verstehen es doch beeindruckend in Gefühlen zu schwelgen, in nostalgische und philosophische Tiefen zu entfleuchen, Wehmut und eine seltsame Traurigkeit aufzusaugen und dann wieder die Weihnachtszeit so nüchtern zu programmieren, als gelte es der weihnachtsgetragenen Liebe per Computer einen Platz zu sichern. Als hätten wir die Liebe erfunden, perfektionieren wir von Jahr zu Jahr den Ablauf weihnachtlichen Geschehens und organisieren uns und die unsrigen. Wochenlange Hektik sind die Symptome und ein traumhaftes Timing, wenn auch außer Atem! Pünktlich zum 24.Dezember sind wir in Weihnachtsstimmung und kramen aus uns alte Gewohnheiten und Gebräuche und aus alten Truhen die dazu nötigen Utensilien. Und doch gelangt kaum mehr Licht in unsere Herzen, als der teure, nadellassende Weihnachtsbaum zu spenden vermag. Mit vollen Händen und Taschen greift eine ganze Nation wie süchtig nach einem Fest, wie der Ertrinkende nach dem berühmten Strohhalm! Wir suchen über das Christfest nicht nur Liebe und Frieden, sondern entstauben unsere Sehnsüchte nach heiler Welt und legen sie ungeniert bloß. Da sage einer, wir wären nicht fähig Gefühle zu haben! Und weil die reale Welt unserem Harmoniebedürfnis so grausam widerspricht, halten wir uns an Zeichen und Wunder! Das Wunder, dessen wir uns bedienen dürfen, kennen wir von Kind an: Christus, der erste und einzig aus GOTT geborene Sohn GOTTes, wurde Mensch, um dich und mich von der Sünde des Abfalls zu befreien. Mit seinem Menschsein begann seine Auferstehung und in Nachfolge seiner die unsrige. HALLELUJA! Damit dieses wunderbare Ereignis nicht ins Vergessen gerät, regen wir uns Jahr für Jahr durch selbstgemachte Zeichen an und schaffen sie: Wachsfiguren und Krippenbauten, Glockenspiele und Weihnachtsbäume, Tannenduft und Lichterglanz. Geschenk für Geschenk erinnert uns daran, daß es eine Besonderheit wert ist, alljährlich gefeiert und mit allerlei Klimbim garniert zu werden. Weihnachtszeit, teure Zeit, wenn auch in billiger Manier.

Wenn auch berechtigt, so wäre eine solch einseitige Betrachtung denen gegenüber unfair, die sich ernsthaft auf die geistige Bedeutung des "Christfestes" einlassen. Damit kann nicht so sehr jene Mehrheit der Christenmenschen gemeint sein, die nur zu Weihnachten wieder "ihre" Kirche entdecken und für die z.B. die "Christmette" nur ein Programmpunkt des sog. "hl. Abend" ist. Diese eher passive Mehrheit, kannst du als Gelegenheitsbesucher ihrer Kirchen leicht erkennen. Diese Weihnachtschristen fremdeln fast in einer Umgebung, die ihnen seit ihrer Kindheit oder Jugend verzichtbar erscheint. Dann sitzen sie etwas verkrampft in den Bänken und die geduldigen Kirchenmauern werfen die musternden Blicke der Betrachter ebenso nüchtern zurück, wie sie gegeben wurden. Sollte aber Liebe, welche sich im Gebet zu GOTT zu Worten formiert, in den Herzen sein, dann verläßt diese Empfindung jeden ummauerten Raum. GOTT ist ein Empfänger, der überall und jederzeit anzunehmen bereit ist, wenn Ehrlichkeit in den Gefühlen die Reputation ausmacht!

Auch Friedlichkeit, die anzumahnen kein Fest eindringlicher versteht als Weihnachten, ist nicht zu kasernieren und sollte sich ebenfalls nicht auf die eine Stunde gemeindlichen Beisammenseins beschränken. In gleichem Maße wie wir Unfrieden in uns abwehren, erhalten wir den Frieden. Abwehr ist wichtig, denn daß sich unsere Welt zum vermaledeiten Ziel gemacht zu haben scheint, alles und jeden zu triezen, kannst du jederzeit beobachten oder am eigenen Leibe erfahren. Sich also wenigstens für eine Stunde GOTTesdienst dem Kirchenvolke angeschlossen zu haben, kann dich erholen und Gebet und Gesang können stärkend wirken. Dann könnte dies der bessere Teil des gesamten Weihnachtstrubels gewesen sein.

Es mag bezeichnend sein, daß vor nunmehr 2000 Jahren der messianische Weg in einem ebenfalls aufgeregten, lauten und überfüllten Städtchen begann. Bethlehem. Nur wo der von GOTT auf seine Reise geschickte Stern über der Geburtsstätte des Heilands seinen Platz einnahm, war eine ergreifende Ruhe und ungewöhnlicher Friede. Die größte menschliche Liebe an diesem Ort aber war gewiß die Marias.

Damals wie heute liegt es an jedem von uns, sich dem lustvollen Treiben der Zeit auszuliefern, oder die Zweisamkeit mit Jesus zu suchen. Glaube mir, das Wunder der Menschwerdung des Lichtes, welches als des GOTTes liebstes bewertet werden kann, hat seine Wirkung nicht verloren. Jede Liebe zu Christus facht dieses Wunder wieder an und erneuert den Menschen und zwar unabhängig von Alter, Geschlecht, Stand oder Rasse. So ist es nie zu spät, sich sein besonderes Christfest zu bescheren. Nein, dazu mußt du dich nicht unbedingt auf den Weg zu einem Kirchenhaus machen; denn bist du mit Christus, dann ist die wahre Kirche in dir! Wer oder was hindert dich also daran, dich in eine vertraute Ecke zurückzuziehen, ganz für dich oder auch gemeinsam mit einem lieben Menschen? Erfahre wieder, welchen wohltuenden Eindruck das warme Licht einer kleinen Kerze zu schenken vermag und bediene dich der Träume die sich dir anbieten, wenn sich der Tanz der Flamme in deine Augen einschmeicheln möchte. Wenn dich dann noch eine Musik umspielt, die dich all den Wirren, Laut- und Lauheiten einer üblichen Welt in eine glückliche Stimmung zu entrücken versteht, ja dann spürst du die Nähe eines GOTTes der dich sehr liebt und der einverstanden ist mit dem, was du da tust. Nun erfährst du eine Sprache, die zu studieren keinem möglich ist! Erfahren und verstehen kannst du sie aber, die Liebe, den Frieden, das Glück - und sei es für Momente und dann ist Weihnachten, wie wir alle es uns erwünschen.

Also wünsche ich dir und dir und einfach allen die es mögen – und erst recht denen, die es nicht erwarten das, was die Engel, diese gottgesandten Geistwesen, den einfachen Hirten zu sagen hatten:

"FRIEDE SEI MIT DIR."

Ein frohes Christfest wünscht aus ganzem Herzen, Gerhard Krause