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0026

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Das Scheinparadies

Gehören Sie noch zur arbeitenden Zunft? "Wie rückständig" würden da einige Zeitgenossen zu kommentieren wissen. Was soll diese Frage? Nun, wir leben in einer Zeit und Gesellschaft, wo dem Herrgott gerne die Zunge herausgestreckt wird. "Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen..." (l. Mose 3;19) Als GOTT dem Adam diese Auflage machte, wollte Er ihm die Illusion eines Lebens "just for fun" - nur so zum Spaß - gründlich nehmen. Dem Adam sollte die Lust zum Ungehorsam gründlich vergehen, wenn er spätabends müde von der Arbeit war. Und da Adam gewissermaßen der erste Ernährer einer heftig wachsenden Familie und damit Vorreiter für uns alle war, sollten die harten Begleitumstände des Brotverdienens für uns alle gelten. Oder nicht? Ich erinnere daran, daß wir "gleich Adam" gefallene Geister sind, die "gleich ihm" auf diesem Planeten ihr Leben fristen dürfen. Lebenszeit ist nun mal keine Urlaubszeit - jedenfalls nach dem Plane GOTTes, der uns das Menschsein als reinigende Schule zugedacht hat. Bei Adam war es der Ackerboden, der ihm die gesamte Existenz sichern sollte "...mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren einleben lang!”

Ein ganzes, langes Leben also schwitzen, schuften?! Nix ist mit 35-Stunden-Woche, Feiertags- und Wochenendzuschläge, Urlaubsansprüche, Weihnachtsgeld, bezahlter Krankenstand, Prämien und Rente. Adam buckelte sich durch seine Acker und wußte sich zu Recht bestraft. Aber er hatte sein Auskommen - GOTT versorgte ihn! Dabei hatte er seinen Job nicht etwa um die 40 Jährchen zu verrichten, beileibe nein. 930 Jahre soll der Gute alt geworden sein...

Riskieren wir nun einen waghalsigen Sprung in unsere Zeit. Da endlich haben wir das "Paradies", denn im Zeitalter des Wassermanns scheint alles möglich, alles scheint "easy" und erlaubt. Wenn wir die modernen Arbeitsbedingungen mit denen Adams, sogar mit denen vor weniger als 100 Jahren vergleichen, dann allerdings bietet sich der Vergleich mit dem "Paradies" an. Es geht uns gut! Oder zu gut? Spiegeln wir doch einmal die Gegenwart ein wenig wider: Jeder unserer Tage erlaubt uns einen großzügigen Streifzug durch das, was die meisten "Glück" nennen. Das Medium Fernsehen möchte uns geradezu in einem Glückstaumel ersticken. Nahezu auf jedem Kanal kannst du zum Millionär, oder gar Multimillionnär werden. Man konnte meinen, die große Mitmenschlichkeit wäre ausgebrochen und Fortunas Füllhorn würde über jedem ausgekübelt, der einige doofe Fragen beantworten kann: "Ordne die Körperteile von oben nach unten: Hals, Arm, Bein, großer Zeh" oder so. Und schon wandelt sich dein Leben zum Guten: kofferweise Geld, Häuser, Autos, Weltreisen usw. Ach wie gut ist man zu uns! Wen interessiert da noch eine läppische "100.000 Mark Kleingeld-Show"? Eine neue Art der Inflation ist ausgebrochen - großkotzig, zeitgemäß. Da mag sich manch einer seines normalen Einkommens fast schämen und Neidgefühle brechen aus! Wahre Lachkrämpfe bekommen unsere Kinder und Kindeskinder über die Tatsache, daß sich Menschen über ein Fünfmarkstück, welches in ein "Schweinerl" geworfen wurde, tierisch freuen konnten. Vor gerade mal einer Generation!

Hinzu kommt täglich eine verlockende Überflutung großmundiger Einladungen, reich zu werden - per Post! Auch da wird der Volksintellekt kräftig gefordert wenn es gilt, sich für 1/8. oder 1/4,-Los zu entscheiden. Adam lebte einfach in der falschen Zeit, oder? Aber schließlich hatte er etwas, gemeinsam mit seinem Weib, angestellt und GOTT war über ihn verdrießt. Haben wir nichts angestellt? Ist GOTT also mit uns hochzufrieden und lockerte die Lebensbedingungen bis hin zur Verwöhnung? Haben wir einen "Himmel auf Erden" verdient?

Allerdings gibt es noch genügend erbärmliches Elend auf unserer Welt und nicht nur schwitzende Menschen deshalb, weil die Klimaanlage defekt ist. Aber lassen wir den Spaß und werden wir einen Moment ernst:

Die große Vergebung und Erleichterung brachte uns GOTT mit seinem Sohn Jesus Christus! Mit ihm geht alles leichter! Er ist die verkörperte Gnade und Barmherzigkeit, wenngleich jeder Geist eine individuelle Bürde zu tragen hat die es ihm erlaubt, himmelswürdig zu werden.

Unsere Zeit steht wieder vor einem "Baum der Erkenntnis", denn jede Prüfung wird solange wiederholt, bis sie bestanden ist. Das ist eines der göttlichen Gesetze. Wir können vom Baume naschen, oder versagen. Mit dem “ Apfel" erliegen wir irdischen Machtmitteln wie Geld, Tand, Größenwahn, Müßiggang, Unmoral, Sittenlosigkeit. Dies erinnert an den heutigen Zeitgeist! Oder wir nehmen uns an die Kandare und entsagen der Versuchung und forsten unsere Tugenden, Werte die nicht vergehen und "Zahlungsmittel" in den Himmeln sein werden, auf: Demut, Bescheidenheit, Fleiß, Rücksicht z.B.  Dann hat das 'Schaufenster Welt" uns nicht verlocken können.

Wieder scheitert der Mensch an unsichtbaren Grenzen, denn was GOTT gefällt und nicht gefällt ist nachzulesen, gelehrt und vermeldet das Gewissen, wenn wir ihm zuhören. Immer mehr drohen zum lebendigen und doch geistig toten Bestandteil eines Tollhauses zu werden und verschaffen der Apokalypse mehr Bedeutung und Aktualität, als gut sein könnte. Vorsicht also vor den Angeboten dieser Welt! Keiner verschenkt etwas und Menschenfreundlichkeit drückt sich weder in Geldbündel und Goldbarren, noch in steigenden Börsenkursen aus. Frage dich stets, wenn dir einer etwas schenken möchte, was es dich kostet. Der versteckte Preis ist oft zu hoch und du könntest mit Zufriedenheit, Harmonie, Ruhe, Seelenfrieden, Unschuld,   Freunde oder Familie bezahlen müssen.

Immer wieder erkläre ich Ratsuchenden: "Weniger ist oft mehr." Dazu möchte ich stehen und mein Leben in einer unbezahlbaren, unersetzlichen Zufriedenheit fristen. Deshalb muß nicht gleich Altruismus die einzige Lebensdevise sein. Partizipiere ruhig aus dem, was dein Leben dir bietet, aber vergesse niemals die anderen, weniger beglückten und niemals sollten wir vergessen, unsere Zufriedenheit Mit Freude und Dankbarkeit zu garnieren. GOTT könnte es weiter bestens mit uns meinen, wenn wir uns daran halten: “Liebe GOTT über allem und den Nächsten wie dich selbst." Es lohnt sich ab und zu die Überprüfung, ob wir uns noch innerhalb dieses Gebotes benehmen. Es lohnt sich sehr. Denn was willst du machen, wenn dich GOTTes Unmut treffen sollte, wie damals, bei Adam?!
Isch man jo bloss, Gerhard Krause