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0021

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Wir sind bereits erlöst

Ostern – vier Tage Kurzurlaub und Sonnetanken irgendwo, oder vier Tage Gelegenheit über ein Ereignis nachzudenken, das vor rund 2000 Jahren deshalb stattfand, damit unser Menschsein sinnvoll ist?!

Vielleicht versuchen wir beides: Entspannt über den Sinn des Osterfestes nachdenken. Egal wer oder was Sie sind und glauben, ob Sie kirchliches Brimborium nun teilen oder nicht, oder ob Sie in den Tiefen Ihrer Seele etwas, was mit Ostern zusammenhängt, zu finden hoffen oder Stummheit erfahren; die FROHE BOTSCHAFT ist und bleibt gültig und zwar für alle! Tatsache ist nun mal, daß dieser Sohn GOTTes, Jesus genannt, kräftig damit zu tun hatte, seinen Auftrag als Mensch auf dieser Erde zu erfüllen. GOTT sei Dank schaffte er es, dich und mich dem Zustand des geistigen Todes zu entreissen. Wer dies leugnet ist wie der verdurstende Ignorant, der die Labsal des belebenden Wassers leugnet. Also beglückwünsche ich jedes gefallene Geschöpf zu seiner neuen Freiheit, die das irdische Erlösungswerk 3esu Christi bewirkte und möchte wie die himmlischen Mächte in den Lobpreis GOTTes und Siegesruf Christi einstimmen: HALLELUJA! Ja, Christus ist auferstanden! Wer ihm, dem Erlöser, nahe sein möchte, der gehe in Gedanken zurück zu dieser Donnerstagnacht, als er nach dem Abendmahl seine rüde Gefangennahme im Garten Gethsemane zu verkraften hatte. Diese Nacht zum 6.Wochentag, dem Freitag, war die härteste und wichtigste seines Lebens, denn die ungeheure psychische Beanspruchung ließ Blut aus seinen Poren schwitzen. Seine Kreuzigung und Grablegung anderntags, lässt uns still werden und wir wissen, daß unser Treuebruch, diese schreckliche Sünde des Verrats, mit ihm ans Kreuz genagelt wurde. Doch am Sonntag dann, eigentlich schon am Sabbat, wenn nach uralter Tradition ein feierlicher GOTTesdienst gefeiert wird, da erscheint in uns dieser siegreiche Christus, vom (geistigen) Tode deshalb auferstanden, weil er die menschliche Niedertracht und die niederträchtige Menschlichkeit - Dank seines von Liebe geprägten, starken Geistes - bezwingen konnte. Freude ist in mir, denn jetzt, zu Ostern, ist unser König wieder gekommen uns zu versöhnen und mit uns zu sein. Er lässt sich fühlen, denken, sprechen, erleben und weitergeben, wenn diese freudige Verbundenheit in dir ist. Sein Geist weht in mir, also bin ich Geist-Christ!

Da du die Möglichkeit der inneren und jederzeitigen Begegnung mit Jesus Christus hast, kann dir das vorösterliche Gebaren des Papstes: Johannes Paul II., anläßlich seines Besuches in Israel, albern vorkommen. Die Spuren Jesu dort sind sandig, steinern und verwischt und die alten, biblischen Stätten befinden sich bestimmt nicht ohne Grund einige Meter unter den heutigen Straßen und Bauwerken begraben. Der "heilige Ort" ist doch in dir, wenn du dich als Gefäß mit einem reuigen "Mea Culpa" dem Höchsten anbietest. Was Schauen wir auf die alten Wunder, wenn es sie doch zu allen Zeiten gab und gibt?! GOTT ist derselbe geblieben und dein ganz persönliches Muster ist dein Geist, der dieses menschliche Kleid nutzen darf, der himmlischen Heimat würdiger und reifer zu werden. Es ist weder die vom Papst geküßte Erde, noch der See Genezareth, noch die abgebusselte vergoldete Geburtsstätte Jesu in Bethlehem, die uns Ehrfurcht abnötigen sollten. Der "See der Liebe" im Menschen verdient Zuwendung und das Geschenk eines GOTTessohnes, der solange in jedem von uns wiedergeboren wird, bis wir mit seinem geistigen Leibe zur Ehre GOTTes verschmelzen dürfen.

Diese Aufzeigungen möchten keine billige "Papstschelte" sein, doch das römisch-katholische Selbstverständnis zeigt doch Züge unchristlichen Stolzes. Wie anders ist es zu verstehen, daß die Gallionsfigur der weltweit größten Institution zwar auf die Sünden der "Söhne und Töchter der Kirche" bedauernd hinweist, sich aber nicht im Namen der Kirche dafür klar entschuldigt, daß diese zu Zeiten der Machenschaften des 3.Reiches und der mörderischen Behandlung der Juden, weitgehendst gekniffen hat? Stand Papst Pius XII. etwa nicht für seine Kirche im Gewissen und Wort? Haben seine Nachfolger nicht sein Erbe zu ordnen? Das sog. "heilige Jahr" hätte solche Zeichen von Größe und Reue und solchen Ansporn zum Gleichtun für Christen, Juden und Moslems, verdient. Doch einer altersstarren Kirche fällt die einsichtsvolle Verbeugung schwer. Mitleid für den Papst ist verständlich - wenngleich er sich nicht den grauen Eminenzen, denen manches gehörig aus dem Ruder läuft, zu beugen brauchte. Es sind vielmehr eingefahrene Strukturen einer großkirchlichen Macht, die so schwer an ihrer pompösen Krone trägt, daß den Kopf in Demut zu beugen kaum mehr möglich ist, ohne daß die zur Schau getragene Krone fällt! Schaue dir dagegen den schlichten, lauteren "Sohn des Zimmermanns", der gemäß seiner Spötter Gründer der "Sekte des Nazarener" (Apg.2t:5) war, an...

Wohlklingende Enzykliken, päpstliche Memoranden über   Liebe, Gerechtigkeit und Verständnis reiben sich arg an der Praxis, Verfolgte, Verfemte, Enttäuschte eines drangsalierten Volkes auf ein Wort der Entschuldigung vergeblich warten zu lassen. Dies kann nicht in Christi Sinn sein. In einem in alle Weltsprachen übersetzten Buch spricht der Papst sein Bedauern darüber aus, seine Kirche habe nicht mehr den Mut mit der Hölle zu drohen. Ich denke, mit der Hölle muß nicht gedroht werden, denn wir leben real im Machtbereich Luzifers, zu dem diese Erde gehört. Ich muß nicht mit etwas drohen, was mich bereits eingeholt hat! Es geht eher darum Zeichen zu setzen, -die Licht in die Dunkelheit bringen. Und Einsicht und Reue sind solche Tugenden, die jedoch nicht nur vom kleinen Mitläufer, sondern erstrecht von einem Körper, der sich "Kirche" nennt, abverlangt werden können. Damit löschen wir nur Vergehen, die in der Bedeutung nach der kommen, von der uns Jesus Christus erlöste. Und damit sind wir wieder bei Ostern! wir sind bereits erlöst und brauchen es nur besser als bisher zu machen - jeder für sich und doch alle gemeinsam. Da heißt es dabei zu sein und in großer Zuversicht rufe ich Ihnen herzlich: "FROHE OSTERN!" zu, Gerhard Krause