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Die verlorene Moral

“Moral” [Sittlichkeit, Sittenlehre], so steht’s in Duden beschrieben. Wenn bei einem Menschen die Moral zum Teufel geht, dann ist das für den Geist des Individuums immer eine Katastrophe. Wird aber eine sittliche Nutzanwendung durch freigewählte Volksvertreter einer Demokratie auf den Kopf gestellt und zur unsittlichen, dann negiert das heftig die Volksmoral! Mit den derzeitigen Enthüllungen der merkwürdigen Spendenpraxis einer Volkspartei die sich "christlich" nennt, fängt das neue Jahr aufregender an, als es aufhörte. Da haben wir den Salat! Auch wenn unbeirrte "Narren" wieder ihre Fasnacht, ihren Fasching. Karneval oder sonstwas feiern, dürfte es eigentlich keinem zum Lachen und Scherzen sein. Vielleicht aber lassen sich moralische Defekte nur noch mit Galgenhumor ertragen? Ich weiß nicht. Aber fangen wir von Anfang an.

Können Sie sich noch an die typischen Moralpredigten Ihrer Eltern erinnern, als Sie dabei waren als Kind flügge zu werden? Sie sollten doch nicht heimlich aus dem Milchtopf trinken oder naschen! Für's Katzenquälen setzte es die Mahnung: "Quäle nie ein Tier zum Scherz, denn es fühlt wie du den Schmerz!" Für Schlechtigkeiten wurde der Hosenboden drangsaliert, Schimpfwörter waren verpönt und Ausgang war knapp. Die heutigen Heranwachsenden bekommen lange Leine, denn sie könnten ja sonst beleidigt sein und auch die Mahnungen vernehmen sich anders: "Nimm keine Drogen!", "sitze nicht nächtelang vor dem Computer", oder: "Lass dich am Wochenende zwischendurch mal sehen." Fürwahr, die Zeiten haben sich gründlich geändert. Immer aber ging und geht es darum, unsere Nachfolgegenerationen für Ehrlichkeit und Moral zu begeistern. Eltern, die ihre Erziehung auf religiöse, christliche Werte aufbauen, vermitteln ihrem Nachwuchs nicht nur die 10 Gebote, sondern führen es in ein Eigenverständnis, in dem Liebe und Respekt zu GOTT ebenso enthalten sind wie Achtung und Liebe zum Nächsten. Solche Kinder lernen ihr Gewissen als Lehr- und Mahninstanz vorzüglich gelten zu lassen. Mit den neuerlichen Staatsskandalen ist jedoch etwas ans Licht gekommen, was in sämtliche Schichten und Generationen kräftige Irritationen hineinträgt. Warum sollte sich das Kind an dieses; "Du darfst nicht naschen" halten und der kleine Angestellte keine betriebseigenen Bleistifte mehr in seine Aktentasche stecken wollen, wenn sich Hirne, Hände und Herzen politisch Verantwortlicher auf dubiose Weise für Millionenbeträge interessieren? Mit Unkorrektheit, ja Unanständigkeit. Uneinsichtigkeit und Vernebelungstaktiken, können einige Wenige Moralien und Prestige eines ganzen Volkes demolieren. Da lacht der Teufel! Wie steht‘s mit dem Eid, "Schaden vom deutschen Volke abzuwenden"?

"Nun nahm ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und ließ ihn für einen Augenblick alle Herrschaftsbereiche des Weltalls [od. der Welt] schauen und sprach zu ihm: "Dir will ich diesen ganzen Machtbereich mit all seinem Glänze geben; denn mir ist das alles verliehen worden, und ich kann es geben wem ich will." (...) Luk.4:5-6, Greber- NT

Oh ja. leider scheinen dem Teufel alle irdischen Länder und Herrschaftsbereiche zu gehören. "Verliehen worden" sind sie ihm von Menschen, die sich einen Dreck um Moral und Gerechtigkeit dann scheren, wenn es um Eigen- oder Machtinteressen geht. Wir brauchen keinen Augenblick länger auf irgendwelche korrupten Fremdstaaten oder sog. "Bananenstaaten" herunterblicken, denn zu Selbstbedienungsläden umgemünzte Amtsstuben finden sich überall! Dies haben wir unseren Kindern einzugestehen und können sie nur warnen, die gleiche Moral zu leben. Wenn einer der engsten Berater unseres ehem. Bundeskanzlers, ein kath. Pater, nunmehr öffentlich verkündet, daß "Wahrheitsfanatiker", womit er wahrscheinlich wahrheitsinteressierte Personen oder Ausschüsse meint, grundsätzlich mit Satan verbandelt sein sollen, dann distanziere ich mich als moralbegabter Geistlicher vor solch häßlichem ethischem Relativismus! Als versteckten Geldgebern das Ehrenwort gegeben wurde, über die Herkunft der Gelder zu schweigen, war die Tat damit bereits geschehen! Denn: SÜNDE=wider Wissen und Gewissen bewußt zu handeln! Uns bleibt die Lehre daraus, uns jedes Ehrenwort [was Ehre des Wortgebers voraussetzt!), jedes Versprechen und erst recht jeden Eid genauestens zu überlegen! Dies ist eine der tauglichen Lebenslehren auch für unsere Kinder und so etwas sind wir ihnen einfach schuldig!

Alle machen Fehler; die einen weil sie jung, unerfahren und unvorsichtig sind, die anderen aus eingefahrenen Irrtümern oder auch "Altersstarrsinn". Selbstverschätzung und Selbstüberschätzung nennt man diese Bankerte persönlichen Profils. Wobei ich unseren "Alten", von denen ich viele kennen darf, eine Lanze brechen muß. Denn der sog. "Altersstarrsinn” ist keine automatische Alterserscheinung, sondern vielmehr eine individuelle Verharrung in langzeitig gepflegten charakterlichen Deformationen. Einfacher gesagt: die Quittung dafür, in erster Linie immer, nur an sich selbst gedacht und wenig Rücksicht auf Fremdinteressen genommen zu haben! Im Alter lebt sich diese eingefressene Art freilich aus. Ich jedenfalls entdecke unter betagten Mitmenschen oft erstaunlich interessierte, junge und klare Köpfe, die oftmals aus reiner Weisheit den moralischen Entgleisungen unserer Zeit aus dem Wege gehen und sich damit ihre wohlverdiente Ruhe gönnen. Den Jungen hingegen muß oftmals geholfen werden, sich aus einer bedenklichen Bequemlichkeit und Verführbarkeit herauszufinden.

Da dem Kritiker weder die eigene Leistung, noch Lösungen erspart bleiben, möchte ich diesen Artikel mit einem guten Rat aus der (nicht nur geistchristlichen) Glaubenslehre beschließen: Übe ein jeder EINSICHT über die Verfehlung und empfinde er die ehrliche REUE. Nicht nur Liebe deckt eine Menge Sünden zu, auch die bekennende Selbstanschauung und sei sie noch so schmerzlich. Wer diesen selbstreinigenden Weg geht, wird es an der WIEDERGUTMACHUNG, die Tat, nicht mangeln lassen. Dies führt aus jeder moralischen Verfehlung heraus. Alles andere ist nur halbe Sache und deshalb unglaubwürdig. Was uns auch verborgen ist - GOTT kennt und bewertet es. Dies wird leider zu leicht und deshalb zu oft vergessen; egal in welcher Etage dieser Erde...

herzlichst Ihr Gerhard Krause