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Nr.:

0019

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Millenium - Tamtam

Na sind Sie gut ins neue Jahr “gerutscht”, oder sind Sie jetzt schon mit manchem Jahrhundert- Vorsatz ausgerutscht? Irgendwie haben wir es ja alle geahnt, daß das aufgeblähte Millennium- Tamtam nur einer unersättlichen Sensationshascherei und gierigen Geschäftsinteressen dienen würde. Trotzdem konnten sich die meisten dem Fieber dieses doch besonderen Jahreswechsels nicht ganz entziehen. Riesige Interessentengruppen, die nichts anderes zu tun haben, arbeiten bereits am Jahrtausendwechsel, der tatsächlich erst Ende dieses Jahres eingeläutet werden kann. Das Getöse dürfte dann noch größer werden.

Was aber hat sich für uns wirklich geändert? Genaugenommen nichts! Bislang unfreundliche Zeitgenossen gucken griesgrämig wie eh und je, die Benzinpreise passen sich der Großkotzigkeit eines neuen Jahrhunderts an und nach wie vor fischen wir Rechnungen aus unseren Briefkästen. Katastrophen, Unglücke und Schlechtigkeiten buhlen um Aufmerksamkeit und rangeln um den ersten Platz, unsere gute Jahrhundertlaune zu vernichten. Wir stöhnen enttäuscht auf und fangen an zu träumen, wie es sich leben würde mit einer besseren Welt?!

Was, so stellte ich vielen Menschen die Frage, wäre Ihr größter Wunsch. wenn Sie Gesundheit, Geld, Glück und Frieden nicht nennen durften? Ratlosigkeit! Genau diese ausgeklammerten Wünsche hätte man eben. Gibt es nichts weiter in unserer Gesellschaft, was zu leben wert wäre? Doch, Werte. Moralische Werte beispielsweise. Sie scheinen in unserer Gesellschaft verloren gegangen zu sein. Viele Zeitgenossen verwiesen stolz auf die typischen Zeichen unserer Zeit: Forschheit, Offensive (die laute und unsensible), Hemmungslosigkeit, Geltungsbemühen (das ungebremste). Selten erfahren wir Zurückhaltung, Takt, Diskretion, Kontenance, Feinheit, Sittlichkeit oder untadeliges Benehmen. Ich habe weinende Kinder trösten müssen, weil sie von ihren Mitschülern für Anstand und Feinfühligkeit verlacht wurden. "Cool" wollen die Kids erscheinen und geistige Werte, charakterliche Kostbarkeiten, rangieren allgemein weit hinter dem, was eine plastikverpackte Welt zu bieten hat. Nicht nur alte, auch jüngere Menschen mögen und verstehen diese Entwicklung nicht. Woran liegt es, daß die von Sanftheit, Respekt und Bescheidenheit geprägten zwischenmenschlichen Beziehungen einer Froststufe zu unterliegen drohen?

Kritik darf nicht die Kinder treffen, sondern deren "Macher". "Macher", das sind in erster Linie die Eltern, Erzieher, Betreuer. Sie gestalten das nach Orientierung suchende Kind und bestimmen die Spielregeln. Wenn sich Eltern an den Bettrand ihrer Kinder setzen, um den Tag mit allen Vor- und Nachteilen, mit allem Guten und Schlechten Revue passieren lassen, dann regt das nicht nur die Fantasie des Kindes an, sondern das Kind entwickelt Einsichten und Vorsätze, die dann in einem Nachtgebet dem Herrgott mitgeteilt werden. Wer praktiziert noch solche moralgetragene Erziehung, die dem gedankenlosen Versagen oder einer mutwilligen Bösartigkeit beträchtlich im Wege steht?!

Der Mangel einer glaubensgeprägten, christlichen Erziehung findet sich auch in Schulen. Wenn das Fach "Ethik" wichtiger genommen wird als Religion, dann empfangen die Kinder zwar gute Ideen und Vorstellungen für den Umgang miteinander. Die Verbindlichkeit aber, mit der auch ein kleines Menschlein dann umgeht, wenn es sich mit seinem Denken, Fühlen, Sprechen und Handeln von GOTT beobachtet weiß, wird mit Ethik nicht geliefert. Religiosität hat ihren eigenen, unersetzlichen Stellenwert! Meinung ist nicht Glaube, aber Glaube ist Meinung. Woher soll Moral kommen, wenn der Blick auf den Altar durch Fernsehschirme und Computermonitore gelenkt wird? Versiegt das warme Blut der Nächstenliebe zugunsten einer kalten Energie, die nur das Ichdenken speist? Unsere Welt friert und erlebt einen beschleunigten Werteverfall der solange anhalten dürfte, bis sich sämtliche betreuenden, lehrenden und erzieherischen Organe wieder darauf besinnen es dem recht zu machen, ohne den sie nicht existieren würden: GOTT!

Der Sündenstifter Satan untergrub die Moral vor 100 Jahren ebenso wie heutzutage, ist aber ein kreativer Kerl. Die Verfehlung wird uns leichter gemacht! Wo man sich zwecks Unkeuschheit früher hinter die Büsche stahl, verfolgt man nun die Sauereien im Fernsehsessel. Doch die Chance liegt in der Crux! Jeder kann umso glaubhafter seine Stärke in der permanenten Abwehr beweisen - überfordert ist keiner!

Leider mangelt es an aktuellen Vorbildern. Wer oder wo sind die Sittenwächter, glaubwürdige Vorbilder für unsere Kinder? Politiker? Konzernsklaven? Medienclowns? Großkirchliche Eminenzen? Solche wie die "Mutter Theresa" oder Albert Schweitzer, von Selbstlosigkeit gesteuerte gute Geister, sterben aus könnte man meinen. Dieser Artikel aber soll kein Grabgesang sein. Deshalb möchte ich auf die vielen stillen, bescheidenen und doch emsigen Hoffnungsträger verweisen. Es gibt sie, die guten Menschen. Vielleicht wirkt er in Ihrer Nachbarschaft, Kollegenkreis oder gar Verwandtschaft? Diese Wohltäter und engagierten Mitmenschen verlieren keine großen Worte und wenden sich auf die einzig richtige weise gegen den Werteverfall unserer Überflußgesellschaft. Sie beweisen, daß Kaltherzigkeit, Unmoral und Egoismen letztendlich mit Jesus ans Kreuz genagelt wurden und sterben werden. Die Liebe siegte und wird siegen, trotz aller lasziven Zuckungen unserer Gesellschaft. LIEBE ist also etwas, was sich jeder wünscht und jedem geben sollte. Hast du sie im Herzen, dann bist du glücklich, fühlst dich gut, hast den Frieden in dir und bist zufrieden. Die Liebe zu GOTT und dem Nächsten verschenkt sich zwar nicht, spendet aber dem Geber alles, was er im Grunde seines Herzens braucht. Das ist das große Geheimnis – gegen Unzufriedenheit, Unfrieden und Werteverfall. Liebe ist der höchste Wert, die stärkste Tugend und das beste Mittel gegen und für alles!

Machen w i r uns also zu Vorbildern! Dieses persönliche Ziel wäre doch einem Jahrhundert- ja einem Jahrtausendwechsel würdig, oder? Wenn es dir gelingt, auch nur einem einzigen Menschen in deinem ganzen Leben ein gutes Vorbild im Sinne Jesu zu sein, dann hast du schon deshalb nicht umsonst gelebt! Noch ist Zeit dafür - gab GOTT dir nicht den heutigen Tag wie alle anderen? Isch män jo bloss,

Gerhard Krause