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0017

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Ruhe in Frieden

Immer mal wieder, wenn In mir besonderer Überdruß ob der Ärgerlichkeiten des Lebens aufkommen mochte, mache ich mich zu einem Spaziergang auf. Mein Ziel ist ein ganz bestimmtes: ein Friedhof. Dort kündet jeder Grabstein von einer ehemaligen Existenz, deren Träger sich für ach so wichtig, unersetzbar und überaus gescheit gehalten haben mag. Selbst die teuersten und pompösesten Grabsteine und Denkmäler können nicht Ober den Irrtum jeglicher Selbstüberschätzung hinwegtäuschen und recken sich gleichsam steinerner Mahnmale für jeden Betrachter gen Himmel und fordern auf, doch ja seine Vergänglichkeit nicht zu vergessen!

Mich jedenfalls bringt das wieder auf den nüchternen Boden der Tatsachen und ich erinnere mich dann, daß auch jeder Arger und jedes Problem, aber auch jeder Schmerz und jede Enttäuschung von vergänglicher Artist. Mit dieser Gesinnung lässt es sich wieder leichter, ja sogar heiterer ans Tagwerk gehen und so haben mir die Toten ungewollt ein Stückchen Frieden gebracht - womit wir beim Thema angelangt wären: FRIEDE.

 

Wenn Daten und Sprüche in einen Grabstein gehauen werden, dann dürfte dies von den Hinterbliebenen gut gemeint gewesen sein. Dem oder der vorausgegangenen Lieben wird gewünscht, was als Höchstes für die Seele scheint: Ruhe und Frieden. "RUHE IN FRIEDEN" heißt es beschwörend und doch, so meine ich, gibt es in Wahrheit kaum einen unruhigeren Ort als den Friedhof. Wenn du davon ausgehst, daß sich Charakter, Erfahrungen und Gesinnung quasi unauslöschlich in die Seele einprägen - wie verschiedene Töne in die Rillen einer Schallplatte - dann nehmen doch die meisten Menschen recht viel Unruhe, Negationen und Unfriedlichkeit mit ins Geistige, ins Jenseits. Diese leider typisch menschliche Art, hält somit den Geist gefangen und lässt ihn fast "menschlich" sein! Also binden sich solche Geister an das, was ihrer Art weitgehendst entspricht, was ihnen vertraut ist. Sie entfernen sich kaum von dem, was Träger ihrer Art war, dem Körper. Dementsprechend betrachte ich Friedhöfe als sehr bewohnt von solchen "armen Seelen". Diese geistigen Geschöpfe erfüllen sich eben nicht, wovon sie als Menschen geträumt haben: heimzugehen in die Himmel! Sie sind gebunden, uneingereiht und stehen (noch) nicht In einer gottgewährten Ordnung. GOTT lässt jedem seinen freien Willen - im Diesseits und im Jenseits. ER möchte Seine Kinder freiwillig auf sich zugehen sehen. Geht es uns mit unseren Kindern nicht ebenso?

Nichts ist es also mit der RUHE, nichts mit dem FRIEDEN, nichts mit dem PAX. wobei diese Bezeichnung mit "Pakt" zusammenhängt. "Pakt" wiederum drückt ein Rechtsverhältnis zwischen zwei Parteien aus. Die eine Partei ist GOTT, die andere du. Doch das ursprüngliche Friedensverhältnis GOTTes uns gegenüber, wurde (oder ist teilweise noch) durch die Sünde zerstört! Dieses Verhältnis möchte GOTT immer wieder herstellen und ER vergibt uns! Vergebung und Friede entsprechen einander. " Großen Frieden haben die, die dein Gesetz lieben, und werden nicht straucheln (od. :da sie nicht straucheln werden)" Ps.119:165.   Wie aber sieht es in dir aus? Könntest du in den Frieden eingehen, wenn du heute oder morgen sterben solltest? Hast d u deinen Frieden in dir? Wenn da auch nur ein Quentchen Unzufriedenheit, schlimmer noch Unverzeihlichkeit in dir ist, dann wird dir das deinen Frieden ebenso im Jenseits rauben, wie bereits im Diesseits! Denn Groll, Zorn, bohrendes Enttäuschtsein gepaart mit Unverzeihlichkeit, gewähren niemals den inneren Frieden. Niemals! Mache es also dem Herrgott nach und suche mittels der Vergebung den Pakt mit Ihm zu gesunden. Wer immer dir etwas angetan hat und was auch immer - vergebe! Versuche es zumindest! Ach wie viele meiner Gebete beginnen mit dem Schwächeeingeständnis: "Herr, mein GOTT, ich fühle mich zu schwach für dies oder jenes, aber Du siehst meinen guten Willen und deshalb wirst Du mir Beistand und Stärkung und die Kraft sein, es zu schaffen." Ja, der Wille zählt, denn dieser ist vor GOTT wie die Tat! Wir wollen doch möglichst unbelastet von nachtragenden Gefühlen oder Rachegedanken einmal den letzten Gang antreten und wir bestimmen, ob uns dann dunkle 'Engel des Unfriedens' oder 'lichte Wesen des Friedens' wiedererkennen und sich zu uns gesellen. Dieser zukunftige Friede betrifft nicht nur die Menschheit, sondern den gesamten Kosmos, die Welten der Minerale, Pflanzen und Tiere mit eingeschlossen. "Die Wölfe werden bei den Lämmern wohnen, und die Pardel (=Leoparden) bei den Bocken. (...}" "Denn ihr sollt In Freuden ausziehen und im Frieden geleitet werden. Berge und Hügel sollen vor euch her frohlocken mit Ruhm; und alle Bäume auf dem Felde mit den Händen klatschen." Jes.11:6, 55:12

Eiranae ist die meistgebrauchte Übersetzung des hebr. schalom und bezeichnet nicht nur das Moment der inneren Ruhe und somit einen heilen Zustand. Es steht auch für das Äußerliche, im Zusammenleben der Menschen. Du kannst die Welt nicht in dem Ausmaß, wie du es willst, verändern, aber du kannst für das Heilsein deines inneren Herzens sorgen. Bei aller Unfriedlichkeit deiner Umwelt, kannst du dir dennoch den Seelenfrieden bescheren! Der wichtigste Schritt ist und bleibt der, GOTT den Frieden anzubieten. Dieser Friede ist dann Wirklichkeit, auch wenn der sündige und uneinsichtige Menschen dies leugnet. "Da wir nun durch den Glauben Freunde GOTTes geworden sind, so sollen wir den Frieden mit GOTT auch bewahren durch die Hilfe unseres Herrn Jesus Christus. " Dieser Friede ist keine immanente Möglichkeit der Menschen, keine innere Selbstverständlichkeit, sondern eine Gabe, ein Geschenk aus dem Transzendenten. Keiner sollte weiter an einer Kontroverse zu GOTT, an Sünde und Unverzeihlichkeit festhalten. Hat doch auch Jesus dieser Sünde den Kampf angesagt und ihr das Schwert gebracht! Tauche doch jetzt schon, zu Lebzeiten, ein wenig in das Reich GOTTes ein: durch Glaube und Vergebung, durch Liebe und Demut. Offenkundig und ungestört aber wird der wahre Friede erst in der neuen (und doch dann altvertrauten) Welt GOTTes sein! Darauf, so 'man isch jo bloss, dürfen wir uns doch jetzt schon freuen, oder? GOTT schenke Ihnen innere Zufriedenheit,

das wünscht Ihnen Ihr Gerhard Krause