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0159

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IDENTITT IM WANDEL?

Unser Weltgeschehen spiegelt, wie alles was auf Erden geschieht, geistige Geschehnisse wider! Nur wer diesen Zusammenhang seinem Verständnis einverleibt, wird mit diesem Artikel ein Aha-Erlebnis gewinnen.

Wir blicken auf eine gewaltige Flüchtlingsbewegung im Vorjahr. Es ist angebracht, dieses gewaltige Ereignis hintergründig zu beleuchten und sich der geistigen Realität zu widmen!, das, was sich also unsichtbar abspielt und doch unser Weltgeschehen bestimmt. Wenn über eine Million notgetriebener Menschen die Grenzen eines Landes in der Hoffnung auf ein menschenwürdiges Leben überschreiten, dann ist diese Welle in der Lage vieles von dem wegzuspülen, was bislang in scheinbar schönster Ordnung und vertraut war. Eine gewaltige Herausforderung nicht für Massen oder ein Volk, sondern für jeden einzelnen derer, die zuwandern und die empfangen. Die damit verbundenen Aufregungen, Veränderungen, ja Umwälzungen helfen uns, eine weit größere Massenbewegung und die Auswirkungen ihrer Dimension zu begreifen: Das Rückführungswerk Christi, welches sich um den Heimgang der gesamten gefallenen Engelsschöpfung -zu der wir alle gehören - kümmert!

Mit Jesu Opferleben vor über zweitausend Jahren, dornengekrönt mit dem Kreuzestod und seinem anschließenden Sieg über Luzifer in dessen Dunkelreich, taten sich die Pforten des einzig wahren "Landes", das der himmlischen Sphären auf und jeder, ausschließlich jeder darf einen Heimweg in die Urheimat aller: das Gottesreich, antreten. Christus, der sich selbst zur Brücke zwischen den Reichen des Todes und des Lebens machte, baute diesen Weg!

Der Weg eines jeden Einzelnen ist umkämpft: Auf der einen Seite die Mächte der Liebe, die den Zusammenschluss der einst gefallenen Mitengel mit den im lichten Reich Verbliebenen herbeisehnen und sich geschwisterlich einsetzen. Auf der anderen Seite die nagende Furcht aller Anhänger der Niedertracht vor Machtverlust, was Ränke

übelster Art und ein verheerendes Repertoire an Verführungen in Szene setzt. Da prallen unvorstellbare Kräfte aufeinander um Raum und Einfluss zu gewinnen. Entdecken wir nicht auch auf unserem Planeten die Unvereinbarkeit von Gut und Böse? Es mag eine Frage der Moralauffassung und Perspektive sein, doch politisch kennt man die Bezeichnung "Schurkenstaat" und schafft damit Abgrenzungen und Distanzierungen von dem, was mittels inhumaner Aggression die Welt kontaminiert. Keine geistige Vergiftung, keine schmutzige Attacke wird etwas daran ändern, dass Christus den Höllenfürsten, und damit alles was er an Tücken und Destruktionen gnadenlos zum Einsatz bringt, letztendlich zum Scheitern verurteilt hat, denn Christus hat bereits gesiegt und Uneinsichtigkeit, Unweisheit und Lieblosigkeit können diesen Sieg und seine erlösenden Folgen nicht ungeschehen machen. Gut für uns! Es ist eben die Kraft des Glaubens, das Festhalten an dem, der sich zu Recht als "der Weg, die Wahrheit und das Leben" ausgewiesen hat: Jesus Christus. Wenn wir begreifen, dass wir durch den Glauben an ihn gewissermaßen die Lizenz, unbeugsam gegenüber Anfechtungen und unerschrocken gegenüber bedrohlich wirkenden Ereignissen zu sein, erworben haben, steht unsere Abwehr, als wichtigste stabilisatorische Tugend, fest wie eine Burg!

Die Entscheidung, sich dieser womöglich alles entscheidenden Hilfe zu bedienen und Christi Führung anzunehmen, hat uns GOTT freigestellt: Der freie Wille ist uns belassen und erlaubt ein "Mitspracherecht" in dem, was unser Gewissen rät zu entscheiden. Wer nicht für mich ist, ist gegen mich, lehrte Jesus und polarisierte damit über seine Person: Wer nicht für die Liebe ist, geht unbeleuchtete Wege...

Alles hat seine Zeit - auch Veränderungen und deren Ausmaß. Nichts geschieht "einfach so", sondern ist vom Höchsten entweder gelenkt oder zugelassen, denn Einsichten und Erkenntnisse, die wir aus eigenen, leidvollen Erfahrungen beziehen, wirken wesentlich nach-

haltiger und beeindrucken uns viel intensiver als alles, was aufoktroyiert ist. GOTT in Seiner Weisheit nutzt unseren Querkopf und lässt uns unsere - dann oftmals schmerzhaften Erfahrungen machen. Was wir dann einsehen und positiv ändern, haben wir dann selbst beschlossen, was - so die Psychologie - als selbstbestimmtes Ergebnis, einfach "glaubhafter" für uns ist als jeder noch so gute, aber störrisch bedachte Rat von anderen.

Weder im Geistigen noch im Irdischen kann der Faktor Zeit ignoriert werden. Wer möchte schon zeitlos im Dunkeln wandeln? Solange wir nicht in die allumfassende Versorgung der Himmel zurückgekehrt sind, durchschreiten wir dunkle Zonen. Geistig gesehen ist Finsternis um uns! Und da lauern die Gefahren: Feigheit, Verschlagenheit, böses Tun gehören zu den Kindern der Nacht, denn es scheut das Licht was übel ist! Dies ist Hüben wie Drüben so!

GOTT ist ein GOTT der Ordnung. Ohne ein funktionierendes Gesamtwerk von Regeln und förderlichen Bahnen, könnte der schier unablässige Strom rückgeführter Geschöpfe auch von den Heeren der Geisterwelt GOTTES nicht erfolgreich zu Ende, also bis hin zur Allmacht, geführt werden. Ohne eine Ordnung nach gleichen, notwendigen aber verkraftbaren Schemen, kann auch eine der größten Völkerwanderungen der Moderne nicht bewältigt werden ohne dass ein Chaos,oder heftigste Erschütterungen traditioneller, kultureller, moralischer Fundamente, alles durcheinander wirbelt. Luzifer ist ein Durcheinanderwerfer und liebt die Dornen der Verunsicherung und Zweifel, denn sie bohren sich in jedes Sicherheitsempfinden und bringen ins Schleudern.

Nächstenliebe kann ein stilles Pflanzlein sein, wenn wir sie in uns wirken lassen. Nächstenliebe kann aber auch zu einem Mammutbaum werden, wenn ganze Völker durch Flüchtlingstrecks die Chance bekommen sich darin zu bewähren. Wir sind Zeitzeugen eines Geschehens, was markante Umwälzungen mit sich bringt. Doch Gäste an einen gedeckten Tisch zu bitten, kann zur Bereicherung des Hauses führen und Lernprozesse forcieren. Der Hausherr aber sollte respektiert werden, zumal wenn

er Jesus Christus heißt und die Seele unserer Religiosität ist! Wer den Hausherrn nicht ehrt und die Hausordnung wissentlich und wollendlich stört, den Hausfrieden mißachtet, dessen Einladung ist ungültig und er mag seine eigenen, inkompatiblen Wege gehen. Dies wäre normales, verständliches Vorgehen, beinhaltet jedoch das Gespräch, Verständnis, Austausch, sinnvolle und erträgliche Toleranz und sorgt für eine lehrreiche Wechselwirkung, die Menschen verschiedener Kulturen und Vorstellungen einander näherzubringen vermag. Wenn wir uns von christlichen Werten nicht abbringen lassen und uns unbeirrt den Tugenden nähern, vermag niemand und nichts unsere Souveränität als christliches Abendland ins Wanken zu bringen. Dies ist die Aufgabe, denke ich. Wie sonst sollten wir unser Christsein beweisen, was sonst sollten die Beschwörungen und guten Vorsätze, die Töne aus Höhen der Kanzeln bezwecken wollen?

Den Zulauf von Migranten mit Verärgerung, Mißtrauen und Ängsten zu quittieren, lässt Vertrauen in die Liebe, Weisheit und Gerechtigkeit GOTTES vermissen. Aufgeregte Aufmärsche, Feindschaft und Gleichmacherei in Verunglimpfungen, nur weil jemand schwarze Haare besitzt, sind unpassende Antworten auf etwas, was die Natur allen Menschen gebietet: Selbsterhaltung! Unser Planet, der tatsächlich weder das Paradies noch ein Stück Himmel ist, wird seit Anbeginn von Spalter-Geistern aufgemischt. Diese wesenhaften Giftpfeile erliegen noch der Verrohung ihres Geistes und erfahren eine Art Befriedigung ihrer niederen Gesinnung, indem sie christliche Fundamente und überhaupt alles, was mit Nächstenliebe zu tun hat, zu zerstören versuchen. Diese unreifen Elemente finden sich in jeglicher Sphäre überall außerhalb der Himmel.

Im Geistigen ist's wie im Irdischen: Bündnisse zerbrechen dann, wenn Uneinigkeit und selbstüberschätzende Oberhebungen dem Gemeinschaftsgeist die Kraft der Gleichgesinnung entziehen. Nehmen wir als Beispiel den

Trend der EU, eine der nunmehr gefährdeten Großbündnisse auf der Welt. Jegliche Fraternität und Gleichpolung scheitern an sturen Reglements falsch verstandenen Individualitätsbestrebens. Dabei sind Fluchtbewegungen und Völkerverschiebungen doch auch Versuche eine Individualität zu wahren! Dies gehört einem Volksgewissen als Erklärung angeboten.

Wenn Menschen aus Hunger Gras essen, Motoröl von verdreckten Fässern kratzen oder Kinder für eine Mahlzeit verkauft werden, dann kann uns das nicht kalt lassen. Wenn sich verzweifelte Flüchtlinge auf Todesbooten drängen, sich dafür im Heimatland ganze Sippen verschulden und die Schützlinge als letztes europäisches Land vor sich sehen, bevor sie jämmerlich ertrinken, dann ist das auch unser Tod wenn wir wegsehen. Und an haushohen Stacheldrahtzäunen klebt das Blut unschuldiger Kinderhände die nicht spielen, sondern essen wollen. Was bedeutet das Wort Menschlichkeit, wenn nicht Nächstenliebe?! Sie, die Nächstenliebe wird getestet: weltweit! Jeder Mensch, gleich welchen Standes und welcher Religion, steht auf dem Prüfstand. Doch wenn sich Glieder des einen, gewaltigen Menschenleibes: die Menschheit, gegeneinander wenden und sich abstoßen, stirbt der Körper. Es ist die geistige Autonomie, deren harmonisches Gesamtwerk durch Lieblosigkeit zerstört wird. Wir alle sind Glieder des geistigen Leibes Christi!

Ich glaube kaum, dass sich die Welt zugrunde richtet -da steht GOTT vor; aber sie wird abgebrannt. Was das Geschöpf verdirbt, richtet der Schöpfer ein, denn die alles tragende Liebe ist Chefsache! Es mag ein langer Weg vom Ich zum Wir sein und es kostet immer Selbstüberwindung, woraus sich Verständnis entwickelt. Und daraus Duldung, dann Akzeptanz, Respekt und schließlich eine friedlich Koexistenz. Solange wir Mitmenschen nach ihrer "wirtschaftlichen Verwendbarkeit" klassifizieren, haben wir den Bruder, die Schwester, noch nicht erkannt. Und genau das sind wir: Geschwister, gemeinsam mit denen im Mineral-, Pflanzen- und Tierreich. "Machen" wir auf Familie!

gerhard krause