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0156

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Der schönste Tag des Lebens

Die meisten Menschen vermeinen genau sagen zu können, was 'der schönste Tag ihres Lebens' war oder ist.

Werden Paare zu diesem Thema befragt, entwickeln sich die Antworten etwas einseitig: mit dem geliebten Partner dies oder jenes erlebt zu haben, das sei der schönste Tag gewesen - beispielsweise das Ja-Wort für~s Leben gegeben zu haben. Danach favoritisieren sich Ereignisse wie die Geburt des Nachwuchses, das Oberleben eines üblen Unfalls oder einer schweren Krankheit.

Würden unsere Großeltern befragt, dann gingen sie zurück in die Zeit des 2.Weltkrieges und erinnerten sich des unbeschreiblichen Glücksgefühls, einen aus der Kriegsgefangenschaft entlassenen Heimkehrer empfangen gedurft zu haben. Oberhaupt ist es eine schier unschlagbare Freude, einen totgeglaubten, lange vermissten Menschen wieder in die Arme schließen zu können. Das ist dann der Glückstag!

Es gibt Menschen, die im vielbesungenen Glück trauter Zweisamkeit, bereits die Option einer Trennung, quasi die "Bruchstelle" enthalten sehen! Vielleicht sind diese romantisch schwach begabten Schwerlastrationalisten einfach nur erfahrungsgeschädigt und es fehlt der Mut, an ungetrübtes Glück zu glauben. Freilich, ist der 'schönste Tag des Lebens' erst einmal zerfleddert, wandelt sich das Dauerglück in eine temporäre Phase, zerplatzt wie eine Illusion und versetzt für den Rest des Lebens recht schmerzhafte Erinnerungs-Hiebe. Und was das wunderbare Ereignis der Geburt eines Familiennachwuchses anbelangt und dadurch der 'schönste Tag des Lebens' ausgebucht scheint, entwickelt sich nicht selten aus dem geliebten Hosenscheißerchen schon nach zwölf oder dreizehn Jährchen ein kleiner Zerstörer! Kaum den Windeln entwöhnt, wischen Aufmüpfigkeit und unsensibles Frischschiupf-Ego des oder der "lieben Kleinen" jeglichen Liebreiz hinweg. Was auszutragen bleibt, ist ein albener bis handfester Generationen-Konflikt!

Wer einmal dem Tod von der Schippe gesprungen ist, trägt dies womöglich als 'den schönsten Tag des Lebens' in den Kalender ein. Ein von Suizidabsichten geplagter ehemaliger Patient von mir, gestand mir welch unbeschreibliches Hochgefühl - "wie neu geboren" - ihn durchströmte, nachdem er sich in heikler Situation für das Weiterleben entschieden hatte. Vom großen Spiel glück geküsste Glückspilze, vielleicht durch einen Lottogewinn, tragen dieses Ereignis als schönstes im Leben in ihre Analen ein. Interessant auch, dass derartige finanzielle Eruptionen nicht nur ganze Lebensstile markant verändern, sondern Geld und Gut wesentlich tiefere Spuren in das menschliche Wesen graben, als emotionale. Geld vermittelt den meisten wohl eine größere Entlastung als eine positive Befassung mit dem Innenleben, wenngleich letzteres machbarer und sinnvoller ist.

Meinen 'schönsten Tag des Lebens' jedenfalls möchte ich auf ein Ereignis mit wärmender Strahlkraft, auf etwas, was mein Wesen herzlichst umfasst, begründen! Alles andere spielt der Banalität zu.

Die Suche nach dem Glücksmoment vermag nur eine Reise durch die Vergangenheit zu sein. In der Rückbesinnung durchpflügen wir Gewesenes; die Zukunft enthält noch unbeschriebene Seiten. Schon möglich, dass Wunschdenken und Schwärmereien den Klarblick vernebeln und ein Ausnahmetag bestimmt wird, der der Bedeutung in Wahrheit nicht gerecht wird. Egal, subjektiv haben wir uns festgelegt, und das zählt! Auch können herausragende Neuerlebnisse dem "Sondertag" jederzeit ein neues Datum aufdrücken. Dennoch sollten wir "un-

unseren besonderen Tag" kennen, er sollte aktuell und jederzeit erinnerungsmäßig abrufbar sein und immer dann den ersten Platz einnehmen, wenn wir nach etwas Erfreulichem, Aufbauendes suchen. Wie sonst könnte Dankbarkeit aufkommen?

Wie wäre es, wenn wir Christen alle uns gemeinsam auf einen 'schönsten und wichtigsten Tag des Lebens' einigen könnten? Ein Glückstag der geeignet ist, in uns allen Begeisterung zu entfachen? Dass dieser Tag auf über zweitausend Jahre Gültigkeit fußt, sollte uns nicht irritieren. Es ist jener Tag, an dem unser Herr Jesus Christus sein irdisches Erlösungswerk als Mensch vollbracht hat. Das war, als er uns ,die wir doch gefallene Geister sind, aus Luzifers Klauen befreite! Der Leidensweg Jesu und anschließend im Geiste errungene Sieg über den Höllenfürsten mitsamt seiner Niedertracht, durchbrach die Lichtlosigkeit und damit unsere Todesstarre.

Damit war - im wahrsten Sinne des Wortes - der 'Tag des Lebens' geschaffen; für uns, die wir geistig wieder atmen dürfen.

"Ich bin das Leben" erinnert Jesus Christus und unterstreicht damit das, was über jede irdische Existenz geht: das unvergängliche Leben! Das ewige Leben in Glückseligkeit, im Nahbereich der Liebe GOTTES, verbrüdert sich nicht mit dem Tod. Mit Christus Jesus, unserem Retter und Heimführer, gewinnst du als gläubiger Mensch unzählige Glücksmomente aus gnadenreichem Licht: jederzeit, jetzt, wenn du die Freiheit des Geistes anzunehmen bereit bist. Wenn dich Freude und Dankbarkeit durchrieseln und Demut dir feuchte Augen beschert, vielleicht aus Scham über unwürdiges Verhalten, dann hast du begriffen was echtes Glück ist! Der weltliche Trommelwirbel täuscht nur synthetisches "Glück" vor...

Der "Tag der Tage" kann diese Bezeichnung nur aus der Verbindung zu Christus beziehen. Es ist dein Tag, den du mit in die Zeitlosigkeit nehmen darfst.

Die Suche hat ein Ende. Danke, lieber GOTT.

Gerhard Krause