kirche_head2
SEND_COVER

Nr.:

0153

zurück zum

Ach du liebe (Weihnachts-)Zeit

Dieses Kirchenblatt ist eine Spätsommer-, Herbst-, Win­ter-, Weihnachsausgabe.
Sich bei 32 Grad Außentemperatur auf Weihnachten einzustim­men ist ungefähr so schwierig, wie anbetrachts der brodelnden und explosiven Welt den Frieden in sich zu wahren. Wie jedes Jahr, so wird auch dieses Jahr der Rummel um Weihnachten als "Fest des Friedens" deklariert werden und wie jedes Jahr stimmt das nur insofern, dass der Hort des Frie­dens   nur   in   uns   sein   kann.   Dann   vermag   diese seltsam angenehme und für  manche  mystische Weihnachtsstimmung deine Seele wie Weihrauch zu umschmeicheln. "Wenn du im Herzen Frieden hast, ist deine Hütte ein Palast" sagt ein altes Sprichwort.
An dem, was unter "Weihnachten" verstanden wird, ist leider wenig echt, denn längst blenden die Umsatzleuchten des Kommerz ein- und aufdringlicher als das sanfte Licht einer bescheidenen Kerze. Dabei rücken sich Weihnachten und Ostern immer stärker auf die Pelle: Gefärbte Ostereier zum Christfest und naschbare Nikoläuse noch zu Ostern. Weih­nachtsschmuck zum halben Preis - alles muß raus! Von einem Fest zum andern wird der Urlaub geplant und das, was die Feiertage ursprünglich bezweckten, geht verloren! Es ist wie mit dem Lied "Oh du fröhliche..." Es gab eine Zeit, da wurde die zweite Strophe zu Ostern und die dritte zu Pfingsten besungen...
Aber nutzen wir doch mal einige der unvermeidlich trüben Herbsttage dazu, aus der Not eine Tugend zu machen. Lassen wir in Gedanken dieses Jahr 2016 Revue passieren. Meine Güte, was für ein aufregendes, atemberaubendes Jahr! Nicht etwa, dass es in der Menschheitsgeschichte je ein ereignisloses Jahr gegeben hätte, das nicht, aber Umwälzungen und Verän­derungen immensen Ausmaßes hielten und halten uns gehörig in höheren Blutdruckwerten.
Da war und ist die schreckliche Not von Mitmenschen, die wir Flüchtlinge nennen und deren jeweilige Heimat nur noch Hun­ger, Tod und Verderben bietet. Alles wird uns per Mega-Bild­schirm ins Haus überspielt. Nicht nur kommunikativ ist unser Globus wie zu einem kleinen, faulen Apfel geschrumpft und die teils durch rücksichtlose Ausbeutung von Mensch und Natur geschaffenen harten Lebensbedingungen, hat ein er­barmungsloses, gieriges Zerstörungskollektiv zu verantwor­ten.
Wir schaffen das? Wenn, dann nur mit GOTTES Hilfe und in Selbstlosigkeit. Wer anderes meint, der träumt. Wir erleben hinzukommend menschenverachtende Kräfte de­nen es gelungen ist, das eher verschlafen wirkende Schaukeln der abendländischen christlichen Wiege, in den Schreckzu­stand einer Islamophobie zu verwandeln! Ängste und unheil­volle Prognosen lähmen und arbeiten einer Verzagtheit zu, die jedes christliche Selbstbewusstsein vermissen lassen. Viel zu leise dringen stützende Worte an die Glaubensvölker mit den Kirchtürmen. Was geschieht denn da? Nichts anderes, als dass die Geschichte in unserer Zeit neue Farben an­nimmt. Keine Farben aber, mit denen GOTT nicht umzugehen wüsste, denn wie eh und je ist Er bereit, unsere Sorgen und Ängste zum Preis des Vertrauens an sich zu nehmen. Mit dem, wie Volksvertreter unseren emotionalen und sachlichen Zuständen umgehen, ist besser mit Nüchternheit zu begegnen, denn diese bewahrt vor Illusion und könnte Napoleon Bonapartes Behauptung bewahrheiten: "Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat." Nun, er musste es ja wissen.
Einigen wir uns also auf den Hoffnungspfad des Jesus Christus, denn wieviele Wege den Menschen auch gelegt und anempfohlen werden: er ist der Königsweg, der zum wahren Leben führt. Und wenn nicht wir Christen, wer dann sollte den Beweis dafür antreten?
Noch ist das 3ahr nicht zu Ende und noch nicht entschieden, wie die delikate Zerreißprobe des Türken- und Deutschseins ausgehen wird. Doch nicht Fahnen stehen in Wahrheit gegen­über, sondern gewachsene Ideologien in unterschiedlichem Demokratieverständnis offenbar. Kinder GOTTES sind wir al­le und ein prächtiger Mensch zu sein, hängt nicht vom Pass ab. Doch es jedem recht machen zu wollen, erinnert mich an die Geschichte des ehrgeizigen Chamäleons: Man setzte es auf ein rotes Kissen und es wurde rot. Man setzte es auf ein blaues Kissen und es wurde blau. Man setzte es auf einen Schottenrock - und es zersprang...!
Matth.5:37 fordert dazu auf, eine klare Entscheidung zu treffen: Ja oder Nein, Dies oder Das.
Egal, welche Herausforderungen dir in diesem Jahr entge­gengestellt worden sind - es waren Prüfungen, unter Aus­schluss der Überforderung! Denn ein geistiges Gesetz birgt die Option, alles verwinden, schaffen und lösen zu können, alles, ohne dass wir überlastet werden dürfen. Wer aufgibt hat selbst aufgegeben - nicht der Vorgang hat dich erdrückt! Jede bestandene Prüfung aber macht uns stärker und fördert die Lebenstüchtigkeit - vor allem dein Geist profitiert!
Entsprechend positiv können wir in diesen Herbsttagen unsere Lebenseinstellung für das kommende Jahr zubereiten. Was auch geschehen wird, was dich auch zum Lachen und Weinen bewegen wird - mit GOTT ist alles gut getan! Die Allmacht scheitert an keinem unserer Probleme und ist bereit sie anzunehmen (1 .Petr.5:7). Wer vorrangig auf andere Stützen und "Problemloser" setzt, hat sich für die zweite Wahl entschieden und muss mit den Ergebnissen zu­rechtkommen.
Wer einen würdigen Vorsatz für 2017 sucht, dem rate ich mit Johann Wolfgang von Goethe:
"Was immer du tun kannst, oder wovon du träumst, fang an damit. Mut hat Genie, Kraft und Zauber in sich."
In diesem Sinne wünsche ich uns allen den Segen GOTTES, dass er uns erfasse, geleite und heilige,