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0150

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Furcht v.s. Liebe

Mit dem Verstoß gegen auch nur eines der dem Mose von GOTT gegebenen 10 Gebote, hast du das Sündenland bereits betreten und damit das Gesamtwerk beschädigt! Das ist Fakt geistiger Rechtsordnung. Sogar die Gesetze unseres staatlichen Rechtswesens fußen auf die meisten der Gebote vom Berge Sinai.

GOTT setzt auf die freiwillige Einhaltung Seiner Vorgaben und sagt nicht: "Du musst", sondern: "Du sollst"! Die Achtung vor der Allmacht, mehr noch die Liebe zu ihr, kommt einer Selbstverpflichtung - die Vorgaben einzuhalten - gleich, was resultativ unbequeme Wirkungen auf Ungehorsam vermeiden hilft. Man sagt: Nur wer GOTT nicht liebt, der solle Ihn fürchten. Ich sage, wer noch keinen inneren, würdigen Bezug zum Höchsten empfindet, der möge sich aufschließen für eine Liebe, die schlichtweg da ist, wie die Luft zum Atmen. GOTT versagt sich nicht, es sind wir, die wir uns blind und taub stellen und uns wundern, nichts zu empfangen. Dass sich ein solcher Mensch aber mit GOTT beschäftigt, öffnet das himmlische Herz und wer um Brot bittet, wird nicht mit Steinen bedient! Schlimmer, wer sich atheistisch verhält, denn solchem wird das unglaubliche Verhalten zum Frieren bringen, entzieht er sich doch der heiligen, göttlichen Wärme.

Zwar habe ich mich mit der Einhaltung der 10 Gebote quasi "brav" verhalten, doch Zuwendung, Liebe und Respekt sind eigene Leistungen, die weit über eine Anpassung an Solls hinausgehen! Das himmlische Kapital, welches zu entwickeln uns hier auf Erden angeraten ist, ist aber die Liebe, und die ist ein innerer Prozess und wertvoller als strikter Gehorsam und beugerische Anpassung. Sich von den Geboten in die Pflicht genommen zu fühlen ist zwar eine Antwort auf Jesu Hinweis, selbst das geringste Gesetz ernst zu nehmen, doch "sollte durch das Verbot uns zum Bewußtsein gebracht werden, wie über alle Maßen sündhaft wir seien." Rom.7:13

Mit der Beachtung der Gebote, ist also noch nichts sonderlich Anerkennenswertes getan, dies gilt es zu verstehen. Es ist wie mit dem Autofahrer, der gehorsam bei Rot an der Ampel anhält; weiß er doch um die Folgen einer Rotlichtverfehlung! Ist damit dieser Autofahrer bereits ein auszeichnungswürdiger Staatsbürger? Wohl kaum, denn sich für das Allgemeinwohl einzusetzen, erfordert andere Leistungen.

Röm.13:34 schildert, worauf es ankommt und lässt Jesus sagen: "ihr sollt einander lieben, wie ich euch lieb habe."

Ein neues, höheres Gebot also.

Für uns alle kommt der Tag der Abrechnung und GOTT weiß, wieviele an ihrem "jüngsten Tag", wenn alles Tun und Lassen abgewogen wird, eine Überraschung erleben. Zwar haben sie nicht betrogen, nicht gemordet und nicht ihre Eltern mißachtet. Auch sind sie keinem falschen "Propheten" gefolgt und sind GOTT mit keinem Zweifel begegnet; wussten sie doch, dass jedes verletzte Gebot unangenehme Folgen beschert, an die man vielleicht mit Angst dachte. Andere wären vielleicht hie und da schwach geworden, doch bot sich keine Gelegenheit einzubrechen. Dann gibt es noch die "Vernunftsentscheider", denen jeglicher Verstoß zu unbequem oder inprofitabel erscheint und sie deshalb auf dem geraden Weg bleiben. GOTT der Gerechte schenkt den Demütigen, den Reumütigen und aus dem Herzen Bemühten Seine Freundschaft. Es sind die christlich durchbluteten Seelen gebeugten Geistes, die Sein Wohlgefallen ernten. Die, die nicht die Gebote vor Augen haben, sondern sich nach himmlischem Brot verzehren, nach Wahrheit dürsten und in dieser Ausrichtung sich dem Nächsten geschwisterlich zuwenden. Diese schaben ihre Egoismen hinweg, schaffen in sich Raum für Lauterkeit. Diese müssen nicht an die Moses-Gesetze erinnert werden, denn sie schwenken ihr Wesen in den Bädern der Freude und Dankbarkeit. Ihr Gehorsam ist eine Frucht der Liebe!

Was Auslegung und Umsetzung der 10 Gebote betrifft, so gibt es noch die große Gruppe der "Freidenker", wie ich sie nennen möchte. Nach eigener Vermeintlichkeit, dürfe man alles "nicht so eng sehen" und der himmlische Gesetzgeber hätte schon Verständnis für die tolerante Sicht der Dinge und persönliche Handhabung gebotsartiger Vorgaben! Sich etwas leihen und nicht zurückgeben, ist dann kein Diebstahl, des Anderen Eigentum hat eben mal den Besitzer gewechselt.

Gedanken seien frei und schließlich noch keine Tat' Also dürfe man seinen Gedanken freien Lauf lassen ohne dass dieses zur Bewertung käme.

"Notlügen" seien kein Verstoß gegen Ehrlichkeit, denn die Situation habe sich als zwingend erwiesen! Dafür habe GOTT schon Verständnis.

Indikationserfüllende Abtreibungen hätten mit Mord nichts zu tun, schließlich meine man es ja mit Kind oder Mutter gut, denn der Zeitpunkt für werdendes Leben sei verfrüht gesetzt oder aus welchen Gründen auch immer nicht genehm! Wenn Menschen, Dingen oder Plänen mehr Vorzug eingeräumt wird als das Streben hin zu GOTT - zumal wenn ein Grundstock an Gläubigkeit vorhanden ist, dann wird dies nicht als "fremde Götter" erkannt. Aber heißt es nicht: "Liebe GOTT über allem "?

Zehn Seiner Vorstellungen, die uns vor Versündigung bewahren sollen, gab uns der Schöpfer. Das "Du sollst" baut auf unsere Freiwilligkeit - GOTT zwingt uns nicht in die Himmel. Doch zu keinem Seiner Gebote ist eine Erweiterung gegeben oder erlaubt! Keine Ausnahmen, kein Bonus, keine Auslegungsgewähr!

Deshalb ist für mich - und vielleicht auch für dich -jedes Soll ein "Muss", aber eines von jener Güte und Verpflichtung, wie es die bemühte Liebe und Hinwendung zu jedem anderen Mitmenschen beinhalten; denn dieses "Muss" ist in Wahrheit ein "Ja, liebend gerne!"

Gerhard Krause