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0148

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Menschen wie du und ich

Nichts ist so, wie es scheint! Die Fluchtursachen für eine der größten Völkerwanderungen seit Menschengedenken, scheinen klar und verständlich: Zerbomte Träume, zerstörte Normalität, Lebensperspektiven, die von Millionen von Menschen kaum als solche genannt werden können! Doch jeder will leben, will überleben. Der größte aller Antriebe, die Selbsterhaltung, sorgt für diesen unfasslichen Zustrom von Flüchtlingen.

Wie viele zu uns kommen, ist uns nicht in die Hände gelegt, aber das liegt zweifellos in der Macht Gottes! Richtig, wir können keine dreitausend Kilometer Grenzverläufe bezäunen, um uns vor dieser gewaltigen Herausforderung zu "schützen", doch wir können über die (Hinter-)Gründe dieses Geschehens nachdenken und uns in einer Art Hilflosigkeit an den wenden, dem nichts unmöglich ist und der an unseren Problemen nicht scheitert: GOTT - die Allmacht. Schon von daher schafft der stabile Glaube Sicherheit, denn Geistchristen kennen dieses geistige Gesetz: GOTT überlastet niemanden, in nichts! Was also liegt näher, als uns dieser Gewißheit zu bedienen und ihr, der Allmacht, in unseren Rettungs- und Lösungskonzepten den obersten Platz einzuräumen? Mit dieser Macht geht alles, ohne sie nichts - so einfach ist das.

Die Situation ist angespannt. Ängste schleichen sich in die Herzen der Bevölkerung und Fragen werden lauter: Was wird aus unseren verwurzelten Strukturen, Traditionen, was bewirkt der Zusammenprall von verschiedenen Kulturen? Wird ein Wertezerfall zu bewältigen sein? Ein täglich umfangreicher werdender Fragenkatalog steht zur Diskussion. GOTT ist ein GOTT der Ordnung - lernen wir daraus und geben wir Ordnungssignale! Dem Gast in meinem Wohnzimmer ist zu vermitteln, seine Beine nicht auf meinen Tisch zu legen und auch, dass der Gastgeberin nicht die Hand verweigert wird, weil sie eine Frau ist. Geduld ist gefordert, auch was Gleichberechtigung betrifft - wir können doch davon ein Lied singen?!

Deutsches Regelwerk ist nicht unzumutbar, arbeitet aber einem

homogenen Verhalten zu. Wertekonflikte sind anfänglich nicht auszuschließen: ein christliches Abendland präsentiert sich anderen Vorstellungen, Lehren und Zielen. Doch wir sind nun mal Brüder und Schwestern deshalb, weil uns der Herrgott allen das menschliche Kleid übergezogen hat. Wenn das Wollen zur Anpassung gegeben ist, werden westliche Werte angenommen werden. Dieses Wollen gilt es zu stärken, denn erzwungen werden kann es nicht!

Der Zusammenstoß von Religionen, plagt als Befürchtung viele Landsleute. Zwar gut zu wissen, dass GOTT alle Seine Kinder liebt, doch der Mensch steht dem leider gehörig nach! NichtChristen sind Mitmenschen, die dem messianischen Gottessohn Jesus Christus eine andere Bedeutung zusprechen, als wir Christen es tun. Weder sie noch wir sind deshalb "Ungläubige" und wer von den Menschen Atheist, schlecht oder gut ist, vermag nur einer exakt zu bewerten: der Schöpfer aller.

Auch wenn manche in Zweifel gezogen werden, ist bei uns die Religionsfreiheit gesetzlich festgelegt. Doch diese Freiheit lebt nur wenn sie ausgeübt wird! Ist ein Christenmensch zu sein nicht gleichbedeutend mit der befreienden Erkenntnis, wer "der Weg, die Wahrheit und das Leben" ist? Wenn das in dieser Existenz erkannt, angenommen und gelebt wird, gibt sich dies als Gnadenweg zu erkennen! Ergo lebe ich als Christ in dieser Gnade, weiß aber auch um die damit verknüpfte Verpflichtung: die Voranstellung der hohen Liebesgebote: Liebe GOTT über allem und den Nächsten wie dich selbst!

Diese Liebe, und nur diese ist es, die uns zur Bewältigung dieser geradezu historischen Bewährungsprobe eine Chance einräumt.

Es kommt nicht auf die Gegenüberstellung von Kirchtürmen gegen Minarette an und nicht auf Gegenreden vom christlichen Klerus gegen Imams, sondern da steht Geist gegen Geist, und wäre beidseitig jene vielbesprochene Gottesliebe gegeben, gäbe es weder verletzte Seelen noch attackierte Körper...

Welche Kräfte sind es, die sich gegen ein christliches Selbstbewusstsein stemmen? Wer oder was schrammt ständig am christlichen Gesamtleitbild vorbei? Sehen wir genau hin!

Weniger der Druck von außen führte zum Abhängen der Kreuze in Klassenzimmern - als schäme man sich dieses Siegeszeichens (oder fürchtet man sich davor?) - sondern die Nachgiebigkeit im Innenbereich des Christseins ließ dies zu! Ein christliches Abendland, das sein Logo im Keller versteckt?

Wie entwickelt sich diese Tendenz weiter? Beschert uns die Inkonsequenz und überakzentuierte Toleranz dann Vollverschleierung? Als Reisender kann mein Gepäck enthalten was es will, doch auspacken, um Gastfreundschaft zu belasten, brauche ich es nicht...

"Was bezweckt GOTT?"

So häufig wie in diesen Tagen und Wochen habe ich diese Frage noch nicht gehört. Jeder einzelne Mensch dieser Schwemme von Flüchtlingen, Migranten, Heimatlosen und -Vertriebenen, hat Befassung mit Schicksal und Zukunft verdient. Unser Land, als eines von weiteren, wird bis an die Grenzen der Möglichkeiten belastet! Dies ist eine gewaltige Prüfung! Ja, jeder einzelne steht plötzlich auf dem Prüf stand, zumindest mit seiner Meinung zum globalen Geschehen. Massenmedien sorgen dafür, dass keiner seine Augen und Ohren davor verschließen kann. Doch noch etwas ist gefordert: das Gewissen! GOTT liest in uns, wie wir zu was und warum stehen! Und vor dem Herrn zählt das, was an Gutem vermeldet wird, das andere wird zu Wirkungen verarbeitet, die uns hoffentlich neu nachdenken lassen.

Gepaart mit Logik, wage ich ausnahmsweise eine Prognose: Gravierende Veränderungen dürften sich in zwei Etappen ergeben. Die erste Etappe rüttelt uns gerade zu; es ist das aktuelle Zeitgeschehen und dieses verlangt große Flexibilität und starken Einsatz auf der Basis des Mitgefühls ab.

Eine folgende zweite Etappe aber dürfte zur Langzeitprüfung werden: Wenn sich später unsere neuen Mitbürger bei uns etablieren konnten, wird unser gewohntes und allgemeines Alltagsgeschehen zu ihrem! Dann wird eine "wischfeste" Einfärbung des westlichen Alltagslebens unausbleiblich sein und nichts ist mehr wie es war. Dass sich dann investiert und Einfluss ausgeübt wird, ist legitim und normal und in vielen Bereichen durchaus wünschenswert. Wir sollten uns nicht als lernresistent erweisen.

Die Veränderungen und Wandlungsversuche auf religiösem Gebiet können und werden nicht ausbleiben. Längst haben wir mehr als Anfänge zu verkraften! Da kein religiöser Mensch behaupten könnte das Ideal zu sein, kehre keiner vor der Tür des anderen, sondern suche den Stachel im eigenen Auge! Der Respekt vor anderer Überzeugung sperrt das Recht, einen anderen Weg als Irrweg zu deklarieren. Der christlich geprägte Weg ist ein schöner Weg, wenngleich nicht unbedingt leichter. Da haben wir genug "mit uns" zu tun, wie ich meine. Wer jedoch Christsein als Aufgabe betrachtet, wird mehr denn je zu tun bekommen. Nicht ducken sollten wir uns, sondern in Demut aufrecht stehen, sodass uns Christus nicht übersieht!

Ist ein Taufgelöbnis etwa keine Ermunterung, Vorbild für Andersdenkende zu sein? Wie wollen wir denn bestehen und überzeugen, wenn nicht durch Unbeugsamkeit im Glauben, gestützt auf den Gottesgeist?

Nehmen wir doch einfach an, dass GOTT geschehen lässt, vielleicht sogar inszeniert, was die Welt polarisiert! Christus war, ist und bleibt der Eckstein!

Ein Glaubensbekenntnis hat nicht nur schön geredet zu sein, sondern hat bewiesen zu werden. Und genau zu diesem Beweis - der Bezeugung des Glaubens - sehe ich Millionen von Menschen geführt!

Dabei sollte uns freilich nicht bange werden, denn Jesu Leitbild hat durchaus das Zeug, zu einem völkischen zu werden. Ist darin nicht die große Weisheit Gottes zu entdecken?

"Yes, we can!" zielt dann endlich auf ein edles, ethisch hochwertiges Ziel ab: In der Kraft des einigen Gemeinschaftsgeistes alles zu bewältigen, was sich aggressiv gegen die friedliche Lehre stemmen möchte. Wie bedauerlich, dass viele, sich christlich dünkende Organe, diesen Gemeinschaftsgeist noch nicht entdeckt haben und deshalb viele Hütten, anstatt ein großes, würdiges Haus dem Herrn die Ehre geben...

Es gibt kaum einen passenderen Anlass als "das Fest der Liebe" - Weihnachten - einzusetzen, um in eigener, privaten Welt, den Frieden dominieren zu lassen. Wenn wir zum Christfest den Hauch der Berührtheit verspüren, dann durchatmen wir mit dieser Stimmung unsere Gebete und eines davon sollte jenen Brüdern und Schwestern gewidmet werden, denen der tiefere und wunderbare Sinn der Geburt Jesu noch verschleiert ist. Es ist gut für Seelen zu erbitten, was ihnen gut tut. Erinnern wir uns der Allmacht Gottes und die Neigung zu erhören, was gläubigen Vertrauens - und sogar gebündelt durch den Gemeinschaftsgeist, gen Himmel gewandt wird. Im Tatchristsein leisten dann barmherzige Menschen mit fleissigen Händen und offenen Herzen: Wohltätigkeit!

Ihnen und euch allen ein gesegnetes, besinnliches Christfest, verbunden mit DANK für das Miteinander,

Gerhard Krause