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0143

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Der Fussball und der Liebe Gott

Um Mißverständnissen vorzubeugen: Nein, ich habe nichts gegen Fußball und alles was damit zusammenhängt. Aber ich habe auch nichts gegen schlechtes Wetter und beschäftige mich dennoch kritisch damit. Auch wer sich objektiv mit einem Masseninteresse, erstrecht mit einem Massenphänomen befasst, hat schlechte Karten! Das weiß und riskiere ich für meine Gedanken.
Seit dem 13.Juli vergangenen Jahres, sind wir Fußballweltmeister. Wir sind in manchem Weltmeister: Kirschenweit-spucken, Pfahlsitzen und was weiß ich in was noch. Nichts aber erhitzt unser Volksgemüt, ja sogar den gesamten Globus so stark, wie die Sache mit dem runden Ball. Gewiß, über dieses Thema ist schon alles geschrieben worden und Sie werden sich fragen, was dies mit dem lieben Gott zu tun hat? Es hat!
Vor allem Länderspiele sind eine Sache der nationalen Ehre, was die Emotionen bei Rasenkämpfen schier ins Unermessliche steigert. Eingepfercht in das mächtige Rund einer Mamutarena - andere sagen "Hexenkessel" dazu -, treten sich zwei hoch- bis übermotivierte Mannschaften gegenüber. Nichts beherrscht das Wesen der Kämpfer und Kämpferinnen mehr, als der Wille zu siegen. Kopf, Körper und Geist sind darauf eingestellt! In altrömischer "Brot und Spiele"- Manier feuert eine Riesenmenge Zuschauer ihre Mannschaften an und brüllt sich die Seele aus dem Leib. Die hohe Erwartungshaltung der Fans bedeutet für die Fußballrecken einen ungeheuren Leistungsdruck. Ein Tsunami von Energie durchtobt hör- und sichtbar, die Arena. Es entstehen unvorstellbar gewaltige Spannungsfelder - genaugenommen für nichts was höhere Bedeutung hätte. Dafür aber wird alles gegeben, auch Gesundheit! Knochen splittern, Sehnen und Bänder reissen, Blutergüsse und Zerrungen zählt kein Mensch mehr, Blut fließt. Dazu verbale Attacken: Provokationen, Beleidigungen, Ehrverletzungen. Gladiatoren, die sich vor Spielbeginn Freundschaftlich die Hände reichen und "fair play" versprechen, treten sich kurz danach nieder und wollen nur ihren Coach glücklich sehen. Jungmillionäre mit verrückten Gehältern beherrschen weniger sich, als catch-as-catch-can. Wird keine
gelbe Karte verhängt, erfolgt der Blick zum Himmel - ist ja noch mal gutgegangen.
Auch in der letzten WM wurde häufig der Kontakt zum Himmel aufgenommen: Vor Spielbeginn schlugen einige das Kreuzzeichen, nach gelungenen Schlachtzügen fiel man theatralisch auf die Knie und hob die Hände gen Himmel, es wurde um den Sieg gebetet und für Treffer gedankt. Soweit, so gut. Aber lesen Sie diesen Artikel nochmal von vorne und Sie werden feststellen, dass der Bezug zum Höheren und die Achtung vor dem Nächsten meist beim Rückstand von 1:0 aufhört!
Spätestens da berühren wir Grenzen zur Menschlichkeit und auch was die Begeisterungsfähigkeit betrifft, finden sich ähnliche Muster auf religiösen Feldern! Ist es etwa eine Art Religions-Gen, was über diese Massenveranstaltungen freigelegt wird? Tatsächlich gibt es Parallelen zwischen profanen und religiösen Strickmustern. Ist der Spielermacher nicht wie eine Überfigur und hängt von der "Allmacht" des Trainers nicht Freud und Leid des Einzelnen ab? Spieler werden von verzückter Fangemeinde wie "Heilige" verehrt und deren verschwitzte Trikots haben mindestens den Wert von Reliquien. 36,8 cm Höhe hat das begehrte Heilszeichen: der Siegespokal und das 6,2 kg schwere Werk hat zwar einen Wert von 3.000 Euro (nachgemacht), gilt aber als unbezahlbar. Der Ball hingegen ist der Komet, dem alle bis in die Stadien - Pilgerstätten? - folgen. Was da an Bauten auf die Anhänger wartet, lässt jeden Dom, jede Kathedrale mickrig erscheinen. In der WM macht sich eine mülionenstarke Pilgerschaft dorthin auf den round-the-world-Weg um das "Hochamt", das entscheidente Spiel mitzuerleben. Ob die FIFA mit der Kurie in Rom vergleichbar ist, lasse ich dahingestellt. Wenn uns dann einer unserer Lieblingsspieler mit einem gekonnten Schuß in den Fußballhimmel versetzt, schreibt die Zeitung anderntags euphorisch: "GÖTZ SEI DANK!"
Sie werden zugeben müssen: mehr gekupferte Religion gibt es kaum!
Verzeihen Sie bitte, wenn ich als Gottesdiener einen geradezu kosmischen Sprung wage! Und dieser Umsprung beginnt mit dem Satz: "Was wäre, wenn "nur" unser Volk
seine beachtliche Begeisterungsfähigkeit GOTT zuwenden
würde??"
Stellen wir uns vor: Hunderttausend Hände heben sich im Jubel dem Schöpfer entgegen. Hunderttausende bundesweit loben - wie aus einem Mund - GOTT den Herrn und erweisen IHM die Ehre. Zigtausende Menschen legen gemeinsam eine Schweigeminute ein, um sich innerlich der Liebe GOTTES zuzuwenden. Dann machen die Blicke zum Himmel Sinn und jeder Kniefall steht Pate für den Ausdruck der bedeutsamsten Tugend: Demut.
Stell dir weiterhin vor, all die emotionalisierten Menschen geben sich dem Gemeinschaftsgeist hin und schätzen sich als Brüder und Schwestern. Kannst du dir vorstellen, welche enormen Energiefelder entstünden, würden sich alle an den Händen nehmen und wie ein Herz und eine Seele sein?! Da wir dem Höchsten die Ehre gäben, würde nichts, absolut nichts versanden. Im Gegenteil: All das Gute würde in doppelter und dreifacher Wirkung gesegnet zurückgegeben, der Menschheit gutgeschrieben. GOTT verschenkt nichts und lässt sich nichts schenken, ohne uns dafür mit Liebe zu belohnen.
Wer du auch bist und wo du auch bist - sich zum Fan GOTTES zu erklären kann nur die klügste und lohnenswerteste Entscheidung sein. Wer dies tut, darf auch alles andere - warum nicht zuvorderst Fußball? - mit ruhigem Gewissen genießen; denn wir haben zuerst GOTT die Ehre erwiesen...
Vielleicht möchtest du ja mit mir in diesen beglückenden Lobpreis GOTTES einstimmen und der "Schlachtruf" ist der Siegesruf Jesu Christi: HALLELUJA!
gerhard krause