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0015

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Grippewellen

Weil es mich selber kräftig erwischt hat, möcht ich diesmal über etwas schreiben, worauf jeder herzlich gerne .zu verzichten bereit ist: die SOMMERGRIPPE! An allen Ecken und Enden wird in diesen Tagen geniest und gehustet, blicken uns gerötete Augen fiebrig an und verstopfte Nasen verraten einen bösen Schnupfen. Manch einer schleppt sich damit zur Arbeit, um seinen Arbeitsplatz nicht durch Abwesenheit zu gefährden. "Verkühlung ist ein häßlich Ding", weiß man seit Jahrhunderten, wobei man früher an einer Grippe meist starb. Was man aber in der Zeit vor dem Geburtstag der Psychologie, nicht "wissenschaftlich" wußte war, wie abhängig unsere körperliche Verfassung von der seelischen Stimmung ist! Auch psychologische Experten wie mich versetzt es immer wieder in Erstaunen, welche Weisheit und welches Wissen in den "alten Sprüchen" unserer Ahnen steckt. Sie wußten eine Menge über die Verbindung von Körper, Seele und Geist!

"Da kommt mir die Galle hoch", pflegte meine Mutter immer dann zu sagen, wenn sie sich über irgendetwas besonders aufregte. Ihr war bestimmt nicht bewußt, daß die Galle tatsächlich ein Sensibelchen ist und entsprechend reagieren kann, wenn's um Ärger und Aufregungen geht.
Für diesmal wollen wir uns aber auf die psychosomatischen Zusammenhänge - die seelischen Auswirkungen auf den Körper also - beschränken und zwar in Bezug auf Grippesymptome! Nicht immer ist ein "grippaler Infekt" auf Immunschwäche oder vitaminöse Unter Versorgung zurückzuführen. Unser Zustand kann auch ein äußeres Spiegelbild unserer seelischen Konstitution sein! Eine gequälte Seele (von mir aus können wir auch "Psyche" dazu sagen), ruft ihre Hilfeschreie eher leise in den Menschen hinein, was freilich überhört und ungedeutet bleiben kann. Dann benutzt unsere Psyche den Partner Körper, um sich mitzuteilen. Dies ist dann erkennbar; Halsschmerzen, Husten und tropfende Nasen lassen sich nicht verleugnen. Wenn es dann noch gelingt, die richtige Deutung, sprich Diagnose, zu treffen, kann die Störung bekämpft und ggf. behoben werden. Damit wären wir wieder bei unserer (Sommer-)Grippe.

Beginnen wir mit der lästigen Verschnupfung. Haben Sie nicht auch schon mal ausgerufen "jetzt habe ich aber die Nase voll davon!", wenn Ihre Geduld erschöpft und die seelische Belastbarkeit am Limit angelangt war? Das macht uns verschnupft und wer schlechte Laune (also dunkle Wölkchen in sich) hat, den erklären wir ebenfalls für verschnupft.

Wenn aber der Ärger permanent und verschleppt wird und wir "sauer" werden, dann sprechen wir davon "einen dicken Hals" zu bekommen! Die Unerträglichkeit der Situation läßt uns "schwer schlucken daran". Der Ärger macht uns krank und wir haben sie: die Halsschmerzen! Was für den gepeinigten Hals der wärmende Wollschal, ist für das Seelchen die Liebe! Wer sich selber mag und deshalb schonen möchte, der lässt sich von keinem Äreer ankratzen und unterkriegen, was durchaus Halskratzen ersparen helfen kann. Bleibt noch der lästige Husten. Wir wollen nicht vom Tick, der Schrulle mancher Zeitgenossen sprechen, ihr Gerede durch ständiges Gehüstel oder Geräuspere zu unterbrechen. Diesen psychologischen, wenngleich interessanten Exkurs, erspare ich uns hier. Vielmehr husten sich viele Menschen dann aus, wenn es ihnen nicht gelingt, sich über eine chronische Belastung auszusprechen! Das Husten ist dann quasi ein Sprechersatz. Verstehen kann dies freilich nicht jeder und so bleibt das Dilemma meistens unerledigt und wächst sich gesundheitsschädlich aus. Sie sehen, auch wer sich nicht artikuliert, kann eine Menge über sich aussagen.

Bei allem sollen die geistigen Hintergründe nicht unerwähnt bleiben. Wenn wir mit Drangsalen jeglicher coleur nicht umzugehen wissen, wenn wir Angriffe auf unser Seelenleben einfach einstecken und uns den inneren Frieden rauben lassen, dann führt diese mangelnde Abwehr zu einer Art Immunschwäche. Es ist ein Schlag gegen die Stabilität unseres Geistes! Der Körper ist dann nur das Sprachrohr und vermeldet die Störungen unüberfühl-, unüberhör- und/oder unübersehbar. Das kann jeder verstehen, ob Laie oder Fachmann. Salbei, Zwiebeltee, Salben und Öle sind Versuche, Produkte aus der "Apotheke GOTTes" heilsam werden zu lassen. Einverstanden. "Hilf dir selbst... dann hilft dir GOTT!" Deshalb empfehle ich zu allen Mittelchen das begleitende  Gebet ! Wenn wir schon alle natürlichen Mittel nutzen wollen, dann sollten wir nicht auf die reinste Heilkraft, die von GOTT!, verzichten wollen. Was taugt schon was ohne den Segen GOTTes? Anstatt die Hände auf die leidenden Körperteile zu legen, können wir sie ebenso hoffnungs- und vertrauensvoll dem entgegenstrecken, der die Quelle aller guten Kraft ist: GOTT. "Herr hilf mir, weil Du mich liebst..." Zu allen Zeiten konnte und kann das gläubige Gebet Wunder vollbringen! Ob, wann, wo und wie dies zu geschehen hat, sollten wir allerdings der Weisheit des Höchsten überlassen: "Dein Wille geschehe!" Der zweite Tip den ich zu geben habe, ist die Selbsterkenntnis! Wenn du dich schon krank fühlst, dann finde gewissenhaft heraus, wer der was dich quält, ärgert oder ängstigt. Was beschwert sich bei dir, ist gleichbedeutend mit: was beschwert dich? Wie recht du hast wenn du sagst: "Ich ärgere mich". Ja, d u   ärgerst dich, weil   d u  bestimmst, was in dir wüten darf! Also wehre ab!

Probleme können Erprobungen unserer Stärke, unseres Selbstvertrauens oder Konsequenz sein. Kein Mensch lebt deshalb problemlos. Übe dich jedoch darin, dir deine innere Ausgeglichenheit zu bewahren. Das ist reine Selbsterhaltung. Du wirst sehen, daß dann so manche Schluckbeschwerden, Verschnupfungen oder Husten vergehen. Wenn die Seele lacht, wird der Körper nicht trauern! So wünsche ich Ihnen aus ganzem Herzen, jegliche Grippewellen mögen sie verschonen oder flugs wieder loslassen. Und ich rufe Ihnen zu, was man in Bayern jedem der niest zuruft: "Gesundheit!" oder noch besser das, was unsere Altvorderen altklug dazu sagten: "Hilf GOTT!"

In diesem Sinne auf bald, in neuer Frische, Ihr Gerhard Krause