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0139

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Im Himmel gibt es keinen Klatsch

Kennen Sie "stille Post"? Einer erzählt etwas dem anderen und der wiederum gibt das Gesagte an einen Dritten weiter, und so weiter und so fort. Den Inhalt den Nachricht entspricht am Ende und i.d.R. dann kaum mehr dem, was den Erste ursprünglich erzählt hat. Es ist dann derart verfälscht, als hätte man aus einem Auto eine Dampfwalze gemacht.

Es ist keine besonders deutsche Eigenart und auch keine moderne Zeiterscheinung, dass gerne üben andere Leute gequatscht wind. Das war immer so und mag überall ähnlich sein; doch wir leben nun mal hier und haben uns gelegentlich leiden damit auseinanderzusetzen. Jeder der sich am Tratsch & Klatsch beteiligt, schafft sich in gewisser Weise seine eigene BILD-Zeitung. Nur mit dem Unterschied, dass die Leute, üben die hergezogen wird, nicht anonym oder quasi unbekannt sind, sondern womöglich zu unserem engeren Lebensumfeld gehören und "gewusst" wird, üben wen hergezogen wind.

Schimpft es sich so schön üben andere, weil das Leben nicht spannend genug erscheint, oder es sich "davon" so herrlich distanzieren lässt? Vieles wird dabei aufgebauscht ("stille Post") und aus einen klitzekleinen Maus wind ein ausgewachsenen Elefant!

Um einen Menschen zu verletzen, bedarf es nicht des sprichwörtlichen Knüppels - es genügt die Zunge!

"So ist die Zunge nur ein ganz kleines Glied des Körpers und kann sich doch rühmen. Gewaltiges vollbracht zu haben. Seht ferner-} wie klein ein Feuer sein kann und wie groß der Wald, den es in Brand setzt! Auch die Zunge ist ein solches Feuer!" Jak.3:5)

Welch wunderbare Großartigkeiten kamen - gerade aus unserem Volksgeblüt - um ein Beispiel zu nennen, aus manches Dichters Mund. Wir alle kennen große, bedeutsame Worte und sind von ihnen beeindruckt. Doch Wirkung haben auch die schlechten Worte, wenn mittels ihnen jemand verbal in ein Licht, dessen Unbarmherzigkeit mit harten Worten bestimmt wind, gestellt wind. Und sei es aus Unbedachtheit, wind an

Reputationen gekratzt, werden Rufe geschädigt oder gar gemordet. Bissige Bemerkungen verfolgen auch unschuldige Menschen: "Seht diesen Fresser und Weinsäufer} diesen Freund der Zöllner und Dirnen!", so wurde über Jesus geurteilt (Matth. 11:19)

Üble Naturen setzen die scharfe Seite einer Waffe ein, die nur aus Lauten besteht.

"Lug und Trug redet ihre Zunge. Ihre Lippen bergen Ottergift. Ihr Mund ist voll von Verwünschung und Bitterkeit. "

(Rörrß:13)

Aber verlassen wir nun die Aktionsebene eines Menschenschlags, welcher mit seinem Reden nicht nur kleine Flächenbrände zu verantworten hat - im schlimmsten Fall sogar die Welt in Brand zu versetzen vermag. Wie gefährlich Wortkanonen sein können, beweist die Weltgeschichte!

Wollen wir begreifen, dass alles, was wir aussenden, auf uns zurückfällt? Denunziation, Verleumdung, üble Nachrede, selbstherrliche Moralisierungen oder auch "nur" herablassende Meinungen, sind wie Giftpfeile und treffen Opfer wie Täter gleichermaßen und selbst jene bekommen davon Streifschüsse, die sich verführen lassen einfach nur mitzuschimpfen.

Rufst du in den Wald "Ich liebe dich!", ergötzt dich das Echo. Giftest du: "Ich hasse dich!", kommt deine Seele in den Schraubstock!

Berechtigte oder unvermeidbare Kritik sollte konstruktiv sein und die Achtung vor dem Nächsten nicht verletzen. Viele haben kein Unrechtsbewusstsein, wenn sie mit unschuldigem Augenaufschlag provozieren: "Ja darf man denn keine Meinung äußern?" und diese Meinung nur aus Vorurteilen oder ungeprüftes Nachgeplappere besteht und wenn dann das "Totschlagargument" hinterhergesetzt wird: "Ich bin nur ehrlich!"

Würde GOTT der Herr Seine Ehrlichkeit über uns und unsere Art, filterlos und ohne Gnädigkeit, Nachsicht, Sanftheit und Liebe niederprasseln lassen, es wäre um uns geschehen..! Ehrlichkeit ist Offenheit und diese muss, ja darf nicht zweifelhafter, liebloser Qualität sein. Was du nicht willst, das man dir tu, das füge keinem andern zu!

Klatsch & Tratsch sucht sich selten wirklich schlechte Menschen aus, entwickelt sich vielmehr über die Schienen der Unüberlegtheit, Geschwätzigkeit, Gesprächs- und Kritiklust. Es sind Menschen aus allen Schichten und Ständen, die sich "das Maul über andere zerreißen" und weniger oft steht die üble Absicht hinter allem, in der Hoffnung mit Dreck zu schmeißen, dass etwas davon schon kleben bleibt- Es gehören recht brave Christenmenschen zu den Schwätzern, welche, die sonntags brav den Gottesdienst besuchen, um hernach - noch auf dem Kirchplatz - gleich weiter zu tratschen. Gottesdienst ist "Dienst an Gott":

"Wer der Meinung ist, er diene Gott, hält aber seine Zunge nicht im Zaum, der gibt sich einer großen Täuschung hin; denn sein 'Gott dienen' ist wertlos."

Jak.l:26)

So oft erlebe ich den Eifer verschiedenster Menschen, die sehr darauf achten, was sie in den Mund hin ein geben! Als Galionsfiguren nenne ich die bemerkenswerte Garde der Vegetarier oder gar Veganer, besonders deshalb, weil erstaunlich viele von ihnen meinen, ihre Ernährungsphilosophie wäre geistig wertvoller und entwicklungsträchtiger zu erachten, als die der "Fleischfresser". Was dies mit unserem Thema zu tun hat?

"Nicht alles, was zum Munde hineingeht; steht in der Verbindung mit der Gesinnung des Menschen. Aber alles, was aus dem Munde herauskommt; das steht in engster Verbindung mit seiner Gesinnung. " (Matth. 15:11)

Es entscheiden also weder Schnitzel noch Salat, wie "gut" wir sind, sondern Ansehen bei Gott können auch Worte verschaffen, das, was unserem Munde entströmt. Schlecht reden, ist schlecht tun - ist eine Untat via Zunge. "Du sollst nicht schlecht reden wider deinem Nächsten" könnte ein Gebot lauten, und damit sind wir mit dem Liebes gebot "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" d' accord!

Bleibt der Appell: "Fort mit den Schmähungen und den hässlichen Reden, die früher aus eurem Munde kamen." (Kol.3:9)

Interessant auch, was Untersuchungen aussagen: Das, was an anderen besonders unfein kritisiert und heftig durch den Wolf gedreht wird, entspricht sehr häufig genau den persönlichen Schwächen der Kritiker selbst.

Da kann man nur zu einer sorgfältigen Selbstbeobachtung raten und davor warnen, sich durch "Haltet den Dieb"-Manier von sich selbst abzulenken.

Ich denke, dass wir alle dies nicht nötig haben, denn wir suchen Gottes Wohlgefallen und nur das wahrhaftige Wort stimmt Ihn mild und versöhnlich. So jedenfalls meine ich.

gerhard krause