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0138

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Die Vielfalt der Religion

Von Anfang an, übten sich Menschen in der Verbeugung vor dem Höheren. Kulturelle Verschiedenheiten und die Unvereinbarkeit individueller Neigungen, Bewertungen und Erwartungen, mussten und müssen zwangsläufig in Irrungen und Zwiste münden. Dabei wäre grundsätzlich zu bedenken, was sich dem Auge leider nicht erschließt: die Reife des einzelnen Geistes!

Man hat seine Vorlieben. Dazu sei ein Beispiel aus der Kinderstube bemüht: Es gibt das ausgesprochene "Mamakind" und der Nachwuchs, der ausschließlich auf Papa hört. Dem Kind stellt sich ein Angebot über zwei Lieben, wovon es doch eine favoritisiert. Für unzählige Menschen verhält es sich mit Religion ähnlich: Viele Angebote, alle scheinen gut, reizvoll, scheinbar nützlich und wert, sich darauf einzulassen. Wir alle kennen die berechtigte, in dem Fall gesangliche Frage: "Wohin soll ich mich wenden?" und hören im Lied die Antwort: "Zu Dir, zu Dir, oh Vater..."

Wenn's denn immer so einfach wäre, könnten da manche sagen.

Die Suche nach dem wahren Sinn des Lebens ist in dem Moment beendet, wo die Seele ihr Zuhause gefunden hat und der Geist beginnt, in langersehnter Erfüllung zu leben! Religion hat viele Formate und Farben und gefällt mir dazu die Aussage: "Religion ist ein Prisma, von dessen sieben Farben sich jeder seine Lieblingsfarbe wählen mag; alle aber rühren nur von einem Sonnenstrahl."
(Karl Julius Weber, Demokritos)

Wohl dem, der "angekommen" ist und ach, oh weh jenen, die trotz Suche noch nicht gefunden!

Dabei ruft Christus, der Gottessohn uns Menschen -ja dem gesamten Kosmos zu: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben!" (Joh.U:6)

Richtig, e r ist der entscheidente Ponton, der rote Teppich zur Glückseligkeit; e r ist unter den Geschöpfen der Reingeist Nr.l und wer sich ihm anvertraut, erlebt in letzter Konsequenz einen Lebenskuß, in dem alle Zukunft des bleibenden, verweilenden Geistes enthalten ist. Das ist die Ewigkeit !

Wie bedauerlich, wenn selbst Christen die wahre Bedeutung des 'Königs aller Könige' unterschätzen. Bei nicht wenigen Christen findet sich zwar der Name des Herrn auf ihrem Namenschild, doch sie tragen die falsche Uniform... Ist Christ denn nicht gleich Christ?

Wer das irdische Erlösungswerk Jesu Christi auf seine Bethlehem 'sche Geburt reduziert und von da aus gleich den Sprung zum Kreuzestod auf Golgatha macht, greift zu kurz; besser gesagt: begreift zu kurz! Solch christliches Verständnis kommt der Flachheit des Erdgeschosses eines Hochhauses gleich, welches Christus ist.

Du kannst nur gewinnen, wenn du die messianische Tat Jesu als unvergleichlichen Beweis der gewaltigen Liebe Gottes begreifst. Diese Liebe hat die gesamte gefallene Seite der Engelsschöpfung in ein befreiendes Licht getaucht und löschte die Sünde des Treueverrats, welche Jesus mit sich ans Kreuz nageln ließ!

Was aber sagt man Menschen, denen dies alles noch nicht zum Begriff geworden, wo noch keine Master-Erkenntnis Einzug gehalten hat?

Was kann ein Hindu dafür in den Hinduismus hineingeboren worden zu sein und sich als solcher bis zum letzten Atemzug einfindet, ohne sich jemals mit diesem Jesus Christus beschäftigt zu haben? Wie lieb hat Gott ihn und die vielen anderen aus allen Zeitepochen, die "ihre" Religion - wenn überhaupt eine - quasi mit der Muttermilch in sich einsogen? Sind sie "Heiden" - vom Gnadenstrahl etwa ausgenommen? Ist es "Pech", nicht der richtigen Kirche anzugehören?

Was ist die "richtige Kirche", wie ist die 'Kirche Gottes' geartet? Die Antwort mag ganze Kirchenlegionen schwer schlucken lassen: Da, wo der Gottesgeist gewürdigt, dankbar und demütig angenommen wird als Mittler zwischen Himmel und Erde, Diener und Bringer des Segens Gottes! "Die Geisterwelt Gottes ist in den christlichen Kirchen schon seit langem ausgeschaltet. Die Leiter der Kirchen haben den heiligen Geist ausgelöscht. Wo aber die Geister Gottes weichen müssen, da stellen sich andere Geistermächte ein..." *

Gott ist Geist, Christus ist Geist, die Engel, sprich 'Lichtwesen' stellen die gute Geisterwelt dar - die reine, liebevolle, helfende und lehrende.

"Wer die Wahrheit aus der Hand der Wahrheitsboten Gottes entgegenzunehmen und daran zu glauben bereit ist, gehört zur Kirche Christi. Sie ist daher eine geistige Kirche." **

Eine irdische Kirchenorganisation, die auf diese spirituell traditionellen Gotteszuwendungen verzichtet, ist in solcher Haltung verzichtbar. Priester, Bischöfe und andere "Würdenträger", egal welchen Ranges, mit zweifelhaften Machtvollkommenheiten, sind "Mietlinge" und weit weg vom guten Hirten. Gottes geistige Wahrheitsboten sind eben nicht Menschen - nicht Papst, Bischof oder Kirchendiener, sondern Gottesgeister, wie sie zu allen Zeiten und überall (!) wirken.

In jeder bemühten Glaubenslehre aller Religionen steckt wenigstens ein Körnchen Wahrheit.

Die Gnade, sich mit Christus auf dem Heimweg zu wissen, vielleicht sogar schon kurz vor den Pforten der lichten Heimatwelt zu stehen, verbietet jedes Hinabsehen auf andere, uns fremde Wege! Hinter jedem Mitmenschen, der für sich beansprucht gläubig zu sein und sich bemühtermaßen dem Heiligsten zuwendet, steht eine persönliche Überzeugung, welche grundsätzlich zu respektieren ist. Wer weiß, wie viele Vorleben wir selbst auf anderen Pfaden gewandelt sind...? "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst."

Auch tun können wir etwas: beten !

Beten für die Einigkeit in Gesinnung und Wirken; auf dass Licht werde in allen Winkeln dieser Welt und in jedem unserer Brüder und Schwestern - erstrecht in den verdunkelten. Das Gebet eines Gläubigen hat große Kraft, so lernen wir. Fangen wir also an, für Einigkeit und Verständnis in Bruderreihen zu beten, für den Gleichklang aller die sich Christen nennen. Ich meine, damit haben wir erstmal genug zu tun, oder?

gerhard krause

*
** Der Verkehr mit der Geisterwelt (Gottes) v. Joh. Greber
www.leuchterhand.de