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0137

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Die vorgetäuschte Welt



Ist Ihnen auch schon mal aufgefallen, dass manches von dem, was auf der Welt geschieht, einfach nicht zusammenpasst? So, wie die Wirklichkeit dargestellt wird, ist sie oft nicht! Da wird Unschönes verhübscht, Profanitäten erhalten einen edlern Anstrich und Unwichtigkeiten werden aufgespielt.

Wenn im Seilgeviert zwei Boxer versuchen, sich die Köpfe blutig zu schlagen, dann ist es nach meinem Empfinden mehr als ein Stilbruch, wenn ein Ringrichter im blütenweißen Hemd, feinen Handschuhen und eleganter Fliege am Kragen darum bemüht ist, dass der Kampf weiter geht. Prominenz und ein aufgemotztes Showgeschehen wollen die Klopperei zusätzlich hoffähig machen. Jedem Tierchen sein Blessierchen... Den Beigeschmack von Bluff hat es doch.

Wie könnte unsere Welt stimmig, harmonisch und ehrlich sein? In jedem Moment stürmen auf uns unzählige Informationen ein; Ereignisse, kaum verkraftbar zum Teil und selten überprüfbar auf den Wahrheitsgehalt. Und doch scheinen die meisten von uns unersättlich gierig nach weiteren News, Reizen, Impulsen oder Sensationen zu sein. Massenmedien haben sich längst und beinahe perfekt auf solche Bedürfnisse eingestellt und bedienen uns mit dem, was interessiert. Unser Wohnzimmer mit all den Weltenempfängern wird schnell zur geistigen Müllhalde. Dabei finden sich in den Schaltzentralen der

(Welt-)Bildermacherkonzerne findige Veranstalter, knallharte Geschäftsleute und Meinungsmacher. Wird bestimmt, was für uns "gut" ist und serviert wird?

Was auf der Strecke bleibt sind bewährte, alte Werte und Vorteile, die man nicht mit Geld kaufen kann: Wahrheit und Menschlichkeit. Darauf nimmt eine ausgekühlte, hypermoderne Welt, die sich wie ein magischer Zirkus mit gewaltiger Kulisse gestaltet, nicht unbedingt Rücksicht und startet strengkonzeptionelle Betörungsversuche, von denen eine Menge Geld abhängt. Immer mehr und immer aufdringlicher drängt sich uns auf, was Gaukler, Spielleute, Zauberkünstler, Illusionisten, Kopfverdreher oder profilbedachte Frontleute aus allen Bereichen unter "Unterhaltung" und "Tatsachen" verstehen. Alles ist ein großer "Spaß", scheint dem besseren Leben zu dienen und täuscht eine Welt vor, die es so einfach nicht gibt; uns werden "Wohlfühlprogramme" einverleibt.

Sind denn die Menschen schlecht? Nicht wirklich, eher verführbar und deshalb Opfer skrupelloser Interessen. Die eigentliche Gefahr ist eine unsichtbare! Sie geht von Kräften aus, denen absolut nichts am Wohl des Menschen gelegen ist. Üble Elemente ergötzen sich vielmehr am Unglück und Elend einer Welt, die nicht (mehr) die ihre ist. Es ist ihr oberstes Ziel, Menschen den Seelenfrieden zu rauben, deren Sinne zu betören und Verführungen erfolgreich durchzuführen. Um uns ist stetiger Kampf und man kämpft ständig unsertwegen!

Luzifer der Chaot gilt als Durcheinanderwerfer und Meister der List und Tücke. Sein Planwerk sind Ablenkungsmanöver, die uns von Gott wegführen sollen. Seine Zerstörungswut richtet sich gegen unsere Zufriedenheit, Bescheidenheit, Demut und Friedfertigkeit. Vortäuschung falscher Tatsachen, die Nebelbilder einer irrealen Welt, sollen unsere Abwehr schwächen. Was uns vorgemacht wird, ist ein Schlaraffenland, aufgebaut aber auf Treibsand. So etwas spürt die Seele und registriert der Geist. Dafür gibt es genügend zeittypische Symptome: Frustrationen eines bedenklich großen Teils unserer Junggeneration, die oftmals schon müde ist bevor sie angefangen hat sich zu bewegen, sind nur ein Beispiel. Alles zu haben bedeutet noch lange nicht das zu haben, was man braucht.

Nicht die Opfer gehören gescholten sondern jene, die sich als Wächter über Sittlichkeit, Moral und Ordnung ausgeben und sich selber nicht daran halten. Solche sind in allen Wirkungsbereichen zu finden: Wirtschaft, Politik, Kunst und Kirche. Sie tun, als seien sie besorgte Schutzherren oder Hirten, in Wahrheit aber predigen sie Wasser und trinken selber hektoliterweise Wein. Ihnen zu vertrauen schadet; also: Trau, schau wem...!

Im unbedingten Vertrauen zu GOTT liegt die Rettung aller! Mit der Erfüllung Seiner Erwartungen, erfüllst du ein großartiges, weil alles lösende Gesetz: Tust du, was GOTT will, tut GOTT was du willst!

Bevor wir uns wieder der Tagesordnung zuwenden, sollten wir uns eine kleine Weile dieser unfasslichen Aussage widmen. Die Allmacht, der nichts unmöglich ist zu erfüllen, was dir gut tut,

macht dir hiermit ein Angebot: Ich bin für dich da, wenn du für mich da bist. Warum? Weil GOTT nichts verschenkt. Wüssten wir zu schätzen, was geschenkt wird...? Die Liebe - sie bekommen wir geschenkt. Und? Schätzen wir sie?

Was GOTT der Herr wünscht, wie wir Ihn zum Freund haben können, hat uns Jesus Christus hinterlassen. Mit unserem sog. "inneren Unterscheider", dem Gewissen, haben wir einen zusätzlichen Ratgeber in uns. Demnach stehen wir all den Anfechtungen und Täuschungen nicht hilflos gegenüber. Dazu garantiert uns die Erfüllung der hohen Liebesgebote: Liebe GOTT über allem und den Nächsten wie dich selbst, das Verbleiben auf dem richtigen Weg. Bewehrt mit dem Schild der Tugend ABWEHR, können wir uns davor bewahren, Opfer einer Scheinwelt und scheinheiliger Worte zu werden. Lügen haben Mundgeruch!

Wir als Gläubige haben allen Grund, guter Dinge zu sein. Wir verstehen es, unsere Kinder zu beschützen, zu führen und in schweren Stunden beizustehen. Um wie viel sicherer und verlässlicher ist doch der Beistand des Höchsten, dessen Natur die Liebe ist?!

Erweisen wir uns also als stark, weniger verführbar. Wenden wir unsere Augen und Ohren dem Guten zu. Wenn uns grelles Rampenlicht aufwühlen und marktschreierische Spots vereinnahmen wollen, dann versteht es das milde Licht einer Kerze zu beruhigen.

Wenn uns das Getöse einer lärmenden Welt betäuben möchte, dann schmeichelt eine vertraute Melodie aus Kindertagen, die wir leise vor uns hinsummen, unserer Seele. Wenn der Sirenengesang an unserer Wachsamkeit scheitert und wir ein energisches Nein gegen alles setzen, was uns einzulullen versucht, dann wird in uns, an uns und um uns ein Friede sein, den wir mitgeschaffen haben. Dann bestehen wir bewußt, aufrecht und fromm in der wahren, authentischen Welt, Bewährung um Bewährung, Zeitfeld für Zeitfeld; so auch im neuen Jahr.

"Mit GOTT!" wünsche ich für den nächsten Schritt des guten willens, auf einem segensreichen Weg.

gerhard krause